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Sentres Magazin – Geschichte & Kultur

Wintertage am Ultner Bergbauernhof - Teil Eins

Das Leben auf einem Ultner Bergbauernhof war arbeitsintensiv und entbehrungsreich, doch es hatte auch seine angenehmen Seiten. Klaus Schwienbacher aus Ulten erzählte sentres aus seinem Leben als Bergbauernkind in den Jahren des 2. Weltkrieges.

Keine Elektrizität, keine Zentralheizung, keine elektronischen Unterhaltungsapparate versüssten die Wintertage der früheren Hofbewohner. Besonders die Jüngsten hatten es in der kalten Jahreszeit nicht leicht. Gehorsamkeit den Eltern und der Kirche gegenüber prägte den Alltag der Kinder am Bergbauernhof. Klaus Schwienbacher, selbst gebürtiger Ultner, erzählte sentres mit viel Herzblut und Ausdauer aus seinen Kindertagen auf einem Bergbauernhof im Ultental.

Folgsamkeit
Der Tag begann früh. Bereits um 5 vor halb acht hatten sich die Kinder geschlossen in die Kirche zu begeben und zu setzen. Wer zu spät kam wurde hart bestraft. Auf dem nackten, eiskalten Kirchenboden knieend mußte der oder die Verspäteten ihre Buße tun. Pünktlich um 8 Uhr begann der Schulunterricht. Im Klassenzimmer war es sehr kalt, kann sich Schwienbacher noch lebhaft erinnern. "Die miserablen Doppelfenster waren so klapprig, dass jedes überfliegende Kampfflugzeug bereits lange vor dem Sichtbarwerden ausgemacht werden konnte." Als Mittagessen gab es das von der Mutter mitgegebene "Inbrenn", die Mehlschwitze, die als gehaltvolle Krümelmasse gegessen wurde.

Kargheit
War der Unterricht zu Ende begann für die meisten Bauernkinder ein langer Fußmarsch zurück zum heimatlichen Hof. Nach dem Mittagessen, dem täglichen "Mues" aus Maismehl, Milch und reichlich angebräunter Butter, begann der Nachmittag. Hausaufgaben mußten erledigt werden, Holz aus dem Wald geholt und die Tiere mit Wasser versorgt werden. Am Abend wurden Geschichten erzählt. Der Krieg, das harte Leben am Berg, Sagen und Legenden lieferten den vielseitigen Erzählstoff für aufregende Gutenachtgeschichten. Elektrisches Licht aus Gleichstrom leuchtete im Ultental zum ersten Mal im Jahre 1901. Es sollte noch viele Jahre dauern, bis auch der hinterste Hof an das Stromnetz angeschlossen war.

Die Fortsetzung dieses Artikels findest du hier.

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