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Welschnofen

Vom kargen Selbstversorgerort zum beliebten Tourismusmagneten

Jahrhundertelang war Welschnofen im Rosengarten-Latemar-Gebiet von bäuerlicher Armut geprägt. Einzig der Verkauf von Holzkohle, Lärchenharz, dem sogenannten "Lörget", und wahrscheinlich auch der Eisenerzabbau am Latemar sicherte das entbehrungsreiche Leben der Bewohner Welschnofens. Erst die neuen Straßenverbindungen, angelegt am Ende des 19. Jahrhunderts in die Nachbarsgemeinden und nach Bozen, ermöglichten die Erreichbarkeit Welschnofens. Heute ist der Ort eine der beliebtesten alpinen Destinationen der westlichen Dolomiten.

Erstmals erwähnt wurde der heutige Vorzeigeort Welschnofen im sehr fernen 1429. Das harte und zumeist armselige Leben der Bewohner dieses Ortes am Latemar sollte noch lange so weiter gehen. Das Kloster Neustift war über Jahrhunderte Grundherr und Seelsorger im Ort. Meist schafften es die Bauern kaum die Abgabenlieferungen an das Kloster zu leisten. Die politische Verwaltung, die Gerichtsbarkeit, die Landesverteidigung und die Steuererhebung oblag hingegen der Gemeinde Karneid.

1860 kam es zum Bau der Straßenverbindung  durch das Eggental nach Bozen. Diese Öffnung des ehemals beinah unerreichbaren Bergortes Welschnofen, führte rasch zum lange erwarteten Aufschwung und zu einer starken Steigerung der Lebensqualität unterm Rosengarten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch das starke Engagement des Alpinisten und Tourismuspioniers Theodor Christomannos die Errichtung einer Straßenverbindung zwischen Karerpass, Welschnofen und Vigo di Fassa in die Bahnen geleitet.

Mit der Straßenverbindung konnte sich die nun eigenständige Gemeinde Welschnofen dem Alpintourismus öffnen. Der Bau und die Einweihung des Grand-Hotel Karersee 1896, ebenfalls initiert von Christomannos,  war der auschlaggebende touristische Auftakt für Welschnofen. In den folgenden Jahren wurde dieses Haus zu einem eleganten Aufenthaltsort für zahlreiche bekannte Persönlichkeiten. Winston Churchill, Karl May, Arthur Schnitzler oder die österreichische Kaiserin Sisi, besuchten die herrliche Alpinlandschaft am Rosengarten und Latemar und waren somit die prominenten Werbekuriere für das ehemals bitterarme Bauerndorf Welschnofen.

Die Jahrzehnte vergingen und Welschnofen entwickelte sich prächtig. Die Holzwirtschaft und der Tourismus brachten Wohlstand und Ansehen. Der touristische Reiz ist aufgrund der unbeschreiblichen Schönheit dieser Gegend bis heute erhalten geblieben. Erst 2009 wurden die Dolomiten und somit auch Welschnofen zum UNESCO Weltnaturerbe erhoben. Einer Sage zufolge lebt im bildschönen Karersee die Wasserfee Ondina, die trotz wiederholten Anwerbens des Hexers des Latemars nicht auf ihn einging. Den Regenbogen, den der Hexer über dem Karersee erscheinen ließ, um Ondina für sich zu gewinnen, wurde von ihm in Tausend Stücken in den See geworfen. Daher kam wohl das faszinierende Spiegeln der Regenbogenfarben des Karersees bis zum heutigen Tage.

Eine der wohl bekanntesten Dolomitensagen spielt in dieser prächtigen Gegend um dem Rosengarten. König Laurin, der umtriebige Zwergenkönig des Rosengartens unterlag im Kampf Dietrich von Bern. Seitdem "büht" der Rosengarten nur noch in der Dämmerung und ist somit nur noch in der Zeit des Sonnenauf- und -untergangs für das Menschenauge sichtbar.

Welschnofen ist in den letzten Jahrzehnten zum beliebten Ausflugs- und Aufenthaltsort für Wanderer, Mountainbiker, Rennradfahrer und Alpinkletterer geworden. In den Wintermonaten hat sich das reizvolle Skigebiet Carezza zum Anziehungspunkt für Skifahrer, Winterwanderer und Schneeschuhwanderer etabliert.

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