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Vinschgauer Oberland

Spuren der Vergangenheit

Der gellende Schrei eines Adlers hallt von steinernen Wänden wider. Der Wind pfeift nun merklich selbstbewusster in den Ohren. Hier oben weichen die letzten Grashalme grauem Fels.

Nur noch vereinzelt schmücken Enzian und Pelzanemone das hochalpine Landschaftsbild des Vinschgauer Oberlandes. 1000 Meter tiefer stoßen die Grenzen dreier Länder aufeinander. DDas Vinschgauer Oberland trifft auf Österreich und die Schweiz und lässt damit bereits seine historische Bedeutung als Durchzugs- und Handelsgebiet erahnen. Tatsächlich verstreuten Herrscher, Pilger, Kaufleute und Handwerker ihre Spuren weit übers Tal.

Die einst so bedeutsame, römische Handelsstraße Via Claudia Augusta ist heute Brücke zwischen Lebensräumen und Kulturen. Am Grenzort Reschen zwängt sie sich am gleichnamigen Stausee vorbei. Wie ein drohender Zeigefinger ragt hier der vielfotografierte Kirchturm stumm aus dem Wasser. Unvergessen bleiben so die versunkenen Dörfer, die einst einem rücksichtslosen Stauprojekt zum Opfer fielen.

An schmalen Seitentälern, schmucken Bergdörfern und dem prächtigen Benediktinerkloster Marienberg vorbei führt die Via nach Mals. Waalwege, die uralten Lebensadern des Vinschgau, durchfurchen die Malser Haide. Weite Wiesenflächen und sanft blühende Felder verleihen dem Gebiet den melancholischen Charakter. Von fern grüßen die Riesen der Ortlergruppe. Und plötzlich – eine rundförmige, kahlgraue Erhebung, die so gar nicht in die gleichförmig grüne Umgebung zu passen scheint. Der Tartscher Bühel mit seiner steppenartigen Vegetation taucht das Umfeld in mystisches Flair. Augrabungen wie Münzen, Schalensteine und Eisenbeile zeugen von einer Besiedlung zu vorrömischer Zeit.

Unterhalb des Bühels entführt das Stadtchen Glurns seine Besucher ins Mittelalter. Massive Ringmauern umgeben die kleinste Stadt Südtirols. Imposante Tore gewähren Eintritt zu schmalen Gassen, Lauben, Nischen und Ecken, zu dicht gedrängten Häuserfassaden.

Auch die Churburg mit der beeindruckenden Sammlung an mittelalterlichen Rüstungen und Waffen erzählt von der alten Ritterzeit und prangt in unvergänglicher Pracht oberhalb von Schluderns.

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