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Klettersteig empfohlene Tour

Laurenzi-Klettersteig im Rosengarten

· 2 Bewertungen · Klettersteig · Dolomiten
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ÖAV Alpenverein Innsbruck Verifizierter Partner  Explorers Choice 
  • Ein bekanntes Panorama auf der Fahrt zum Ausgangspunkt: die Kirche St. Zyprian mit den Rosengartengipfeln.
    Ein bekanntes Panorama auf der Fahrt zum Ausgangspunkt: die Kirche St. Zyprian mit den Rosengartengipfeln.
    Foto: Josef Essl, ÖAV Alpenverein Innsbruck
m 2500 2000 1500 1000 20 15 10 5 km
Die Tour über den Laurenzi-Klettersteig wird mit einer Übernachtung auf der Tierser Alpl Hütte auf zwei Tage aufgeteilt. Diese Bergregion des Rosengartens kann noch als die ruhige Seite der Dolomiten bezeichnet werden. Der Laurenzi-Klettersteig gehört in den Dolomiten zu den eher schwierigeren Klettersteigen. Nicht nur weil zwei Abschnitte die Schwierigkeit D aufweisen, sondern auch deshalb, weil die Seilsicherungen nur an den wirklich ausgesetzten Stellen angebracht sind. An einigen Stellen ist die Überschreitung des Grates durchaus luftig. 

Ein wunderschönes Kleinod bildet der Antermoia See und mit der durchwegs unschwierigen Besteigung der Cima Scalieret blicken wir über den gewaltigen Bergstock des Rosengartens mit seinen weit in den Himmel hinaufragenden Felswänden.

Ein Erlebnis ist der Abstieg durch das Grasleitental zur Grasleitenhütte, die oberhalb einer Schlucht seit 1887 thront. Nicht nur die gewaltigen Felswände imponieren, sondern vor allem auch die Lage der Grasleitenhütte. Und auch die Schutzhütte selbst ist aufgrund ihrer wunderschönen Innenausstattung (die Stuben komplett aus Holz, uralter freistehender Kachelofen) einen Besuch wert.

Ebenfalls besuchen sollte man das Naturparkhaus, welches sich am Ausgangspunkt befindet.

schwer
Strecke 23,8 km
8:45 h
2.400 hm
2.400 hm
2.887 hm
1.180 hm
Vom ausgewiesenen Parkplatz in wenigen Minuten zum Naturparkhaus. Anfangs auf dem Steig bis zur Forststraße und auf dieser durch das Tschamin Tal bis zum Bärenloch, wobei sich die Forststraße zu einem Fußweg verengt. Durch das imposante Bärenloch im oberen Abschnitt steil und etwas seilversichert auf den Steig Nr. 4 und in wenigen Minuten zur Tierser Alpl Hütte.

Von der Schutzhütte auf dem Steig Nr. 3a über ein Plateau zum Molignonpass. Steil und felsdurchsetzt hinauf zum Gratrücken und über diesen anfangs über ein Plateau bis zum eigentlichen Klettersteigbeginn. Immer wieder ausgesetzt über den Grat bis zu einem senkrechten Abstieg (Schwierigkeit D). Der Anstieg zum Molignon-Gipfel ist im letzten Abschnitt einfach. Vom Gipfel anfangs über einen Steig steil und ohne Sicherungen hinunter, folgt anschließend nochmals eine senkrecht abfallende, jedoch versicherte Felswand (Schwierigkeit D).

Ein Besuch des in diese wilde und karge Landschaft eingebetteten Antermoia Sees sollte unbedingt eingeplant werden. Der Anstieg durch das Antermoia Tal ist unschwierig und auch die Besteigung der Cima Scalieret ist mit wenigen Stellen, die Trittsicherheit erfordern, nicht schwierig. Der Abstieg erfolgt hinunter zur Grasleitenpasshütte und in weiterer Folge durch das Grasleitental zur Grasleitenhütte. Zuletzt mündet der Steig im Bärenloch wieder in jenen Steig, der zur Tierser Alpl Hütte führt. Durch das schöne Tschamintal erreichen wir wieder den Ausgangspunkt, wo wir noch einen Blick in das interessante Naturparkhaus werfen.

Autorentipp

Wunderschön ist die Begehung des Klettersteiges nach der Hauptsaison ab Mitte September. 
Profilbild von Josef Essl
Autor
Josef Essl
Aktualisierung: 30.06.2022
Schwierigkeit
C/D schwer
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Gefahrenpotenzial
Höchster Punkt
Cime Scalieret, 2.887 m
Tiefster Punkt
Naturparkhaus/Weißlahnbad, 1.180 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW
Zustieg
160 m, 0:30 h
Kletterlänge
450 m, 2:54 h
Abstieg
250 m, 0:45 h

Sicherheitshinweise

Der kurze Klettersteig auf den Gr. Rosszahn oberhalb der Tierser Alpl Hütte ist unschwierig, dennoch sollte ein Klettersteigset mitgeführt und verwendet werden.

Der Laurenzi-Klettersteig gehört zu den schwierigen Klettersteigen in den Dolomiten (Schwierigkeit von B - D). 

Keinesfalls dürfen die Klettersteige bei labilen bzw. gewitteranfälligen Wetter begangen werden.

Weitere Infos und Links

Tierser Alpl Hütte (2440 m/Privat): Tel. +39/0471/727958, E-mail: info@tierseralpl.com, www.tierseralpl.com, geöff. von Anfang Juni bis Mitte/Ende Oktober

Antermoia Hütte (2599 m/CAI): Tel. +39/0462/602272, E-mail: info@rifugioantermoia.com, www.rifugioantermoia.com, geöff. von Mitte Juni bis Mitte September

Grasleitenpaß Hütte (2599 m/Privat): Tel. +39/333/9291302 oder +39/0462/764244, www.rifugiopassoprincipe.com, geöff. von Ende Mai bis Mitte Oktober 

Grasleitenhütte (2134 m/CAI): Tel. +39/0471/642103, E-mail: grasleitenhuette@tiersertal.com, geöff. von Anfang Juni bis Anfang Oktober

Direkt beim Ausgangspunkt/Naturparkhaus Schlern-Rosengarten befindet sich ein Restaurant

diverse Gasthöfe in Tiers, St. Zyprian und Weißlahnbad

Via Alpina: www.via-alpina.org

Start

Gemeinde Tiers/Weißlahnbad/Naturparkhaus (1180 m) (1.197 m)
Koordinaten:
DD
46.478575, 11.559648
GMS
46°28'42.9"N 11°33'34.7"E
UTM
32T 696480 5150406
w3w 
///typisch.angesetzt.blaumeise

Ziel

Gemeinde Tiers/Weißlahnbad/Naturparkhaus (1180 m)

Wegbeschreibung

1. Tag

Vom ausgewiesenen Parkplatz wandern wir auf der schmalen Asphaltstraße in wenigen Minuten zum Naturparkhaus und folgen dem Steig Nr. 3 in angenehmer Steilheit durch Fichten- und Kiefernwald hinauf bis zur Einmündung in die Forststraße. Die Wanderung auf der Forststraße ist nur von kurzer Dauer. Auf einem breiten Fußweg geht es durch das wilde Tschamin Tal, wo wir den Schaferter Leger (1487 m) erreichen und in weiterer Folge auch bald auf den Rechter Leger (1603 m) treffen. Der Blick auf die Rosengartengipfel ist atemberaubend. Der breite Fußweg geht nun bald in einen Steig über und wir folgen diesem in das Bärenloch. Zwischen den Latschen zieht sich der Steig anfangs in angenehmer Steilheit bergan, doch ab gut 2000 m dreht der Steig in nördliche Richtung und auch das Gelände steilt sich immer mehr auf. Steil und teils mit Seilsicherungen versichert gewinnen wir schnell an Höhe und münden auf ca. 2360 in den Steig Nr. 4 (= Via Alpina) ein, der vom Schlernhaus herüberführt. Bis zur Tierser Alpl Hütte sind jetzt noch knapp 20 Minuten zu gehen und dabei 100 Höhenmeter zu überwinden. Ist man frühzeitig auf der Schutzhütte, sollte eine Besteigung des Gr. Rosszahns (2680 m), der direkt über der Schutzhütte thront, ins Auge gefasst werden. Der Anstieg ist zwar kurz, jedoch ausgesetzt und seilversichert. Für diesen zwar wenig schwierigen Klettersteig sollte man dennoch ein Klettersteigset mitführen. Der Ausblick vom Gipfel auf die umliegenden Dolomitengipfel als auch auf die Seiser Alm sind grandios.

2. Tag

Nach einem ausgiebigen Frühstück, folgen wir kurz dem Fahrweg in östlicher bzw. südöstlicher Richtung. Bei den Wegschildern zweigen wir rechterhand ab, wandern auf dem Steig Nr. 3A über die Wiese und gelangen zu einer Steilstufe, die wir nach wenigen Minuten überwunden haben. Nach dieser Stufe erreichen wir ein weitläufiges Plateau, das wir in angenehmer Steilheit durchschreiten. Zum Molignonpass steigen wir wenige Meter hinunter und folgen nun dem beginnenden Klettersteig in östlicher Richtung hinauf zum Rücken bzw. Plateau, welches wir durchqueren. Einzelne ausgesetzte Passagen wechseln nun mit Gehabschnitten ab, bevor der durchaus anspruchsvolle Klettersteig beginnt. Über Grate und kleine Gipfeln (mit Auf- und Abstiegen) geht es nun seilversichert bis zur senkrecht abfallenden Wand (Schwierigkeitsgrad D). Hat man diesen sehr steilen Abschnitt überwunden, ist der Klettersteig bis zum Molignon Gipfel (2852 m) erst einmal zu Ende. Auf dem breiten Gipfelplateau sollte man die imposante Aussicht genießen. Vom Gipfel folgen wir anfangs dem Steig anfangs durchwegs steil und ungesichert über die Südflanke talwärts. Als man sich schon am Ziel glaubt, ist nun ein letztes Mal eine ausgesetzte und durchwegs senkrechte Wand im Abstieg (Schwierigkeitsgrad D) mittels Seilsicherung zu überwinden. Haben wir den Wandfuß erreicht, ist damit auch der Klettersteig zu Ende und wir können das Klettersteigset samt Helm im Rucksack verstauen. Über eine Schotterreise steigen wir schließlich zum Talboden des Antermoiatales ab und wandern in östlicher Richtung auf dem Steig Nr. 584 zum wunderschön gelegenen Antermoia See (2495 m), den wir nach wenigen Minuten erreichen. Auch die Antermoia Hütte (2599 m) liegt nur wenige Minuten östlich vom See entfernt. Nach einer ausgiebigen Rast, steigen wir durch das atemberaubende und von Gipfeln umringte Antermoiatal zum Antermoiapass (2770 m) in gut 40 Minuten auf und folgen direkt vom Pass in südlicher Richtung dem Steiglein zum Scalieret Pass (2789 m), den wir nach weiteren ca. 5-10 Minuten erreichen. Über den nach Süden gerichteten Gratverlauf steuern wir das herunterleuchtende Gipfelkreuz der Cima Scalieret an. Der Anstieg ist durchwegs unschwierig und nur einzelne Stellen erfordern etwas Trittsicherheit. Der Blick vom Gipfel in das Herz des Rosengartens mit den Vajolettürmen ist wohl unvergesslich. Zurück folgen wir wieder dem Grat und erreichen schon bald den Antermoia Pass. Am Fuße des Kesselkogels steuern wir nun in nordwestlicher Richtung über den Steig Nr. 584 die Grasleitenpass Hütte (2599 m) an. Die Lage der Hütte am Pass ist wohl einmalig und ladet auf der Terrasse zu einer Stärkung ein. Alleine wird man hier selten sein, denn zahlreiche Wanderer steigen über das Vajolettal auf. Wir folgen nun dem Steig Nr. 11 nach Norden und merken sofort, dass dies wieder die einsame und ruhige Seite ist. Über ausgedehnte Schotterflächen verlieren wir rasch an Höhe, lassen den Anstieg zum Molignonpass rechterhand liegen und folgen dem Steig 3A talwärts durch das immer enger werdende Grasleitental. Tief unter uns die Schlucht, links und rechts ragen die Felswände schier unendlich in den Himmel und mittendrin steht plötzlich die im Jahre 1887 erbaute Grasleitenhütte (2134 m). Dieser Schutzhütte sollte man unbedingt einen Besuch abstatten, denn die ausschließlich aus Holz gefertigte Inneneinrichtung sowie der freistehende Kachelofen, lässt die lange Geschichte der Grasleitenhütte wieder erwachen. Der weitere Abstieg führt hoch über der Schlucht auf einer Terrasse hinunter in Bärenloch, wo wir auf den Aufstiegsweg zur Tierser Alpl Hütte treffen. Die Rundtour neigt sich nun langsam dem Ende und wir folgen dem Steig Nr. 3 talauswärts durch das Tschamin Tal bis zum Naturparkhaus, das zu einem Besuch einlädt. Bis zum eigentlichen Ausgangspunkt bzw. Parkplatz sind es dann nur noch wenige Minuten.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit der Bahn bis Bozen/Hauptbahnhof. Anschließend mit dem Bus (SAD Nahverkehr AG) bis St. Kathrein (Völser Aicha). Umsteigen und mit dem Bus (Silbernagl Anton KG) nach Tiers bzw. Weißlahnbad. Weitere Infos unter: www.sii.bz.it

Anfahrt

Von Norden und Süden auf der mautpflichtigen Brennerautobahn A23 bis zur Ausfahrt Bozen Nord. Anschließend in Richtung Norden auf der Brennerstaatsstraße SS12 bis Blumau. Weiter auf der SP 24 in Richtung Völs a. Schlern. Schon nach wenigen Kilometern zweigen wir rechts in Richtung Tiers ab. Auf der Landesstraße bis Tiers. Wir durchfahren die Ortschaft bis wir zur bekannten Kirche St. Zyprian gelangen. Hier zweigen wir links ab und fahren hinauf nach Weißlahnbad. Vorbei an den letzten Gasthöfen und Hotels, erreichen wir den gebührenfreien Parkplatz.

Parken

Wenige Minuten vor dem Naturparkhaus (Grube) befindet sich ein ausgewiesener kostenloser Parkplatz.

Koordinaten

DD
46.478575, 11.559648
GMS
46°28'42.9"N 11°33'34.7"E
UTM
32T 696480 5150406
w3w 
///typisch.angesetzt.blaumeise
Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Ladurner, C. (2007): Klettersteige in Südtirol für Fortgeschrittene. blv-Verlag (Hrsg.). 2. Aufl.; München, 131 S. Ladurner, C. (2007): Klettersteige für Könner. Athesia Verlag (Hrsg.). Bozen, 136 S.

Kartenempfehlungen des Autors

Tabacco-Karte Nr. 06, Val die Fassa e Dolomiti Fassane, 1:25.000

Buchtipps für die Region

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Ausrüstung

Neben einer guten Bergausrüstung (Bergschuhe mit gutem Profil, Sonnenschutz, warme Jacke, Regenschutz usw.) ist die Mitnahme eines Klettersteigsets inkl. Helm und Handschuhe Voraussetzung.

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Bewertungen

5,0
(2)
Chri Schi 
Vorgestern · Community
Schaut sehr, sehr toll aus, diese Runde - werde ich mir auf jeden Fall mal merken und auf die "möchte ich noch machen"-Liste setzen :-)
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Karin Leichter 
Der Laurenzi-Klettersteig wurde 2016/2017 genaralsaniert. Dabei wurde mehr Strecke versichert als vorher, sodass der Klettersteig nun wesentlich sicherer zu begehen ist.
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Fotos von anderen


Bewertung
Schwierigkeit
C/D schwer
Strecke
23,8 km
Dauer
8:45 h
Aufstieg
2.400 hm
Abstieg
2.400 hm
Höchster Punkt
2.887 hm
Tiefster Punkt
1.180 hm
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