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Bergtour empfohlene Tour

Wurmtaler Kogel - über das Taschachhaus ins Kaunertal

· 1 Bewertung · Bergtour · Ötztaler Alpen
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ÖAV Alpenverein Innsbruck Verifizierter Partner  Explorers Choice 
  • Nach der Bahnfahrt nach Imst, geht es mit dem Postbus nach Mittelberg im Pitztal.
    Nach der Bahnfahrt nach Imst, geht es mit dem Postbus nach Mittelberg im Pitztal.
    Foto: Josef Essl, ÖAV Alpenverein Innsbruck
m 3000 2500 2000 1500 25 20 15 10 5 km
Der Offenbacher Höhenweg reicht bis in das hochalpine Gelände auf über 3200 m und bietet dabei Ausblicke zu den höchsten Gletscherbergen in den Ötztaler Alpen. Es müssen bei dieser Bergtour weitläufige Gletschervorfelder und mit dem Riffelferner und dem Gletscherrest des Hint. Ölgrubenferners zwei Gletscher überwunden werden. Der Anstieg zum Wurmtaler Kogel verläuft über einen Grat, der Trittsicherheit verlangt. Das Taschachhaus bietet eine angenehme Unterkunft, um die Bergtour auf zwei Tage aufteilen zu können. 

Den Abstieg ins Kaunertal sollte man mit einer zusätzlichen Wanderung über das "Wannet" ausdehnen. Imposant ist dabei der Blick auf den Gepatschferner, dem mittlerweile größten Gletscher der Ostalpen (inkl. Einzugsgebiet auf Südtiroler Boden). 

schwer
Strecke 29,4 km
11:45 h
2.250 hm
2.060 hm
3.228 hm
1.740 hm
Von Mittelberg führt der Anstieg ein Stück über die Schipiste (= Forststraße) und dann über einen Steig zum Riffelsee. Über sanftes Gelände mit einzelnen Geländestufen und einem weitläufigen Gletschervorfeld gelangen wir zum Riffelferner, den wir spaltenfrei von rechts nach links durchqueren. Über einen steilen kurzen Gratverlauf erreichen wir den aussichtsreichen Wurmtaler Kogel (3228 m). Der Abstieg erfordert kurz etwas Trittsicherheit, bevor der Steig in das Becken des "Eiskasten" führt. Über schönes und kupiertes Gelände und dem Blick auf die Wildspitze mit ihren Trabanten gerichtet, erreichen wir das schön gelegene und gänzlich sanierte Taschachhaus.

Mit dem letztmaligen Blick auf den Taschachferner und die gewaltige 1850er-Moräne, steigen wir am zweiten Tag anfangs unschwierig über leicht verblocktes Gelände (= Gletschervorfeld) bis kurz unterhalb des Ölgrubenjochs auf. Der kurze steile Anstieg zum Joch erfordert jedoch Trittsicherheit. Die Querung des kleinen und spaltenlosen Gletschers ist unschwierig.

Schön ist der Abstieg über die Ölgrube ins Kaunertal. Besonders beeindruckend ist während des Abstieges der  imposante Blockgletscher. Um die Bergtour etwas zu verlängern, sollte die Wanderung in die "Wannet" etwas verlängert werden. Grandios ist der Blick auf den spaltenzerrissenen Gepatschferner. Über den so genannten "Fernergarten" erreichen wir den Talboden mit der Gletscherstraße. Kurz auf der Straße und dann über einen Traktorweg erreichen wir das Gepatschhaus.

Autorentipp

Die Überschreitung bietet sich im Frühherbst sehr gut an, da es ansonsten Platzprobleme auf dem Taschachhaus geben könnte. Eine Reservierung sollte am Taschachhaus unbedingt vorgenommen werden.
Profilbild von Josef Essl
Autor
Josef Essl
Aktualisierung: 16.08.2015
Schwierigkeit
schwer
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Gefahrenpotenzial
Höchster Punkt
Wurmtalerkogel, 3.228 m
Tiefster Punkt
Mittelberg/Bushaltestelle, 1.740 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Exposition
NOSW

Wegearten

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Sicherheitshinweise

Der Riffelferner ist nach wie vor ein ausgedehnter Gletscher, der nur sehr wenige Spalten im Aufstiegsbereich aufweist. Dennoch sollte eine Gletscherausrüstung mitgeführt werden. Für den Hint. Ölgrubenferner ist keine Ausrüstung notwendig. Etwas problematisch könnte die Querung des Riffelferners in den Sommermonaten sein, wenn dieser blank ist. Leichtsteigeisen oder Spikes von Snowline (www.kochalpin.at) sollten mitgeführt werden.

Der Gratanstieg zum Wurmtaler Kogel als auch der kurze Gratabstieg erfordern Trittsicherheit. 

Durch den Rückzug des Gletschers, steilt sich das Gelände zum Ölgrubenjoch im letzten Abschnitt auf, wodurch Trittsicherheit notwendig ist.

Achtung: Die Biwakschachtel am Wurmtaler Kogel befindet sich in einem katastrophalen Zustand und ist für einen Aufenthalt bzw. eine Übernachtung nicht geeignet.

Weitere Infos und Links

Riffelseehütte (2293 m/DAV): Tel. +43/(0)664/3950062, E-mail: info@riffelseehuette.at, www.hotel-anita.com, geöff. von Mitte/Ende Juni bis Mitte/Ende September

Taschachhaus (2434 m/DAV): Tel. +43(0)664/1384465, E-mail: office@taschachhaus.com, www.taschachhaus.com, geöff. von Mitte Juni bis Mitte/Ende September

Gepatschhaus (1928 m/DAV): Tel. +43/(0)664/4319634, E-mail: info@gepatschhaus.at, www.gepatschhaus.at, geöff. von Mitte Juni bis Mitte/Ende September sowie ab Mitte Oktober bis Ende November an den Wochenenden.

 

Start

Pitztal/Mittelberg/Bushaltestelle (1740 m) (1.733 m)
Koordinaten:
DD
46.958286, 10.876547
GMS
46°57'29.8"N 10°52'35.6"E
UTM
32T 642774 5202237
w3w 
///etagen.fähige.knappen
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Ziel

Kaunertal/Gepatschhaus (1928 m)

Wegbeschreibung

1. Tag

Von der Bushaltestelle am Ende von Mittelberg (= Eingang in das Grießtal, 1740 m) folgen wir der Forststraße zur Talstation der Gletscherbahn, passieren diese, queren eine Brücke und steigen über einen steilen Weg hinauf zur Forststraße. Nach kurzer Zeit erreichen wir die Taschachalm (1796 m) und folgen der Forststraße (= Schipiste) immer steiler werdend hinauf in Richtung Riffelseehütte. Nach einigen Kehren, verlassen wir die Straße und zweigen linkerhand ab und steigen über den Steig Nr. 926 zum Riffelsee (2234 m) auf. An dessen Südufer wandern wir auf dem Panoramaweg in westliche Richtung und steuern schließlich das weitläufige und durchwegs sanfte Hochtal an. Über schön kupiertes Gelände erreichen wir "Die Locher", bevor wir das weitläufige Gletschervorfeld betreten. Hier zeigt sich, in welchem Ausmaß sich die Gletscher in den letzten 100 Jahren zurückgezogen haben. Markierungen und Steinmänner leiten den Anstieg zum nördlichen und durchwegs wenig steilen Teil des Ferners. In einem weiten Linksbogen steuern wir den markanten Gratrücken des Wurmtaler Kogels an. Auch wenn der Gletscher ziemlich spaltenarm ist, sollte dennoch eine Gletscherausrüstung mitgeführt werden. Problematisch kann insbesondere in den Sommermonaten die starke Ausaperung sein, wodurch sich der Gletscher dann blank präsentiert. Leichtsteigeisen oder Spikes von Snowline (www.kochalpin.at) sind dann für eine Querung bestens geeignet. Haben wir den Gratrücken erreicht, verlassen wir auch den Gletscher. Steil und etwas ausgesetzt leiten Holzstangen hinauf zum 3228 m hohen Gipfel des Wurmtaler Kogels. Die Aussicht auf die Gletscherwelt rund um die Wildspitze ist grandios und bietet durchaus Westalpencharakter. Vom Gipfel folgen wir dem anfangs steileren Grat in östlicher Richtung, der aber schon bald in einen breiter ausladenden Rücken übergeht. Der Steig führt uns anfangs über steilere Hänge in zahlreichen Kehren talwärts in den Kessel des "Eiskastens". Vorbei an einem wunderschönen hochalpinen See, folgen nun immer wieder kurze Anstiege, bevor wir in direkter Linie das Taschachhaus ansteuern. Zuletzt führt der Steig Nr. 926 in südlicher Richtung ein Stück in das Sexegertental, bevor er in einem Bogen und den Sexegertenbach querend zum Taschachhaus leitet. Nach gut 6-7 Stunden ist das wunderschön gelegene Taschachhaus erreicht.

2. Tag

Nach einer angenehmen Nacht und einem guten Frühstück, folgen wir dem Steig in südwestlicher Richtung in das Sexegertental, passieren den Sexegertenbach und zweigen anschließend linkerhand in das von Gletschern geformte Hochtal ab. Auf dem Steig Nr. 924 geht es nun durchwegs sanft und über weitläufige Gletschervorfelder hinauf zu einem kleinen See (2849 m), wo sich auch ein Niederschlagsmesser (Ombrometer) befindet. Wir steuern den Steilhang des Ölgrubenjochs an und gelangen mittels einer kurzen, jedoch steilen Querung zum kleinen Gletscher (Firnfeld) unterhalb des Jochs. Unschwierig über leicht verblocktes Gelände erreichen wir das 3050 m hohe Ölgrubenjoch. Bei guten Verhältnissen sollte eine Besteigung der Hint. Ölgrubenspitze ins Auge gefasst werden, wobei dann aber nicht nur der Ölgrubenferner gequert werden muss, sondern auchTrittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig sind. Der Abstieg ins Kaunertal führt zu Beginn auf einem Steig durch ein durchwegs steiles und verblocktes Gelände talwärts. Schon bald werden die Hänge etwas flacher und auch die Kargheit der Landschaft wird durch immer grüner. Bereits den Blick auf das Gepatschhaus gerichtet, sollten wir am Ende des gewaltigen Blockgletschers bei der Wegtafel nach links abbiegen und die Wanderung in die "Wannet" fortsetzen. Eine unbeschreiblich schöne und wilde Landschaft öffnet sich dem Wanderer und Bergsteiger und auch die Dauer des "Umweges" hält sich in Grenzen. Nach einem ca. 100 Höhenmeter-Anstieg, stehen wir oberhalb eines Plateaus und blicken auf den gewaltigen Gepatschferner, der mittlerweile der größte Gletscher der Ostalpen ist, wenn man das südtiroler Einzugsgebiet miteinbezieht. Nur unweit oberhalb des Gletscherstromes zweigt der Steig scharf nach rechts ab (nicht in Richtung Rauhekopf Hütte gehen) und führt nun talauswärts und oberhalb der mächtigen 1850er-Gletschermoräne in Richtung Talboden. Mit Tiefblicken in das Bachbett mit den gewaltigen abgeschliffenen Felswänden, erreichen wir schon bald die Gletscherstraße. Wir folgen dieser ein kurzes Stück talauswärts, zweigen dann aber linkerhand zur Gepatsch Alm (1903 m) ab. Nach wenigen Metern auf der Forststraße sogleich wieder rechts und nun geradeaus in Richtung Norden erreichen wir das auf einer Anhöhe stehende Gepatschhaus (1928 m). Nach einer Stärkung folgen wir der Fahrstraße ein kurzes Stück hinunter zur Gletscherstraße, wo sich auch die Bushaltestelle in Richtung Prutz befindet. 

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Eine Überschreitung vom Pitztal ins Kaunertal über das Ölgrubenjoch, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut und problemlos machbar!

Mit der Bahn von Westen oder Osten kommend bis zum Bahnhof Imst (www.oebb.at). Anschließend mit dem Postbus 4204 ins Pitztal bis zur Endhaltestelle in Mittelberg der Gemeinde St. Leonhard.

Die Rückfahrt aus dem Kaunertal erfolgt von der Bushaltestelle Gepatschhaus (Postbus Nr. 4232) bis zur Haltestelle Prutz/Postamt (umsteigen). Weiter mit dem Postbus Nr. 4218 bis zum Bahnhof Landeck/Zams. Vom Bahnhof Landeck/Zams gibt es zahlreiche Anschlusszüge.

Anfahrt

Da es sich um eine Überschreitung handelt, ist eine Anreise mit dem PKW nicht sinnvoll.

Koordinaten

DD
46.958286, 10.876547
GMS
46°57'29.8"N 10°52'35.6"E
UTM
32T 642774 5202237
w3w 
///etagen.fähige.knappen
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Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Buchempfehlungen des Autors

Klier, W. (2002): Ötztaler Alpen (für Wanderer, Bergsteiger und Kletterer) - Alpenvereinsführer. Bergverlag Rother (Hrsg.). 13., überarbeitete Auflage; München, 477 S.

Kartenempfehlungen des Autors

Alpenvereinskarte Nr. 30/2: Ötztaler Alpen "Weißkugel", 1:25.000 Alpenvereinskarte Nr. 30/6: Ötztaler Alpen "Wildspitze", 1:25.000

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Kartentipps für die Region

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Ausrüstung

Neben einer normalen Bergausrüstung (gute Bergschuhe, warme Jacke, Sonnenbrille, Mütze, Handschuhe) sollte auch eine Gletscherausrüstung sowie Leichtsteigeisen oder Spikes für die Querung des Riffelferners mitgeführt werden.

Fragen & Antworten

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Bewertungen

5,0
(1)
Martin Krimm
21.09.2014 · Community
Sehr schöne Tour für trittsichere und konditionell fite Bergsteiger. Die Länge des ersten Tages (Mittelberg-Wurmtaler Kopf-Taschachhaus) beachten und rechtzeitig anreisen, wir sind 7 Stunden gelaufen.
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Gemacht am 18.09.2014

Fotos von anderen


Bewertung
Schwierigkeit
schwer
Strecke
29,4 km
Dauer
11:45 h
Aufstieg
2.250 hm
Abstieg
2.060 hm
Höchster Punkt
3.228 hm
Tiefster Punkt
1.740 hm
Etappentour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit Geheimtipp Gipfel-Tour Grat Von A nach B

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