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Sarntal

Brauchtum im Gebrauch

Wer ins Sarntal gelangen möchte, muss zuerst eine tiefe Klamm passieren. In engen Kurven zwängt sich die Straße an zerklüfteten Felsen vorbei und bohrt sich durch zahlreiche Tunnels.

Doch plötzlich weitet sich das Tal, macht ausgedehnten Wiesen und Wäldern Platz. Eine packende Kulisse aus zahllosen Berggipfeln umrahmt es in all seiner Länge, von der Sarner Schlucht bis zum Penser Joch. Somit abgeschottet von jeglicher Hast, schlummert eines der ursprünglichsten Flecken Südtirols.

Ein Sarner, so heißt es, ist schlagfertig und humorvoll, heimatverbunden und traditionsbewusst. Dem Trachtgewand gebührt folglich besondere Wertschätzung. Die Frauen binden bunte Schürzen und schnüren bestickte Mieder. Männer tragen Lederhosen und den typischen „Sarner Jangger“, die Strickjacke aus derber Wolle. In Kombination mit den traditionellen Lodenhosen schnallen sie sich einen federkielbestickten Gurt um die Hüften.

Die Federkielstickerei ist eine über 200 Jahre alte Handwerkskunst, die im Sarntal noch Ausdruck findet. Auch Drechseln, Weben, Körbeflechten und Pfeifenschnitzen sind hier noch unvergessen. Und in der Küche werden nach uraltem Rezept die „Striezl“ gebacken. Deren Herstellung ist schwierig und zeichnet eine gute Bäuerin aus. Wo sich die Zeiger der Uhr etwas langsamer drehen, ist Tradition und Brauchtum eben noch Teil alltäglichen Lebens.

In der Küche ist mittlerweile auch die Sarner Latsche vertreten. Vom Pesto bis zur Körpercreme – die Anwendungsbereiche der ältesten medizinisch genutzten Pflanze des Tals sind unerschöpflich. Die Kiefern der Latsche sind Spiegelbild für Kraft und Widerstand gegen die oft derbe Natur des alpinen Raums. Natur, Stärke, Reinheit. Der harzig-herbe Durf des Nadelgehölzes legt sich zusammen mit einem dichten Geflecht von Alpenrosen über das gesamte Tal und begleitet Wanderer auf ihrem Weg.

Zum Beispiel zum Durnholzer See oder nach Reinswald. Ganzjährig stehen auf der „Groaßn Reisch“ still und stumm viele hundert „Stoanerne Mandln“. Sie erzählen von einer Zeit in der die Hexen noch ihr Unwesen trieben, schenkt man den Sagen Glauben, und tauchen die Umgebung in mystisches Flair.