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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Willkommen in Schilda

Die einsprachige Beschilderung der Wanderwege hat eine politische Diskussion losgetreten, deren Widerhall sogar in den nationalen Medien zu vernehmen ist. Darüber wurde bereits zur Genüge berichtet, uns interessiert eigentlich ein völlig anderer Aspekt.

Wie Landesrat Berger richtig bemerkt hat, sollte es eigentlich möglich sein, die große Schilderflut, die die schönsten Alpenpanoramen hinter einem Wald von Wegweisern versinken lässt, einzudämmen. Also egal ob Holz oder Aluminium, ein- oder zweisprachig, mit Piktogrammen oder ohne, es sollen in Zukunft weniger Schilder stehen. Gut so, meint sentres.

Vielleicht wäre es an der Zeit die alte Tugend des Kartenlesens wieder zu beleben. Südtirol ist kartographisch ausgezeichnet erfasst, es gibt eine ausreichende Anzahl von Wanderkarten verschiedenster Hersteller in unterschiedlicher Qualität. Möglicherweise fehlen aber inzwischen die kundigen Leser?

Und natürlich leben wir in modernen Zeiten, es gibt GPS - Geräte und Smartphones mit entsprechender Funktion, die den ortsunkundigen Wanderer mehr oder weniger sicher ans gewünschte Ziel bringen. Unter anderem, wie wahrscheinlich bereits bekannt, die kostenlose Wander-App von sentres, inklusive einer Landkarte die auch off-line, also auch wenn kein Netz vorhanden ist, zur Verfügung steht.

Wer sich aber befleißigt so eine Wanderkarte, egal ob gedruckt oder digital, zur Hand zu nehmen, dem könnte ob der vielen roten Linien ganz schwindlig werden. Ein Beispiel: Nimm doch eine Tabacco Karte, ein ausgezeichnetes Printprodukt übrigens, zur Hand. Eventuell die Karte Meran und Umgebung. Dort jetzt den Blick scharf auf Schenna und die Gebiete oberhalb. Oder vielleicht lieber aufs Vigiljoch? Egal, das Gewirr an Wanderwegen, eingezeichnet als rote Linien, Strichen oder Punkten, ist erstaunlich.
Insgesamt sind es gut 16.000 Kilometer markierte Wanderwege in ganz Südtirol! Teilweise laufen sie parallel nur wenige Meter voneinander entfernt. Manchmal scheint es , als gäbe es einen Wettbewerb der Gemeinden untereinander, welche denn mehr Kilometer markierte Steige aufzuweisen hat.

Nach Angaben auf der Hompage des SAT - Trentino ( Società degli Alpinisti Trentini), warten im Trentino exakt 5.085.890 Meter markierter Wanderweg, Steig oder Klettersteig auf den Wanderer. Uns ist leider nicht bekannt, ob und wie viele Wege von lokalen Organisationen, Tourismusvereinen usw. zusätzlich betreut werden. Trotzdem ist diese Zahl schon erstaunlich. Anscheinend schafft es unsere Nachbarprovinz, obwohl beinahe gleich groß wie Südtirol, mit lediglich 5000 km Wanderwegen ein Auskommen zu finden.

Möglicherweise wäre dies ja ein Ansatzpunkt zur Reduzierung der Schilderflut? Wir reduzieren auch die markierten Wanderwege! Ein Drittel weniger wären immer noch doppelt so viele Kilometer wie im Trentino. Das sollte eigentlich reichen, oder?

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