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Sentres Magazin – Sport & Touren

Verhaltensweisen im alpinen Gelände

Ein Gastkommentar von Ski- und Bergführer Helmut Kritzinger

Der laufende Winter hat es mit Outdoor- und Naturliebhaber noch nicht gut gemeint. Ein altes Bauernsprichwort besagt, dass um den 25. Januar bereits der halbe Winter schon vorbei ist. Jetzt gilt es in der zweiten Winterhälfte alles richtig zu machen und zumindest in der Tourenplanung keine ersichtlichen Fehler zu machen.

Die ersten Schneeschuhwanderungen im Gelände, in geschlossener Neuschneeauflage, waren zum Winteranfang nicht möglich. Jetzt endlich ist der erwartete Neuschnee gekommen und mehr ist in Aussicht.

Die Tourenplanung der Reichenfolge nach:

Die Infoquellen:
Die am weitesten verbreiteten Infoquellen sind sicherlich die verschiedenen Internetplattformen, die mittlerweile sehr authentisches Material liefern. Aber auch mündliche Überlieferungen aus erster bzw. zweiter Hand, bei denen die nötige Beurteilungskraft erforderlich ist - wobei Beurteilungskraft nicht mit Erfahrung zu verwechseln ist. Ich persönlich bewerte Urteilskraft höher als Erfahrung. Auf jeden Fall gilt ein ausgiebiger Wettercheck.

Die Tour-Wahl:
Wichtig ist, im Vorfeld bereits eine Tour auszuwählen, sodass ich nicht gezwungen bin, kurzfristig eine alternative Tour zu suchen. So kann man sich gründlich in literarischen Quellen einlesen und von erfahrungsreichen Bergsteiger alle benötigten Informationen erfahren.

Ausrüstung vorab überprüfen
Die gesamte erforderliche Ausrüstung für die Tour sollte vorab auf ihre Funktion und eventuelle Defekte kontrolliert werden. Ein kleines Reparaturset während der Tour mit sich zu führen kann sich ebenso als äußerst hilfsreich erweisen. (Multitool wie Lederman, Kabelbinder, starkes, evtl. Aluminium verstärktes Tape etc.)

Die Tage sind kurz
Zu Weihnachten haben wir die wenigsten Stunden an Tageslicht. Wobei eine Tour in die Berge immer in den frühen Morgenstunden begonnen werden sollte, dies gilt für Sommer und Winter gleichermaßen. Das Tageslicht im Winter reicht für bis maximal zu 8 Stunden. Dazu sollte man immer 2 Stunden Tageslicht als Zeitreserve einkalkulieren. Stirnlampe mit vollgeladener Batterie sollte dennoch jeder Teilnehmer im Rucksack haben.

Die Temperaturen meist im negativen Bereich
Durch die langen Nächte im Winter wirkt die Frostrahlung viel ausgeprägter als im Sommer. Daher ist es von besonderer Wichtigkeit zu wissen, in welcher Höhenlage unsere geplante Tour stattfindet und  wie sich die Temperaturkurve auf 2000 bzw. 3000 m verhält. Dementsprechend sollte sich Reservekleidung im Rucksack befinden.

Der Tour -Tag
Es sollten unbedingt Verzögerungen und Verspätungen beim Start vermieden werden. Bei der Vorplanung sollten die benötigten Zeiten großzügig berechnet werden. Auch Pausen dürfen nicht zu kurz eingeplant werden, damit es zu keiner vorzeitigen Ermüdung kommt. Auch an warme Getränke und an genügend Proviant (Müsliriegel, getrocknete Früchte, Nüsse, Schokolade etc.) denken.

Die Geländeform
Es ist ein etwas langwieriger, aber sehr wichtiger Lernprozess, die Steilheit des Geländes einzuschätzen. Hierzu gibt es verschieden Methoden. Ein Senkel und Applikationen am Smartphone können dabei behilflich sein. Grundsätzlich kann man sagen, dass man bis zur 4. Lawinenwarnstufe bis zu 30 % steiles Gelände begehen darf, wobei sehr schwer zu definieren ist, wie weit der Überflutungsbereich einer Lawine reichen kann.

Profis konsultieren
Die Südtiroler Berg- und Skiführerführer helfen gerne bei Fragen und können für Touren gebucht werden.

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