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Sentres Magazin – Sport & Touren

Vogelperspektive X – treme

Gleitschirmfliegen ist seine Leidenschaft. Zu Recht, denn Andy Frötscher aus Klobenstein am Ritten ist Südtirols bedeutendster Überflieger. Auch in diesem Jahr hat er sein Talent bei der fünften Ausgabe der Red Bull X-Alps unter Beweis gestellt.

 

Andi Frötscher im Gespräch mit Sissi March für sentres.com

Nur die Besten sind gut genug!
Er findet seinen Weg. Ob in der Luft oder im hochalpinen Gelände. Wie ein Adler die Thermik zu nutzen weiß, ergreift Andy Frötscher, wenn möglich, den lang ersehnten leichten Nordwind. Beste Konditionen, welche ein Topathlet auf dem Weg von der Mozartstadt Salzburg bis ins entfernte Monaco an der Côte Azur benötigt. Alle zwei Jahre stellen sich die weltweit besten Paraglider, zu diesen er sich zählen darf, dieser Herausforderung. Dabei geht es vor allem um das eigene Körpergefühl, die variantenreiche, gut durchdachte Routenplanung, sowie um etwas Glück, wie überall im Leben, weiß Andy begeistert zu berichten. Allerdings kann die Teilnahme an einer Red Bull X- Alps bereits als Erfolg gewertet werden, da die Voraussetzungen körperlicher Fitness, sowie hervorragende Flugtechnik- und erfahrung bereits vorhanden sein müssen. Er hat alles davon zu bieten, der sympathische und ehrgeizige Lehrer, der mit Mitte zwanzig seine Liebe zu diesem Sport entdeckt hat. Einen Sport, welchen er selbst lächelnd als eine Tätigkeit für „faule“ Leute bezeichnet.  Ganz im Gegenteil würde ich dazu sagen, wenn man sich ausmalt, während dieses Rennens, über zwei Wochen lang, unerschütterlich zu fliegen und zu wandern. Über Stock und Stein, sowie bei jeder Witterung. Einzige Hilfsmittel dabei, ein Gleitschirm, sowie ein Paar Wanderschuhe im Schlepptau.

Man muss eben immer seinen eigenen Weg gehen bzw.  „fliegen“
Dieses Motto hat er mir zum Thema Red Bull X-Alps vorzuweisen. Einen Slogan, der seine Motivation auf den Punkt bringt. Während des Rennens wird sein Weg via GPS- Gerät festgehalten, damit dieser  über ein Live- Tracking im Internet jederzeit abrufbar ist. Und so hinterlässt man seine Spuren, wie im echten Leben, weiß er mir zu bestätigen. Begonnen hat meine Leidenschaft zum Fliegen, danke eines Freundes, welcher mir die Tore zu einer neuen Perspektive geöffnet hat. Nämlich jener von oben! Von dort wo man die Schönheit der Natur, sowie die Ruhe zu schätzen lernt. Und doch gab es im Vorfeld einige Hindernisse zu überwinden. Schwindelfrei, war ich noch nie, kann er mir mit einem Grinsen im Gesicht verraten, und doch fühlt man sich während des Fluges wohl ab- und aufgehoben. Köpfchen muss dabei immer vorhanden sein, sowie das Kennenlernen der eigenen Grenzen, der Naturgesetze und der Wetterverhältnisse. Eine Lehre, welche er selbst wegen eines traumatischen Erlebnisses erfahren musste. Nur knapp konnte ich einen Absturz nach einem misslungenen Manöver verhindern, erzählt er mich noch etwas wehmütig.

Voll abgehoben und doch „am Boden geblieben“
Die Verarbeitung dieses Ereignisses und seinem positiven Denkansatz ist es heute zu verdanken, dass er weiterhin fliegen kann und will. Eine Lektion, welche ihn als begeisterten Lehrer motiviert, seinen Schülern an einigen Flugschulen, das Thema Sicherheit und Eigenverantwortung näher zu bringen. Diese sind Garanten dafür gesteckte Ziele zu erreichen. Für ihn persönlich stellt dieses, das Erreichen Monacos während einer der nächsten Ausgaben der Red Bull X-Alps dar. Bis dahin bereitet es ihm großen Spaß zum Thema „aus der Vogelperspektive“ Vorträge zu seinen Flügen zu halten. Dabei zeigt er Fotos, sowie selbst gedrehte Videos aus der Luft. Eine Tätigkeit, die er sich zum Hobby gemacht hat.  Einmal mit den Augen eines Adlers zu sehen und unser schönes Land aus einer neuen Sichtweise entdecken und schätzen zu lernen! Da kann man nur hoffen, dass er bald wieder abhebt!

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