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Historische Stätte

Burgruinen Kraiger Schlösser

Historische Stätte · Frauenstein · 706 m
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  • Niederkraig
    Niederkraig
    Foto: Gerhard Cerne, CC BY, Mittelkärnten

In Privatbesitz

Nie erobert und Wirbel um ein Hakenkreuz

Das Ensemble der Kraiger Schlösser besteht aus mehreren Teilen: Niederkraig, Hochkraig (auch Altkraig genannt) und einem zwischen den beiden Ruinen verlaufenden Aquädukt.

Hochkraig, die ältere der beiden Burgen, wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Südlich davon lag auf einem niedrigen Felsrücken die Burg Niederkraig. Ein Rundturm davon wurde 1730 zur Johannes-Nepomuk-Kapelle umgebaut. Eine erste urkundliche Erwähnung findet man aus dem Jahr 1091 mit "Dietricus de Kriwig", der als Stammvater der Herren von Kraig galt. Auch die Umgebung wurde als "Chriwich“ bezeichnet, woraus sich der Ortsname Kraig entwickelte. Die Kraiger Burgen waren wehrtechnisch bestens ausgestattet, sie wurden nie ernstlich angegriffen oder erobert. Nach dem Aussterben der Herren von Kraig wechselten zahlreiche Besitzer. Hochkraig wurde ab dem17. Jahrhundert nicht mehr bewohnt, in Niederkraig gab es noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts Dienstbotenunterkünfte. Danach waren die beiden Burgen dem Verfall Preis gegeben. Seit 1822 gehören die umliegenden Wälder mit den beiden Ruinen den Grafen Goess. Die Ruinen stehen heute unter Denkmalschutz und sind aus Sicherheitsgründen nicht begehbar. Mitten im Wald stößt man auf ein imposantes, noch bis zu 10 Meter hohes mittelalterliches Aquädukt, der wahrscheinlich eine Holzrohrleitung trug und Quellwasser vom westlich höheren Berghang nach Niederkraig trug.

Für unzählige Diskussionen sorgte ein Hakenkreuz am Bergfried von Hochkraig. 1934, im Jahr des gescheiterten Putsches österreichischer Nationalsozialisten, wurde ein 8 mal 8 Meter großes Hakenkreuz in das äußere Mauerwerk des Turmes eingearbeitet. Nach dem 2. Weltkrieg ließ der Besitzer es großflächig übermalen. Es geriet in Vergessenheit, bis 2011 im Zusammenhang mit Sanierungsarbeiten Bäume vor dem Bergfried gefällt wurden und das Kreuz, dessen Übermalung sich aufgelöst hatte, wieder groß zu sehen war. Knapp darunter waren auch noch Teile des Schriftzuges „Heil Hitler“ zu erkennen. Laut Gesetz sind solche Zeichen und Schriften verboten. Der Besitzer und auch der Pächter des Turmes verwiesen auf die Gefahr des Einsturzes bei Restaurierungsarbeiten. Das Bundesdenkmalamt teilte diese Befürchtungen und schlug vor, eine erklärende Tafel aufzustellen. Der Eigentümer wollte dies nicht, denn er befürchtete einen Ansturm von Personen mit radikalem Gedankengut. 2014 forderte das Mauthausenkomitee Österreich die Entfernung des Hakenkreuzes. Eine Sicherung und Einrüstung des Turmes war ein extremer Kostenfaktor, weshalb der Besitzer die Idee eines Unternehmens vorschlug, eine Reinigung per Sandstrahler mithilfe eines Ballons durchzuführen. Nach einigen Rechtsstreitigkeiten um die Frage, wer die Entfernung des verhängnisvollen Symbols zahlen solle – der Besitzer oder Land und Bund – wurde es 2019 im Zuge einer Mauerkronensanierung fensterförmig umgestaltet bzw. übermalt. Auch der Schriftzug „Heil Hitler“ wurde dabei übertüncht.

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Autor
Tourismusregion Mittelkärnten
Aktualisierung: 15.11.2022

Koordinaten

DD
46.798209, 14.347973
GMS
46°47'53.6"N 14°20'52.7"E
UTM
33T 450242 5182946
w3w 
///ausgereift.rege.ziel
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Obermühlbach
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