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Sentres Magazin – Sport & Touren

Zum Nachdenken!

Wie gut oder schlecht ausgerüstet, wie gut oder schlecht informiert sind die Tourengeher und Schneeschuhwanderer in Südtirol? Eine Erhebung gibt Aufschluss – und sollte zum Nachdenken anregen.

Vorgestellt wurde die Erhebung bei einem Informationsabend für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer, die der Bergrettungsdienst Bozen vor kurzem abgehalten hat. Der Präsident des Bergrettungsdienstes im AVS, Toni Preindl, gab die aufschlussreichen Daten bekannt. Ziel der Erhebung war es, die Zahl und das Verhalten der Wintersportler im freien Gelände zu ermitteln, um damit die Prävention von Lawinenunfällen bzw. die Organisation von Rettungsmaßnahmen zu verbessern.

30 Prozent Schneeschuhwanderer
2010 führte der Bergrettungsdienst im AVS in Zusammenarbeit mit mehreren anderen Institutionen und Organisationen den ersten Teil der Erhebung durch. An einem Sonntag im Februar wurden an 143 Standorten in Südtirol Skitourengeher und Schneeschuhwanderer gezählt und befragt. Das Ergebnis war höchst interessant. Nicht weniger als 6000 Wintersportler wurden an diesem Tag in den Bergen fernab von den Pisten angetroffen – das ist sehr große Anzahl im Vergleich zu den (Lawinen)-Unfällen, die sich ereignen. Besonders überraschend war aber der Anteil der Schneeschuhwanderer. Sie machten gute 30 Prozent der Wintersportler aus, während 70 Prozent  mit Tourenskiern unterwegs waren.  Die Befragten gaben auch an, wie spät sie zur Tour gestartet waren, und hier war das Ergebnis ebenfalls überraschend. Nur etwa sechs Prozent der Gruppen waren vor 8 Uhr früh gestartet, die meisten zwischen 9 und 10 Uhr. Und: Die Schneeschuhwanderer starten im Durchschnitt noch eine Stunde später als die Skitourengeher.
Diese Daten zeigen, dass der Aufruf zum möglichst frühen Aufbruch nicht unbedingt von allen ernstgenommen wird. Allerdings ergab die Erhebung auch einen positiven Aspekt: Am Stichtag herrschte in weiten Teilen des Landes Lawinenwarnstufe 3 (erheblich), in besonders lawinengefährdeten Zonen wurden daher kaum oder keine Tourengeher verzeichnet. Die Tourengeher verzichten also bei Gefahr doch in der großen Mehrheit auf allzu großes Risiko.

25 Prozent ohne LVS-Gerät
Noch weitaus spannender war die Erhebung, die ein Jahr später, im Februar 2011 durchgeführt wurde. Eine Woche lang wurden Wintersportler an 22 verschiedenen Orten in Südtirol befragt, um eine Art Profil des typischen Wintersportlers zu erhalten. Auch hier waren die Ergebnisse sehr aufschlussreich. So gab rund ein Viertel der Befragten an, den Lawinenlagebericht von diesem Tag nicht zu kennen. Aber auch von jenen, die den Bericht gelesen hatten, wusste nur die Hälfte, welche Warnstufe herrschte. Drei Viertel der Tourengeher hatten ein LVS-Gerät mit dabei, zwei Drittel die Standardausrüstung (mit Sonde und Schaufel). Wenn man die Gruppen in Schneeschuhwanderer und Tourengeher aufteilt, sieht das Bild anders aus. Denn über 80 Prozent der Tourengeher verfügten über die Standardausrüstung, nur rund 14 Prozent der Schneeschuhwanderer waren damit ausgerüstet. Das zeigt, dass in Sachen Information vor allem bei letzterer Gruppe noch Aufholbedarf herrscht.

Gefahren ernstnehmen
Insgesamt ergab die Erhebung, dass 51 Prozent der befragten Tourengeher die Grundkriterien, was Information und Ausrüstung betrifft, erfüllt hatten. Bei den Schneeschuhwanderern waren es nur etwas mehr als acht Prozent. Die Erhebung, die unter www.bergrettung.it abgerufen werden kann, zeichnet vielleicht noch kein wissenschaftlich untermauertes Bild vom typischen Tourengeher. Doch sie regt allemal dazu an, die Aufklärung über winterliche Gefahren zu verstärken bzw. Gefahren- und Sicherheitshinweise ernstzunehmen.

Sicher unterwegs.
Wie die Erhebung ergeben hat, kennen leider sehr viele Tourengeher die aktuelle Lawinen- und Wetterlage nicht. Also unbedingt vor dem Start nachschauen. In den Wintermonaten wird der Lawinenlagebericht jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktualisiert.

Und natürlich die Standartausrüstung in den Rucksack packen. Bei der erstenTour im neuen Winter muss auch grundsätzlich überprüft werden, ob die Batterien im LVS Gerät noch ok sind. Beim geringsten Zweifel, sofort austauschen. Wer noch kein LVS Set, bestehend aus Lawinensuchgerät, Schaufel und Sonde hat, findet im Fachhandel eine gute Auswahl und Beratung. Oder natürlich direkt in den Online-Shops des Sportfachhandels:

Damit steht der Tour ins Wintervergnügen nichts mehr im Wege. Die schönsten Skitouren und Schneeschuhwanderungen finden sich gleich hier auf sentres.

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