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Sentres Magazin – Sport & Touren

Zielemotionen Dolomiti Superbike

Die ersten Fahrer der 60 km Strecke des Dolomiti Superbike kommen in voraussichtlich 10 Minuten ins Ziel. So tönt es lautstark aus den Lautsprechern. Die Anzeigetafel zeigt 02:05 an. Unglaublich, erst etwas mehr als 2 Stunden sind Sie unterwegs.

Die Sonne strahlt, der Himmel liegt wie ein klares, blaues Tuch über dem Ort Niederdorf, die Luft ist rein und gesund. Der Zielbereich füllt sich beachtlich schnell mit Fans und Verwandten der Biker. Die Plätze mit guter Sicht sind weg, sie werden gehütet wie der eigene Augapfel. Neben mir lehnen zwei Kinder Ihre Körper über die Transennen, beugen sich weit vor um die Einfahrt des Siegers nicht zu verpassen.

Platz 1, 2 und 3

Die Stimmen der Moderatoren übertönen die Musik, jetzt scheinen die ersten zu kommen. Ah ja da hinten, ein Punkt. 2:15 Stunden zeigt die Tafel an als der Kolumbianer Chia als erstes über die Ziellinie fährt. Fotoapparate klicken, Zuschauer applaudieren und das Quietschen der Reifen beim Abbremsen ist laut. Ein Lächeln erhellt sein Gesicht. Er blickt zurück. Da sind die nächsten zwei im Zielbereich, ein weiterer Kolumbianer, Namens Botero und der Südtiroler Pallhuber als drittplatzierter. 

Beim Interview überspielen die Moderatoren gekonnt die Schwierigkeiten mit der spanischen Sprache. Die Sieger strahlen. Eine unmissverständliche Geste. Es passt. Mittlerweile erreichen weitere Zweirad-Kämpfer das Ende der Strecke. Der Lärmpegel ist gestiegen. Die Kids neben mir haben begeistert die „Klatschhände“ von Mc Donalds ausgepackt. Über den Lautsprecher hört man Pallhuber erzählen: „ Bis kurz vor dem Anstieg zur Plätzwiese, waren wir zu fünft unterwegs. Eigentlich hat das Rennen dort erst begonnen. Auf einmal zogen die Kolumbianer auf der Steigung davon und waren unmöglich zu kriegen. Irgendwann hat sich Chia abgesetzt.“, erzählt der Südtiroler.

Das ganze Rundherum

Einer nach dem anderen rauscht ins Ziel. Die Verletzungen halten sich in Grenzen.  Ein blutendes Knie, Schürfwunden an Beinen, Armen und Po. Stürze gehören dazu, dieses Rennen ist gefährlich. Hart, und auf der Strecke sicher wenig herzlich. Das Adrenalin in den Adern läßt die Athleten Höchstleistungen erbringen. Nach 2:54 kommt Judith Niederwieser ins Ziel, die Schnellste Frau auf der kurzen Strecke. Und Südtirolerin. Sie schlägt sogar die beste Elitefahrerin Martina Miessgang aus Österreich.

Als mein Held die Ziellinie erreicht, überlasse ich meinen Premiumstehplatz der Dame hinter mir. Aufgeregt wird mir alles erzählt. Vom auf und ab, den Überholmanövern und den Kämpfen auf der Strecke. Dann wird zuerst das Fahrrad und darauf der geschundene Athletenkörper geduscht. Auf dem Festplatz wird es nochmal laut. Nach kurzen 4:25 Stunden erreicht Urs Huber aus der Schweiz das Ziel. Zum 3. Mal wird er heuer Sieger der 110 km langen Strecke.

Zum Schluß die Stärkung.

Es riecht nach Essen. Im Zelt gibt es Pasta für die Fahrer, die schmeckt echt lecker! Das haben sie sich verdient. Allerdings ist es unter freiem Himmel schöner, die Anspannung legt sich. An den Ständen wird geworben und präsentiert. Man bekommt Auskünfte und ich ein neues Radtrikot. Habe ich das verdient? Vielleicht eher nicht, gerne nehme ich es trotzdem.  

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