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Orla Perć - der Adlerweg in der Hohen Tatra

Bergtour · Zakopane
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Georg Pfarl 
  • Hochalm Hala Gasienicowa
    Hochalm Hala Gasienicowa
    Foto: Georg Pfarl, Community
m 2000 1500 1000 500 25 20 15 10 5 km
Über den legendären Adlerweg - eine der beeindruckendsten und anspruchsvollsten Touren der Hohen Tatra
schwer
Strecke 27 km
12:00 h
1.921 hm
1.921 hm
2.291 hm
924 hm
Die komplette Überschreitung des Gratverlaufs des Orla Perć von West nach Ost auf einer Länge von 4,5km zwischen der Zawrat-Scharte und dem Krzyzne-Sattel ist eine großartige Gratüberschreitung, die ihresgleichen in den Alpen sucht. Voraussetzungen sind stabiles Wetter, Kondition, Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit. Seit die Route vom polnischen Bergsteiger und Poeten Franciszek Henryk Nowicki erdacht und zwischen 1903 und 1906 von der Polnischen Tatra-Gesellschaft erbaut wurde, ist der Weg des Adlers 140 Bergsteigern zum Verhängnis geworden. Die schwierigsten Stellen sind mit Ketten und Leitern versichert. Eine durchgehende Sicherung mit Drahtseilen wurde zum Glück nicht umgesezt, sodass die Route ihren klassischen Tatra-Charakter behalten hat. Das bedeutet aber auch, dass an vielen exponierten Stellen keine Fehler gestattet sind. Der Fels ist zwar fest und bietet ausreichend Tritte und Griffe, sodass eine Begehung auch weitgehend ohne Zuhilfenahme der Versicherungen möglich ist, wobei der 2. Schwierigkeitsgrad nie überschritten wird, doch sind vor allem entgegenkommende Bergsteiger und Steinschlag ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Ist man der Route konditionell und technisch gewachsen, gibt es im östlichen Alpenraum wohl nur wenige vergleichbar genussreiche und eindrucksvolle Gratüberschreitungen.

Autorentipp

Beste Jahreszeit ist Anfang Juli bis Ende September.
Schwierigkeit
schwer
Technik
Kondition
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt
Kozi Wierch, 2.291 m
Tiefster Punkt
Zakopane, 924 m
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez

Wegearten

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Sicherheitshinweise

Gute Kondition, Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit sind Voraussetzung! 

Ausreichend Wasser mitnehmen! Im Aufstieg letztes Trinkwasser beim Czarny Staw Gasienicowy, im Abstieg erst wieder beim Czerwony Stawek!

Nur selten kommt es vor, dass man einem der rund 150 Braunbären begegnet, die in der Hohen Tatra leben. Man muss sich nicht vor ihnen fürchten, da sie von Natur aus eher scheu sind und den Menschen instinktiv meiden. Führt einmal doch kein Weg daran vorbei, sollte man sich lautstark bemerkbar machen, um den Tieren die Möglichkeit zu geben, selbst das Weite zu suchen, bevor Sichtkontakt besteht. Falls man doch einmal einem Bären gegenüber steht, sollte man nicht versuchen, die Aufmerksamkeit des Bären zu erregen. Stattdessen sollte man langsam rückwärts gehen und sich auf den Bauch legen. Keinesfalls sollte man schreien oder Steine werfen!

Wildes Campieren ist im Nationalpark Hohe Tatra verboten. Hinterlässt man seinen Zeltplatz ohne Spuren, so wie man ihn vorgefunden hat, spricht aber m.E. nichts dagegen. Solange man etwas abseits der Wege sein Zelt aufschlägt, wird man auch keine Probleme mit den Behörden haben.

Eine echte Plage sind in den Sommermonaten die Mücken und Fliegen. Vom Biwakieren ohne Zelt ist daher dringend abzuraten, weil man sonst kein Auge zumachen und vermutlich wahnsinnig wird.

Weitere Infos und Links

Notrufnummern der Bergwacht Hohe Tatra

  • Polen: TOPR Zentrale 985 oder 601 100 300; TOPR Zakopane +48 18 2063444
  • Slowakei: HZS Zentrale 18300 oder +42 152 7877711; HZS Stary Smokovec +42 152 4422820
  • Euro-Notruf 112

Start

Zakopane (924 m)
Koordinaten:
DD
49.283029, 19.979887
GMS
49°16'58.9"N 19°58'47.6"E
UTM
34U 425810 5459420
w3w 
///mäuse.breiten.anwenden
Auf Karte anzeigen

Ziel

Zakopane

Wegbeschreibung

Die hier vorgestellte Route beeinhaltet zwei Biwaks, wobei Campieren im Nationalpark Hohe Tatra nicht gestattet ist. Siehe hierzu auch die Sicherheitshinweise weiter unten! Alternativ kann man auch in der Berghütte Schronisko Murowaniec übernachten, wobei man im letzten Teil die Tour geringfügig umplanen muss.

Tag 1 (8,5km / 760Hm / 2h15): Startpunkt der Tour ist ist der geschäftige Skiort Zakopane, wo es ausreichend Parkplätze gegen entsprechende Parkgebühr gibt. In Kuznice, dem eigentlichen Startpunkt der Tour, gibt es keine Parkmöglichkeit, es besteht aber ein reger Taxiverkehr zwischen Zakopane und Kuznice, falls man sich den öden 1,5km Asphalthatscher bze. die knapp 100Hm ersparen möchte. Vom Eingang zum Nationalpark (je nach Tageszeit ev. Eintrittsgebühr fällig) auf breitem Weg der gelben Markierung ins Tal Dolina Jaworzynka bis in den Sattel Przetecz miedzy Kopami (ca. 1h). Jetzt weiter entlang der blauen Markierung, teils absteigend, zur Hochalm Hala Gasienicowa und weiter zur Hütte Schronisko Murowaniec (1,5h; 1500m). Falls nicht hier übernachtet wird (Reservierung empfohlen!), weiter der blauen Markierung zum wunderschönen Hochgebirgssee Czarny Staw Gasienicowy auf 1600m folgen (2h). Am Nordufer des Sees gibt es einen Abfluss. Steigt man hier etwas ab, findet man ein paar kleine freie Plätze zum Zelten. Die ausgedehnten Latschenfelder um den See bieten nur wenig andere Möglichkeiten. In Nähe des Weges zu zelten, ist nicht ratsam, da campieren verboten ist. 

Tag 2 (8,5km / 1000Hm / 8h): Am östlichen Seeufer entlang auf blau markiertem Steig zunächst flach, dann immer steiler über einige ausgesetzte Passagen (Ketten, Trittbügel) bis in die Zawrat-Scharte (2159m; 45min).Hier beginnt der Orla Perć und wir folgen ab jetzt bis zum Krzyzne stets der roten Markierung. Zuerst über die Südflanke, dann direkt am Grat, geht es auf den Maly Kozi Wierch (2228m). Nach der Scharte Zmarzla Przelaczka Wyznia ausgesetzte Querung auf die Nordseite der Zmarzle Czuby (Eistürme) und weiter ausgesetzt in den Sattel Zmarzla Przelecz (2179m). Plattig weiter auf ein Band nördlich des Gipfels Zamarla Turnia bis zu dessen östlicher Kante, wo eine Leiter hinab bis in die Scharte Kozia Przelecz (2137m) leitet. Hier gelb markierte Abstiegsmöglichkeit nach Norden. Wir steigen ausgesetzt über Simse und eine weitere Leiter auf die nördliche Gratseite auf den höchsten Gipfel der Ziegentürme, den Wschodnia Kozie Czuby. Abstieg in eine kleine Scharte und durch einen ausgesetzten Kamin auf den höchsten Gipfel der Orla Perć, den Kozi Wierch (2291m). Jetzt etwa 70Hm abwärts zu einer Abstiegsmöglichkeit nach Süden (schwarz markiert). Wir folgen weiter der roten Markierung in eine Querung in der Südflanke und hinauf auf den Grat zum Gipfel der Buczynowa Straznica (2242m). Steil abwärts in eine Scharte mit einer Abstiegsmöglichkeit durch eine steile Rinne nach Norden. Kurzer Abstieg in dieser Rinne, dann Querung nach rechts und bergauf durch einen ausgesetzten Kamin in eine kleine Scharte. Von dieser weiter nach Norden querend, vorbei an einer weiteren Abstiegsmöglichkeit, auf den Gipfel des Zadni Granat (2240m) mit schönem Blick auf den bisherigen Routenverlauf. Jetzt etwas leichter über den Grat zum Posredni Granat (2234m). Dahinter Umgehung einiger Felstürme, Überwindung einer Felskluft und Aufstieg zum Skrajny Granat (2225m). Hier wieder eine Abstiegsmöglichkeit nach Norden (die letzte im weiteren Wegverlauf!). Der Gratverlauf wendet sich jetzt scharf nach Osten mit dem Abstieg in die Scharte Granacka Przelecz (2145m). Sehr exponierte Querung auf der Nordseite, Wiederaufstieg auf den Grat und lange Querung durch die Südflanke unter der markanten Felsspitze Wielka Buczynowa Turnia (2184m). Nach ein paar letzten ausgesetzten und etwas heiklen Passagen unterhalb der Scharte Buczynowa Przelecz Abstieg zum Sattel Krzyzne (Kreuzsattel; 2112m). Hier endet der Orla Perć. Steiler und mühsamer Abstieg durch Schuttfelder nach Nordwesten in das Panszczyca-Hochtal. Weiter durch eine Latschenzone zum kleinen See Czerwony Stawek (1695m). Hier eventuell Möglichkeit zum Zelten, allerdings aufgrund der Latschen sehr eingeschränkt. Sonst weiter nach Norden mit kurzem Anstieg über eine Flanke. Um diese herum und kurz nach Westen bis zur Querung eines Baches (1550m). Dem Bachverlauf etwa 50m bergan gibt es einen kleinen, zum Zelten geeigneten Platz.

Tag 3 (8km / 140Hm / 1h45): Auf sehr schönem, mit großen Felsplatten gepflasterten Pfad durch Latschen und Eschen nach Westen in ein Hochtal absteigen. Kurzer Gegenanstieg zur Schronisko Murowaniec (1500m). Jetzt auf bekanntem Weg nach Norden bis in den Sattel Przetecz miedzy Kopami, nun aber nicht dem Aufstiegsweg nach Westen folgen, sondern weiter nach Norden und mit schönem Blick in die Ebene einem Kammverlauf folgend in einen Sattel. Von hier weiter nach Westen zum Boczan (1208m), scharfe Rechtskurve und Abstieg durch den Wald nach Kuznice. Zurück zum Parkplatz in Zakopane per pedes, Taxi oder Droschke.

Hinweis


alle Hinweise zu Schutzgebieten

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit dem PKW von Wien 409km / 5h

Koordinaten

DD
49.283029, 19.979887
GMS
49°16'58.9"N 19°58'47.6"E
UTM
34U 425810 5459420
w3w 
///mäuse.breiten.anwenden
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Anreise mit der Bahn, dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad

Ausrüstung

Standard-Bergausrüstung (Goretex-Jacke, Fleece-Jacke, Stirnlampe, Biwaksack, Erste-Hilfe-Ausrüstung, etc.). Feste Bergschuhe. Klettersteig-Set oder Seil sind nicht erforderlich. Ev. Helm und Klettersteighandschuhe.

Fragen & Antworten

Frage von Fabian Schmick · 03.07.2020 · Community
Meine Frage hat zwar nicht viel mit der Tour zu tun, aber mit welcher Kamera hast du die Fotos aufgenommen? Die Bilder sind ja unglaublich.
mehr zeigen
Antwort von Georg Pfarl  · 24.01.2021 · Community
Sämtliche Fotos wurden mit einem iPhone8 aufgenommen

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Schwierigkeit
schwer
Strecke
27 km
Dauer
12:00 h
Aufstieg
1.921 hm
Abstieg
1.921 hm
Höchster Punkt
2.291 hm
Tiefster Punkt
924 hm
Rundtour aussichtsreich Einkehrmöglichkeit geologische Highlights Kultur Gipfel-Tour ausgesetzt versicherte Passagen Kletterstellen Grat botanische Highlights faunistische Highlights

Statistik

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