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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Wintersterne - Hanspaul erzählt.

Wintersterne müssen nicht immer Schneekristalle sein! Hanspaul Menara öffnet uns die Augen für Sterne der besonderen Art.

Advent, Weihnachtszeit und Neujahrsfeiertage liegen hinter uns, und da will ich kurz zurückblicken auf ein besonderes Symbol dieser Zeit, den Stern. Der Himmel voller Sterne zur Zeit der längsten Nächte des Jahres, der rote Weihnachtsstern im Blumentopf, der Stern auf vielen Christbäumen, der Stern von Bethlehem und Sterne, die als Eiskristalle vom Himmel fallen oder den Raureif bilden – Sterne also wohin man schaut, und alle assoziieren wir mit dem, was man in unseren Breiten unter dem Begriff „Winter“ versteht.

Dabei spielen die Sterne, aus denen der Schnee zusammengesetzt ist, eine ganz besondere Rolle, denn ein Winter ohne Schnee, so hört man oft, sei kein richtiger Winter.

Aber die Natur tut uns halt nicht immer den Gefallen, mit dem so sehnlich erwarteten Schnee gerade dann aufzuwarten, wenn wir es uns wünschen. Heuer war bzw. ist dies der Fall, letztes Jahr ebenso. Ob das mit dem Klimawandel etwas zu tun hat, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass es auch schon früher schneearme Winter gab. "Weihnacht im Klee - Ostern im Schnee", das ist ein uralter Spruch, und ich erinnere mich an schneelose Weihnachten schon vor mehr als 60 Jahren.

Doch wenn die Natur in manchem Winter schon nicht mit Weihnachtssternen in Form glitzernder Schneekristalle aufwartet, so begegne ich bei meinen Wanderungen durch Feld und Flur immerhin Wintersternen ganz anderer Art, Sternen, die zwar jahreszeitlich irgendwie fehl am Platz zu sein scheinen, mich aber dennoch faszinieren, nämlich der eine oder andere Blütenstern.

Mögen es im Frühjahr und Sommer nur Blüten unter Blüten sein, jetzt, da die meisten anderen von der Bildfläche längst verschwunden sind, erfreuen sich die wenigen „Winterblüher„ entsprechenden Seltenheitswertes.

Ob bei den Muthöfen oberhalb Dorf Tirol oder in den Überetscher Weinbergen, ob unweit von Neumarkt im Unterland oder in Raminges bei Sterzing, ob bei Kiens im Pustertal oder bei Seis im Eisacktal - überall habe ich selbst in den Wochen um die Jahreswende in schneefreiem Gelände solche Blüten angetroffen – eben Wintersterne der anderen, der ganz besonderen Art. Hier die filigrane Blüte der Rispen-Flockenblume, dort den Goldstern des Huflattichs, da die blaue Wiesen-Glockenblume, die von vorne betrachtet ebenfalls einen hübschen Stern bildet.

Dabei spielt es keine Rolle, welcher Gattung oder Art die Blüten angehören. Ja selbst ein so banaler gelber Blütenstern wie jener des Gewöhnlichen Löwenzahns erscheint jetzt als etwas Besonderes. Mag im Sommer so manche Wiese derart übersät mit solchen gelben Sternen sein, dass wir den Mangel an Biodiversität beklagen, jetzt im Winter sind sie genauso naturkundliche Raritäten wie die anderen genannten Blüten - auch wenn sie alle nicht so recht in unsere traditionelle Vorstellung des alpinen Winters passen mögen und so manchem die glitzernden Sterne der Schneekristalle lieber wären.

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