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Die Umrundung des Haider Sees

Hiking trail · Vinschgau
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Tappeiner Verlag
  • St. Valentin
    St. Valentin
    Photo: Tappeiner Verlag
m 1465 1460 1455 1450 1445 5 4 3 2 1 km
easy
Distance 5.1 km
1:20 h
12 m
7 m
1,467 m
1,449 m

Die drei Seen im Obervinschgau

Drei Seen gab es einst im Obervinschgau: den Reschensee, den Mittersee, auch Grauner See genannt, und den Haider See. Der Mittersee ist im Reschenstausee verschwunden, dessen Stauung mit all den dazugehörigen menschlichen Katastrophen 1950 begann. Aufgestaut wurden diese Seen durch den gewaltigen Murkegel der Malser Haide, wie überhaupt Murkegel im Vinschgau landschaftsbestimmend sind. 70 % des Tales sind von Murkegeln bedeckt, aber immer nur vor kurzen steilen Seitentälern, vor den großen Seitentälern breiten sich eher unscheinbare flache Schwemmkegel von Bächen aus. Hauptursachen für die vielen Murkegel sind reiche, glaziale Sedimente (in Höhenlagen an Forstwegen immer wieder bestens zu erkennen), Erosionsanfälligkeit des zerrütteten Gesteins und die Neigung zu Starkregen im Sommer. Die größten Kegel sind die Malser Haide, die Gadriamure, der Kegel von Tarsch-Latsch und jener von Tabland. Hinter diesen Murkegeln bildeten sich Seen, die mit der Zeit verlandeten. Und so entstand ein charakteristisches Höhenprofil: Start in Meran, 1. Talstufe am Murkegel von Partschins (Töll), flacher Talverlauf bis Schlanders, 2. Talstufe an der Gadriamure zwischen Schlanders und Laas, flacher Talverlauf bis Glurns, 3. Talstufe an der Malser Haide bis St. Valentin, flacher Talverlauf bis zum Reschen. Aber zurück zu unserem Mittersee, mit dem eine tragische Begebenheit verbunden ist. In der Nacht vom 15. auf den 16. Juni 1855 tobte ein schweres Unwetter über dem Obervinschgau, Föhnwind ließ den meterhohen Schnee auf den Bergen schmelzen, Muren gingen ab, der Pegelstand der drei Seen und der Etsch stieg bedrohlich an. Schließlich brach die Schleuse am Mittersee, der Damm wurde unterspült und der Haider See konnte die Wassermassen ebenfalls nicht mehr fassen. Felsbrocken, Brückenholz und Tierkadaver schossen in der braunen Flut zu Tal, alles vernichtend, was in ihrem Weg stand. 35 Familien verloren in Burgeis Hof und Stall, 13 in Schleis und 11 in Laatsch. In Glurns konnten gerade noch rechtzeitig die Stadttore geschlossen werden, die Wasser- und Schlammmassen bahnten sich der Stadtmauer entlang ihren Weg (am Malser Tor ist die Pegelmarke „1855“ heute noch zu sehen).

Vom Parkplatz oder von der Bushaltestelle zur Brücke über die Etsch und links vom kleinen Bächlein in Richtung Süden (Mark. Nr. 1). Ein kurzes Stück geht es durch den Auwald, dann spaziert man am östlichen Seeufer mit prächtigem Fernblick auf die Ortlergruppe bis zu den  Fischerhäusern und weiter zum Holzsteg durch das südliche Seebiotop. Eine schwimmende Brücke führt auf das gegenüberliegende Ufer und nun wieder zurück in Richtung Norden. Hier muss man sich den Weg allerdings mit Radfahrern teilen, dafür laden lauschige Plätzchen mit Tischen und Bänken immer wieder zum Verweilen ein. Die gesamte Umrundung ist kinderwagentauglich. Enten, Blesshühner und Haubentaucher sind immer wieder zu beobachten, füttern sollte man sie aber tunlichst nicht (sonst wird man sie nicht mehr los). Und die Kite-Surfer auf dem See sind meist ebenfalls ein Anziehungspunkt. Für einen abschließenden Imbiss bietet sich die Terrasse der Pizzeria Hotel Lamm im Dorf an. 

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