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Sentres Magazin – Sport & Touren

Volkssport Rodeln

Pickelhartes Eis, scharfe Kufen und präziser Fahrstil – In Umhausen (AUT) wurden erst kürzlich die Weltmeister der Rodler auf Naturbahn gekürt. Die Goldmedaillen holten sich die Nationen Italien (Südtirol), Österreich und Russland. Sportliche Stimmung, lautstarker Fanclub (vor allem der von Patrick Pigneter) und spannende Wettkämpfe prägten das Wochenende. Ein Lob gebührt auch den Organisatoren, die eine perfekt präparierte Bahn präsentierten und einen hohen Grad an Sicherheit boten. Am Ende ging die Veranstaltung trotz hoher sportlicher Herausforderung unfallfrei über die Bühne.

Helm, Skibrille, Bremsschuhe (Schuhe mit Eisenzacken an der Ferse) und Handschuhe zählen zur Standardausstattung eines Naturbahnrodlers und sichern die Rodler vor Aufprall gegen die Bretterwände. Höchstens ein paar „blaue Flecken“ bekommen die Fahrer ab, die sehen zwar nicht unbedingt sexy aus, sind aber auch kein größeres Problem, wenn sonst nichts passiert ist. Bei den mittlerweile recht zahlreichen Freizeitrodlern gehen Unfälle meist nicht so glimpflich über die schneeweiße Bühne. Die Ursachen liegen entweder in der schlecht gesicherten Bahn, der mangelnden Ausrüstung oder sogar in der Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Fahrer die zu schnell fahren und von der Bahn abkommen oder jene die die Rodel nicht im Griff haben und gegen das nächste Hindernis fahren. Nicht zuletzt, soll der Alkohol erwähnt werden, der beim Rodeln genauso fehl am Platze ist wie beim Autofahren!

Rodellehrer gesucht

Rodeln ist cool, macht Spaß, doch es muss ein allgemeines Umdenken erfolgen. Viel zu leichtsinnig rasen die ambitionierten Freizeitrodler die Bahn hinunter und unterschätzen die nötigen Kenntnisse zu Technik, Material sowie den aktuellen Schneeverhältnissen. Die nötige Wissensbandbreite klingt komplex und fordernd, sollte aber dennoch erlernt werden, da so lebensgefährliche Situationen vermieden werden können. Sollen dafür Rodelschulen mit ausgebildeten Rodellehrern organisiert werden? Wieso eigentlich nicht? Eine Projektgruppe hat sich in Südtirol bereits eingesetzt um die Sicherheit auf der Rodelbahn zu erhöhen. Dadurch würden sich auch neue Berufsperspektiven für Renn- und Sportrodler entwickeln, die nach Ihrer aktiven Zeit als Profirodler den Weg als diplomierte Rodellehrer einschlagen könnten. Diese neuen Berufsaussichten könnten ein Weg sein, um nachhaltig die Attraktivität des Naturrodelsports zu steigern und diese Wintersportart zahlreichen neuen Rodelaspiranten näher zu bringen.


Rodeln kann doch jedes Kind

Wieso soll man Rodeln lernen, das kann ja jedes Kind – wirklich? In erster Linie sollte die korrekte Brems- und Lenktechnik erlernt werden. Richtiges Verhalten auf der Rodelbahn ist genauso wichtig wie das Kennenlernen und Anwenden der Rodelarten. Rodelschulen könnten das Programm noch weiter ausbauen: Materialpflege, Fahrtraining, Sicherheitsbestimmungen, Renntraining, Vorstellung der Rodelbahnen bis zur Organisation von Rodelrennen. Ein großes Potential birgt dies vor allem für kleinere Tourismusgebiete, die endlich vom großen touristischen Kuchen in Südtirol mitnaschen könnten. Bleibt nur die Hoffnung, dass sich das generell große Interesse an Wintersportarten auch aufs Naturbahnrodeln niederschlägt.

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