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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Weltnaturerbe Dolomiten – die Aufgabe

Das „Weltnaturerbe Dolomiten“ beinhaltet viele "Marktvorteile" gegenüber Gebieten, die sich nicht in dieser Kategorie befinden. Ohne Zweifel ist das so, doch muss auch etwas getan werden, um das Label "Weltnaturerbe Dolomiten" zu halten. Und das wird nicht ganz einfach.

Neben dem Weltnaturerbe Dolomiten gibt es noch insgesamt 936 solcher Welterbe-Denkmäler, 183 davon sind Naturerbe-Gebiete. In Italien haben lediglich die Äolischen Inseln und eben die Dolomiten dieses Prädikat erhalten. Allerdings: Nicht das gesamte Dolomiten-Gebiet konnte in das Weltnaturerbe Dolomiten einbezogen werden. Denn eine Voraussetzung für die Aufnahme in die Liste ist, dass es sich um ein offiziell geschütztes Gebiet handelt, etwa ein Naturschutzgebiet oder eine Natura-2000-Region. Also hat man etwa in Südtirol ausschließlich vier Naturparks Puez Geisler, Drei Zinnen, Schlern-Rosengarten und Fanes-Sennes-Prags sowie den Gebirgsstock Latemar und die Bletterbachschlucht zum Weltnaturerbe erklärt.

Klassiker wie die Langkofelgruppe oder der Sellastock – beide mit Skiliften erschlossen - blieben außen vor. Bisher zumindest. In Gröden gibt es jedoch bereits Kräfte, die sich für die Aufnahme dieser Gebiete in einen Naturpark einsetzen. Das wäre dann auch die mögliche Eintrittskarte ins Weltnaturerbe Dolomiten. Doch ganz so einfach wird das nicht werden. Der Unesco-Beauftragte unterstrich bei seinem Besuch in Südtirol deutlich, dass Skilifte in einem Welterbe-Gebiet eigentlich nichts zu suchen haben.  

Die Auflagen und die Konvention

Womit wir bei „Verpflichtungen“ wären. Während Südtirols Skigebiete im Internet mit Sprüchen wie „inmitten des Unesco-Weltnaturerbes“ werben (was sie natürlich nicht sind), müssen sie sich gleichzeitig bewusst sein, dass es künftig für ihr Erbe auch Regeln zum Schutz von Natur und Mensch geben wird. Die Welterbe-Konvention sieht nämlich die Ausarbeitung von entsprechenden Management- und Tourismuskonzepten vor. In diesen wird genau festgelegt, wie die „Ressource Natur“ künftig genutzt und wie sie gleichzeitig geschützt werden soll. Da dürfte es für das eine oder andere Erschließungsprojekt eng werden.

Keine Garantie ohne Kompromisse

Die Unesco überwacht ihre „Erben“ und führt auch eine Rote Liste mit gefährdeten Gebieten. Im schlimmsten Fall droht der Rauswurf aus der Liste und damit wohl eine weltweite Blamage. Das passiert selten, aber war etwa in Deutschland schon der Fall: Im Weltnaturerbe Dresdner Elbtal wurde nach einem Volksentscheid eine Brücke über die Elbe gebaut. Die Folge: 2009 wurde das Tal aus der Weltnaturerbe-Liste gestrichen.
Auch im Weltnaturerbe Dolomiten wird es künftig also auch Kompromisse geben müssen – etwa, wenn es um die Sperrung der Dolomiten-Pässe geht, wo der Konflikt zwischen Umweltschutz und Tourismus besonders deutlich wird. Nur wenn das Erbe gleichmäßig auf Mensch und Natur aufgeteilt wird, kann es ein Gewinn bleiben.
 

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