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Sentres Magazin – Geschichte & Kultur

Wer ist König Ortler?

Sieht das Hasenöhrl eigentlich aus wie ein Ohr von einem Hasen? Hat dieser König Ortler irgendwann regiert? Und liegt irgendwo versteckt am Rosengarten tatsächlich ein rot leuchtendes Blumenmeer?

Ein Artikel von Edith Runer für sentres.

Wer des öfteren in den Bergen unterwegs ist oder eine Wanderkarte einmal genauer studiert, dem dürften sie schnell auffallen, die vielen und zum Teil doch eigenartigen Bezeichnungen unserer Bergspitzen. Die Frage nach der Herkunft der Bergnamen ist allerdings gar nicht so einfach zu ergründen. Denn die meisten Bezeichnungen sind von Alters her überliefert oder haben im Laufe der Geschichte immer wieder Umdeutungen und Sprachanpassungen erfahren, sodass bei sehr vielen Namen gar nicht klar ist, ob deren überlieferter Ursprung tatsächlich stimmt.

Missverständliche Deutungen
So hat beispielsweise das Hasenöhrl mit dem Ohr des Hasen absolut nichts zu tun. Der Begriff stammt aus dem Rätoromanischen oder dem Vorromanischen „Hasenearl“ oder „asineara“. Das bedeutet soviel wie Eselssteig. Damit hat man die schmalen Saumpfade bezeichnet. Irgendwann wurde der Name eingedeutscht und dabei wohl fälschlicherweise umgedeutet.

Oronymie als Wissenschaft
Wie man sieht: Bergnamen erforschen ist eine schwierige Arbeit. Dabei gibt es sogar eine eigene Wissenschaft, die sich mit Bergnamen beschäftigt. Sie nennt sich Oronymie (aus dem Griechischen: Oros für Berg und onoma für Name) und erforscht neben der Herkunft, Bedeutung und Geschichte der Bergnamen auch deren regionale Verbreitung.

Formen, Wetter, Orte
Die Bergnamenforscher teilen die Namen dann in bestimmte Gruppen auf. Es gibt zum Beispiel Formennamen  wie „Kofel“ (Langkofel), „Spitze“ (Kassianspitze) oder „Horn“ (Weißhorn). Auch Witterungsnamen mit der entsprechenden Vorsilbe wie „Wetter“-Spitze kommen öfter vor. Fauna und Flora haben den Bergen ebenfalls Namen gegeben, etwa Gaißjoch, Hühnerspiel oder Birkenkofel. Viele Berge haben kultisch-mythische oder Namen religiöser Herkunft. Oder sie sind einfach aus den Namen der ursprünglichen Besitzer der Almen bzw. aus den darunter liegenden Ortschaften abgeleitet worden. Dazu gehört wohl die Tschenglser Hochwand oder der Mareiter Stein. Gar einige Bergspitzen sind auch nach ihrem Aussehen benannt worden. Dazu könnten die Rosszähne im Rosengarten gehören – obwohl die italienische Bezeichnung „Denti di Terrarossa“ wieder eher an das Gestein als an das Pferd denken lassen.

Oronymie ist wahrlich keine einfache Wissenschaft…

Mehr zu den Bergnamen ist im zweiten Teil des Beitrags zu lesen.

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