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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Wie das Wetter wird – oder auch nicht

Harte Zeiten liegen hinter uns Frischlufthungrigen. Das Wetter im Frühling war zum Vergessen. Ob es jetzt endlich dauerhaft besser wird? Sentres hat nachgefragt und erfahren: Langzeitprognosen sind wie ein Würfelspiel – Glückssache.

Es mag wenig charmant klingen, aber wir Menschen haben ein schlechtes Gedächtnis – zumindest, was das Wetter betrifft. Das weiß einer, der es wissen muss: Günther Geier, Meteorologe und Koordinator des Landeswetterdienstes.  Mit Aussagen wie „Noch nie so ein regnerischer Frühling“ oder „So wenig Sonne wie seit Jahrzehnten nicht“ hält er sich deshalb bewusst zurück. „Das werde ich erst behaupten, wenn in den nächsten Tagen alle Daten für den diesjährigen meteorologischen Frühling ausgewertet  sind.“
Freizeitsportler sehen dies freilich anders. Ihnen hat das Wetter in den  vergangenen Wochen ordentlich den Spaß verdorben. Da bleibt als einzige Hoffnung, dass im  Sommer die Sonne alles zurückerobert, was sie im Frühling den Wolken und dem Regen überlassen hat.

Das Wetter im Netz:
- hier zu den Infos vom Landeswetterdienst
- das Südtiroler Wetter gib es auch als E-Mail
- der Wetterbericht optimiert für Smartphones
- die passende Bekleidung zum Wetter hat sportler.com

Sieben Tage und nicht mehr
Doch wie ist das eigentlich mit der Langzeitprognose? Lässt sich jetzt schon voraussagen, ob sich im Juni besseres Wetter einstellt, ob der Sommer heiß oder doch wieder feucht wird?
Fehlanzeige! Es gibt keine Langzeitprognose, sagt Günther Geier. Zumindest keine zuverlässige. „Alle Prognosen, die über sieben Tage hinausreichen, könnte man genausogut würfeln.“ Sprich: Es sind reine Zufallsprognosen. Wenn wir auch noch so eifrig am Handy nach irgendwelchen Online-Wettervorhersagen für die nächsten 14 Tage suchen – „sie werden sich ganz sicher in den nächsten 14 Tagen fast täglich ändern“, verspricht der Meteorologe vom Landeswetterdienst.
Der Grund: Es handelt sich um „automatische“ Prognosen, das heißt, die Daten sind rein computergesteuert und berücksichtigen lokale Charakteristiken nicht. „Auch unsere Prognosen beruhen auf Computerberechnungen. Doch wir interpretieren die Daten und passen sie an die Eigenheiten des Südtiroler Wetters an.“ Die Bozner Wetterfrösche wissen zum Beispiel, dass bei einer durchziehenden Kaltfront die Dolomiten mehr Niederschläge abbekommen als der Vinschgau. „Diese Erfahrung haben Computer natürlich nicht“, schmunzelt Geier. Allerdings gibt er zu, dass auch die Computerberechnungen immer besser werden. „In den vergangenen zehn Jahren hat sich sehr viel getan. Die Wettermodelle des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage in Großbritannien, auf das wir unsere Prognosen stützen, sind sehr zuverlässig.“

Lokale Dienste am verlässlichsten
Was tun also, wenn im Juni Urlaub in der Toskana oder eine Radtour in den Dolomiten angesagt ist? Wie lässt sich Freizeit „wettertechnisch“ am besten planen? „Langfristig kaum“, sagt Günther Geier. Die besten Prognosen für die nächsten Tage würden aber ganz sicher die jeweils lokalen Wetterdienste bieten. Wer also in die Toskana will, der verlässt sich am ehesten auf dort stationierte meteorologische Dienste, und wer in Südtirol unterwegs ist, der ist beim Landeswetterdienst am besten aufgehoben.

Klimawandel tötet Gletscher
Bleibt zum Schluss die große Frage, ob das schmuddelige Frühlingswetter doch eine Folge des vielzitierten Klimawandels ist. Günther Geier ist diesbezüglich vorsichtig. „Man darf die Witterung nicht mit dem Klima in Zusammenhang bringen und einzelne Ausreißer, wie jenen dieses Frühlings, gleich als Folge einer Klimaerwärmung interpretieren.“ Sicher ist aber, dass es in den vergangenen Jahrzehnten einen durchschnittlichen Temperaturanstieg gegeben hat und dass dieser auch Folgen, unter anderem für die Landwirtschaft, hat. Am sichtbarsten zeigt sich diese Klimaveränderung laut Geier an den Gletschern. „Der Gletscherschwund ist eine Tatsache, an der sich nicht rütteln lässt.“

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