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Bergtour

Von Wolkenstein über Sass Rigais und Seceda bis nach St. Ulrich

Bergtour · Gröden Dolomiten
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Dieter W
Karte / Von Wolkenstein über Sass Rigais und Seceda bis nach St. Ulrich
m 3000 2500 2000 1500 1000 20 15 10 5 km

Keine Jedermann-Tour, sondern eher für Ambitionierte:

Von Wolkenstein über Daunei und Regensburger Hütte zur Geislerspitze + anschließende lange Wanderung über die Seceda bis nach St. Ulrich.

Anforderungen: V.a. reichlich Kondition, sonst machts keinen Spaß. Klettersteig im Aufstieg durch das Wasserrinnental mäßig schwierig, Abstieg auf der Südwestseite leichter. Kombination aus Kletterei und eher entspannter Wanderei in der 2. Hälfte.

Mögliche Zwischenstationen: Regensburger Hütte (2040m), Pieralongia-Hütte (2290m), Seceda-Bergstation (2453m).

schwer
Strecke 23,1 km
9:30 h
2.000 hm
2.300 hm
3.025 hm
1.227 hm

Tourdaten:

Datum: Di, 26.06.2018

Start 9:22 in Wolkenstein, Ende 18:50 in St. Ulrich (den zusätzlichen Weg zur Unterkunft habe ich nicht veröffentlicht ;-). Etwa 90min für Gipfelaufenthalt + sonstige Pausen.

Aber Vorsicht: die angegebene Zeit schafft man nur in wirklich guter körperlicher Verfassung. Abkürzungen und Varianten sind natürlich möglich, dazu gibt es auf dieser Plattform jede Menge Vorschläge.

Die angegebenen Höhenmeter sind barometrisch bestimmt.

Klettersteigset hatte ich zugunsten Geschwindigkeit keines dabei, und gefährlich exponiert empfand ich das Gelände auch im schwierigeren Ostanstieg nicht. Trotzdem natürlich keine Empfehlung!

Ausführliche Details zur Strecke unter Wegbeschreibung.

Schwierigkeit
schwer
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Gefahrenpotenzial
Höchster Punkt
Sass Rigais, 3.025 m
Tiefster Punkt
St. Ulrich, 1.227 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Start

Wolkenstein, Nivesplatz (1.539 m)
Koordinaten:
DD
46.556042, 11.755906
GMS
46°33'21.8"N 11°45'21.3"E
UTM
32T 711244 5159520
w3w 
///tuch.stockwerk.tragbare

Ziel

St. Ulrich - tourist info

Wegbeschreibung

Start am Nivesplatz in Wolkenstein auf 1540m Höhe. Von hier aus in nördlicher Richtung zunächst über Weg 17 zum Ortsteil Daunei. Sehr steile Abschnitte! Es gibt einen Ortsbus von Wolkenstein bis zum Parkplatz Sciuz, der zwar nur selten fährt, bei geschickter Planung aber den Einstieg zum Aufstieg erleichtern kann (sofern man das will).

Hinter Daunei auf dem (breiten) Wanderweg 3 (der sich immer wieder abkürzen lässt) zunächst bis zur Juac-Hütte (1905m), anschl. nach einem kurzen Zwischenabstieg (kleiner Weiher) weiter entlang des Cislesbachs zur Regensburger Hütte (2040m). Dieser Teil ist eher etwas monoton und stärker frequentiert, was der nahen Col-Raiser-Bergbahn geschuldet ist.

Für den weiteren Weg zum Sass Rigais muss man die Terrasse der Regensburger Hütte (2040m) queren. Für eine Rast noch zu früh, aber zumindest die Wasserflaschen lassen sich füllen. Dann geht es mit Weg Nr 13 über eine Hochalm direkt hinein in den Nationalpark Puez-Geisler. Es folgen 2 markante Verzweigungsstellen: die erste wird ignoriert, an der zweiten auf 2300m biegt man rechts ab und steigt über eine kleine Schutthalde nach Osten Richtung Wasserrinnental. Kurz danach wirds felsig: hurra, endlich was zum Klettern! Doch der Schein trügt: dieser kurzen Steilstufe folgt ein riesiges Kar aus Schutt und Schneefeldern: das Wasserrinnetal (Val dla Salieries).

Augen zu und durch: auch ohne Stöcke (wie immer zu faul zum Tragen) geht es eigentlich ganz gut, es ist nie zu steil, und den noch reichlich vorhandenen Altschneefeldern auf der linken (westlichen) Seite weicht der Weg großräumig aus. Eventuell liegt hier der Grund für die eklatanten Abweichungen des aufgezeichneten gpx-Tracks im Vergleich zum Wegverlauf nach Karte. Sinnvoll ist es jedenfalls, sich nicht zu dicht an die Felswände zu begeben: während des Aufstiegs kräftiger Steinschlag linksseitig, da hätte auch ein Helm nichts mehr genutzt.

Trotz allem: Die Atmosphäre zwischen den steil emporragenden Felswänden links und rechts ist sehr speziell und entschädigt ein wenig für die Mühen.

Am oberen Ende bei der Salieriesscharte angelangt befindet man sich schon auf 2700m Höhe. Viel an Klettersteig kann bei 300Hm bis zum Gipfel nicht mehr kommen, und zunächst geht es ungesichert in mäßig schwierigem Gelände weiter nach oben. Dann endlich klettersteigwürdige längere gesicherte Abschnitte, durchaus steil und exponiert, subjektiv aber auch ohne Klettersteigset nie allzu riskant.

Eine interessante Stelle ist im Gedächtnis geblieben: ein kurzer Zwischenabstieg mit einem notwendigen "Spagat"-Schritt über einen etwa 2m tiefen Einschnitt. Wirklich schwierig war der schneebedeckte Übergang von einer ungesicherten Stelle zu einer Seilsicherung, zum Glück aber umkletterbar. Im oberen Teil dann wieder meist ohne Sicherungen und etwas widersprüchlichen Markierungen. Das meist angegebene Niveau "C" fand ich insges. angemessen (auch incl. der ungesicherten Passagen), lediglich bzgl. Länge hatte ich etwas mehr erwartet.

Dann endlich am Gipfel des Sass Rigais (3025m). Blick auf die Uhr: 3h16min seit dem Start in Wolkenstein, wofür trainiert man schließlich das ganze Jahr? Subjektiv kam es mir allerdings deutlich länger vor.

Zum Glück kaum Leute oben + fantastische Fernsicht: 40min sind fast zu wenig, aber die restliche geplante Tour ist noch lang.

Der Abstieg über die Südwestroute ist signifikant leichter und im oberen Bereich fast durchgängig gesichert. Allerdings auch signifikant wärmer, ein Grund mehr für eine Überschreitung in der hier beschriebenen Richtung. Später längeres abschüssiges Gehgelände (schotterig, aber nicht allzu schwierig). Die Einmündung des Klettersteigs von der Mittagsscharte (Villnösser Aufstieg) spielt für diese Tour keine Rolle.

Auf 2500m dann die untere Abzweigung zur Mittagsscharte. Anschl. fast ein bisschen überraschend nochmals eine gesicherte Steilpassage. Im weiteren Verlauf durch Holzbohlen entschärftes schottriges Steilgelande, und schließlich zurück am Verzweigungspunkt, den man ein paar Stunden zuvor schon mal passiert hat. 90min hat der Abstieg bis hierher gedauert, bei konsequentem Gebrauch eines Klettersteigsets muss man aber mehr Zeit einplanen.

Ab jetzt wird es gemütlicher: Den wunderschönen Höhenweg 2B unterhalb der Fermeda zur Pieralongia-Hütte (2290m, mehrere Esel incl. Nachwuchs) kann man wirklich nur empfehlen: nicht so überlaufen wie weiter unten näher zur Seilbahn, und eine wunderbare Kombination aus Hochalm und ein paar bizarren Felsen. Eigentlich hat mir die gesamte Alm auf dieser Seite des Grödentals besser gefallen als die Seiser Alm gegenüber.

Nach der Hütte weiter Richtung Seceda. Aus Interesse habe ich mir den kurzen Anstieg zur Panascharte (2444m) gegönnt: der mögliche Abstieg von hier ins Villnößtal sieht abenteuerlich steil aus. Es folgt eine kurze Kammwanderung mit einem Schlussanstieg zur Seceda (2517m). Ein Vorteil der langen Tour: nach 16:00 sind nicht mehr so viele Leute oben, weil die meisten Seilbahnen ihren Betrieb ziemlich zeitig einstellen. Jedenfalls hat es sich gelohnt: auch von hier fantastischer Fernblick und dazu ein 360°-Rondell mit Profil und den Namen aller sichtbaren Berge - wirklich sehr schön.

Von nun an geht es bergab: zunächst zur Bergstation der Seceda-Seilbahn. Von hier aus könnte ich auch ganz locker zu meinem Zielort St. Ulrich schweben, aber dafür bin ich zu geizig ;-). Deshalb an der Sofiehütte vorbei und gleich danach auf einem unschönen Fahrweg bergab. Wenn man Pech hat, verfolgt und überholt einen eine Baumaschine und man wird ordentlich eingestaubt - das ganze Gebiet unterhalb der Seceda sieht teilweise nach Baustelle und ziemlich ausgeräumt aus - Skifahrer bringen eben mehr Geld als die potenziell geizigen (s.o.) Wanderer.

30min unterhalb der Seceda auf 2150m gibt es 2 Hauptabstiegsrichtungen: rechts abbiegen und weiter auf dem Fahrweg (Nr. 2) oder ein paar Meter geradeaus über ein Wiesenstück ansteigen, wo man auf den Weg 6A trifft, der ein paar Meter östlich sich von Weg 6 getrennt hat. Wer noch nicht genug hat, kann auf diesem den Monte Pic (Pitschberg) erklimmen, was aber 200Hm zusätzlich bedeuten. Ich jedenfalls entscheide mich für 6A, ein schönes und angenehm zu laufendes Weglein im Wald. An einer Verzweigung kann man weiterhin dem Weg 6A folgen (rechts abbiegen) oder Weg 20 (geradeaus) wählen. 6A ist minimal kürzer und hat weniger Höhenmeter im Gegenanstieg, bei Weg 20 (der später in Weg 6 vom Monte Pic mündet) muss man nochmal fast 100 Hm hinauf, hat aber den Vorteil, am wunderschönen Aussichtspunkt "Crujeta" (2149m) vorbei zu kommen, wo eine Bank mit klasse Aussicht ins Tal zum Verweilen auffordert. Hier habe ich die schon etwas abendlich wirkende Atmosphäre genossen und meine letzten Vorräte geplündert.

[In vielen Karten ist dieser Punkt fälschlicherweise mit "Balest" bezeichnet, dieser (ebenfalls sehr schöne) Aussichtspunkt folgt aber erst ein gutes Stück unterhalb]

Beim weiteren Abstieg markant: der Aussichtspunkt "Balest", wo man quasi auf einer Felskante stehend einen sehr schönen Blick auf das gesamte Tal des Annabachs von St. Ulrich bis zur Seceda sowie auf die gegenüberliegende Raschötz-Hochalm hat. Folgt man weiter dem Weg 6, so landet man schließlich bei der St. Jakob-Kirche. Kannte ich aber schon von einer kleineren Wanderung ein paar Tage zuvor, und so habe ich das Experiment gewagt, ein paar Gehminuten unterhalb von "Balest" einem schmalen Pfad zu folgen, der ohne Hinweisschild und Markierung rechts abzweigt. Dieser führt immer nahe an der Felskante entlang und mündet nach gut 10min wieder in die ursprünglich geplante Abstiegsroute: einige Minuten eingespart und interessanter als der Normalweg war es auch.

Noch weiter unten dann eine zweite lohnenswerte Variante in Gestalt eines Wegweisers nach rechts zum Annatal. Erstaunlich, dass es hier nochmals einen Steilhang gibt, der in gefühlt 1000 Serpentinen abgestiegen wird. Das ganze Gebiet sah ein bisschen "zerlegt" aus, möglicherweise wurde der Weg im Zuge von Forstarbeiten erst neu angelegt (und ist deshalb (noch) in keiner Karte zu finden). Jedenfalls hat man bei dieser Variante den Vorteil, auf den letzten Metern nach St. Ulrich das als kleines Naherholungsgebiet ausgebaute Annatal zu durchqueren mit kleinen Wasserfällen, reichlich Sitzbänken, einer Kneippanlage und sogar Holz-Hängematten. Dass hier an einem Dienstag Abend bei schönstem Wetter fast niemand unterwegs war - schon seltsam. Am unteren Ausgang befindet man sich dann direkt gegenüber der Talstation der Seceda-Seilbahn, von wo es nur noch ein paar Minuten bergab bis zur Stadtmitte von St. Ulrich sind.

Hinweis


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Koordinaten

DD
46.556042, 11.755906
GMS
46°33'21.8"N 11°45'21.3"E
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32T 711244 5159520
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Ausrüstung

Grundausrüstung für Bergtouren

  • Feste, bequeme und wasserdichte Bergschuhe oder Zustiegsschuhe
  • Kleidung im Mehrschicht-Prinzip mit Feuchtigkeitstransport
  • Wandersocken
  • Rucksack (mit Regenhülle)
  • Sonnen-, Regen- und Windschutz (Hut, Sonnencreme, wasser- und winddichte Jacke und Hose)
  • Sonnenbrille
  • Teleskopstöcke
  • Ausreichend Proviant und Trinkwasser
  • Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster
  • Biwaksack/Survival Bag
  • Rettungsdecke
  • Stirnlampe
  • Taschenmesser
  • Signalpfeife
  • Mobiltelefon
  • Bargeld
  • Navigationsgerät/Karte und Kompass
  • Notfallkontaktdaten
  • Personalausweis

Technisches Equipment

  • Ggf. Kletterhelm
  • Die Listen für die „Grundausrüstung“ und die „technische Ausrüstung“ werden auf der Grundlage der gewählten Aktivität erstellt. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und dienen lediglich als Vorschläge, was du einpacken solltest.
  • Zu deiner Sicherheit solltest du alle Anweisungen zur ordnungsgemäßen Verwendung und Wartung deines Geräts sorgfältig lesen.
  • Bitte vergewissere dich, dass deine Ausrüstung den örtlichen Gesetzen entspricht und keine verbotenen Gegenstände enthält.

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