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Sentres Magazin – Sport & Touren

Zum Thema Höhenmeter

Es gibt allerdings Zeitgenossen, die nehmen das Thema ziemlich ernst, ist es doch ein Gradmesser für sportlichen Erfolg, Geschwindigkeit, Leistung und Präzision. Wir gehören dazu.

Das beginnt mit einer einfachen Unterscheidung: Höhendifferenz und Höhenmeter. Als Höhendifferenz sehen wir den vertikalen Unterschied zwischen dem Startpunkt einer Wanderung und dem höchsten Punkt derselben. Die Höhenmeter hingegen sind die Summe aller Steigungen, die sich auf einer Wanderung ergeben. Man kann natürlich auf einer Wanderung eine Höhendifferenz von 500 Metern bewältigen, indem man an einem Ort startet, der auf 500m über Normalnull liegt und auf einen Hügel steigt, dessen Gipfel 1000m hoch ist. Wenn aber zwei kleine Pässe dazwischenliegen, werden es schnell mal 1000 Höhenmeter. Und 1000m hochsteigen ist anstrengender als 500m. Wieder heruntergehen ist manchmal auch anstrengend und wenn die zwei kleinen Pässe noch mal zu bewältigen sind, sind wir bereits bei 1500 Hm. Aus einem längeren Spaziergang ist inzwischen eine veritable Wanderung geworden.

Das klingt jetzt alles ganz einfach, aber etwas komplizierter darf es schon sein. Denn wie genau kommen diese Höhenmeter denn zustande? Ein einfaches Beispiel: Ein Wanderer geht einen Weg entlang, dieser Weg führt flach dahin. Aber alle 5 Meter liegt ein Stein auf dem Weg, jeder 25 cm hoch. Der Wanderer nimmt es gelassen und steigt einfach darüber. So geht es einen flachen Kilometer dahin. Am Ende des Weges hat er eigentlich null Höhenmeter bewältigt, oder?
Aber wenn der Wanderer ein hochpräzises Gerät zur Höhenmessung hinter sich herzieht, also über jeden Stein, dann hat er am Ende eigentlich 50 Höhenmeter auf der Anzeige stehen. Aber war das Gelände nicht eigentlich flach? Um solchen “falschen” Höhenmetern vorzubeugen haben die meisten Höhenmessgeräte, z. B. Sportuhren oder ähnliches, einen Schwellwert, ab dem die geleisteten Meter nach oben erst in die Berechnung der Gesamtmeter einbezogen werden. Dies können zwei Meter sein, oder auch fünf, das ist Herstellerabhängig.

Der Kartographie von sentres ist das frei zur Verfügung stehende Höhenmodell der Provinz Bozen (Landesamt für überörtliche Raumordnung) zugrunde gelegt. Mit der Datenerfassung mittels Laserscanner aus 2004 verfügt Südtirol über einmalig genaue Höhenangaben mit Abweichungen von 25 bis max. 55 cm. Dies ist wunderbar und lässt die sentres Karte sehr plastisch aussehen. So erkennt man in der Karte nicht nur sehr genau das Geländerelief, sondern z.B. auch Baugruben und erhöhte Straßenausfahrten. Weniger nützlich ist diese Präzision aber bei der Berechnung des Höhenprofils.

Wie kommt jetzt der Wanderweg oder die Radroute mit Höhenprofil und Streckenlänge in die sentres Karte? Dazu wird der Wegverlauf der Route als Abfolge von hintereinander liegenden Punkten benötigt. Das ist, als würde man beim Wandern alle paar Meter einen Kieselstein fallen lassen und so die Route markieren. Ein GPS Gerät macht genau das. Es markiert die Route in regelmäßigen Abständen, sozusagen mit digitalen Kieselsteinen, indem es die aktuelle Position in eine Tabelle schreibt. Zusätzlich schreibt das Gerät die genaue Zeit und die Höhe in die Tabelle. Man kann noch mehr damit machen, je nach Hersteller und Gerät.

Um die exakte Position und vor allem die Höhe zu wissen, braucht das Gerät einen guten Empfang von möglichst vielen Satelliten. Wenn man aber im dichten Wald oder nahe an einer Felswand steht, ist der Empfang schlecht und die Daten, vor allem die Höhendaten stimmen oft nicht. Deshalb nehmen wir bei sentres nur die Positionsdaten (unsere digitalen Kieselsteine) und stülpen sie über unsere Karte, weil diese das präzise Höhenmodell des Landes enthält. So liegt jeder Punkt des Wanderweges genau auf einem Punkt der sentres Karte. Der Punkt der sentres Karte hat eine Höhenangabe und gibt die sozusagen leihweise an den Punkt des Wanderweges. Jetzt hat jeder Punkt des Wanderweges auch eine genaue Höhenangabe.

Aber das Problem haben wir immer noch nicht gelöst. Wenn wir zu präzise sind, haben wir mehr Höhenmeter als ein Wanderer als solche erkennen würde (siehe oben). Wenn das Netz hingegen zu weitmaschig ist, werden zu wenig Höhenmeter angegeben. Wir haben also eine Berechnungsmethode eingebaut, die ähnlich funktioniert, wie ein handelsüblicher Höhenmesser und sozusagen nur in größeren Stufen rechnet. Also erst dann, wenn es wirklich zwei oder drei Meter Höhenunterschied gibt, werden sie dazugerechnet. Bei den meisten Wanderungen ergibt sich auf sentres deshalb ein Höhenprofil, wie es auch ein Höhenmessgerät liefern würde. Man sieht, Höhenangaben und Profile sind eher eine Meinung als wissenschaftliche Realität.

Unsere Empfehlung daher: Weniger aufs Höhenmessgerät schauen und mehr auf die schöne Landschaft, die Sicherheit am Berg nicht vernachlässigen und vor allem keinen Müll rumliegen lassen!

Also viel Spaß am Berg
das sentres Team

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