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Sentres Magazin – Sport & Touren

Ulrich Kössler – die lebende Bergführerlegende Teil 1

Diese beiden Eigenschaften zeichnen einen außergewöhnlich guten Bergführer aus, weiß Ulrich Kössler zu berichten. Im Gespräch mit Sissi March hat er über sein Leben, seine Leidenschaft zum Bergsport und die damit verbundenen Gefahren, gesprochen.

Uli Kössler im Gespräch mit Sissi March für sentres.com.

Berggehen und Skifahren wurden ihm nicht in die Wiege gelegt
Erst als Jugendlicher hat Ulrich Kössler, Sohn einer Meraner Kleinbauernfamilie, die Liebe zu den Bergen entdeckt.  „Damals hatten nur die Kinder wohlhabender Familien das Glück einen Skikurs besuchen zu dürfen“, kann er sich heute mit einem Grinsen im Gesicht erinnern. Mit 14 Jahren ging er in die Zimmermannslehre und wurde von einem Gesellen zum Bergsteigen angeregt.

„Wäre mein Arbeitskollege in dieser Sache nicht eine Art Mentor für mich gewesen, hätte ich wohl einen völlig anderen Weg eingeschlagen. Aus diesem Grund bin ich ihm noch heute für seine mitreißenden Erzählungen dankbar!“ Kurz darauf machte der junge Meraner über die Südtiroler Alpenvereinsjugend erste Erfahrungen am Berg. Sei es als fleißiger Wanderer oder begeisterter Kletterer, sowie als Mitglied beim Bergrettungsdienst. Helfen zu können stellte für ihn eine ehrenvolle Aufgabe dar.

Die Faszination Berg gewann die Überhand
Im Jahre 1964 war es dann soweit! Die Leidenschaft zu seinem Sport hatte Kössler völlig in den Bann gezogen und ihn dazu bewogen die Bergführerprüfung anzutreten, die er erfolgreich bestand. Bald hatte er das Privileg sich zwischen seiner Arbeit als Zimmermann oder seiner Freizeittätigkeit in den Bergen zu entscheiden. „Es war keine Qual der Wahl für mich, da ich dank vieler Empfehlungen bald einen Stammkundenstock aufbauen konnte. Eine Tatsache welche mir als junger Familienvater willkommen war.“

Schon bald begleitete Kössler zahlreiche Interessierte auf Ski- und Gletschertouren durch ganz Südtirol und ins Ausland. Wichtig dabei war es immer seine Kundinnen und Kunden, sowie deren Fähigkeiten und Erfahrung am Berg, richtig einschätzen zu können. „Eine gute Menschenkenntnis habe ich in all diesen Jahren entwickeln gelernt“, schmunzelt Kössler amüsiert. Voraussetzungen dafür, alle Beteiligten sicher durch ihr Abenteuer am Berg zu führen. Auf die Frage hin, welche Gefahren sich hinter der Liebe zu den Bergen und seiner Tätigkeit verbergen, weiß er als erfahrener Tourengeher seine ganz persönliche Meinung zu schildern.

Man muss sich die Zeit nehmen, die natürlichen Gesetze der Berglandschaft kennenzulernen
„Heute geht alles viel zu schnell. Die jungen Sportlerinnen und Sportler sind bestens ausgerüstet, außerordentlich fit und hoch begeistert vom Sport in den Bergen, sei es im Winter wie im Sommer! Allerdings machen die jungen Leute einen Fehler, jenen sich zu kurze Zeit mit dem Berg und den Naturgesetzen selbst zu beschäftigen. Ich habe jahrelang darauf hingearbeitet, ein guter Bergführer zu sein und die Verhältnisse richtig einschätzen zu können. Das war ein Prozess, der sich nicht von heute auf morgen ergeben hat“ gibt er zu bedenken. „Heute verlässt man sich oft leichtsinnig auf hochmoderne Technologie und vergisst dabei entscheidende Faktoren wie den aktuellen Lawinenlagebericht, die Wetterverhältnisse, den Wind und den Schwierigkeitsgrad der verschiedenen Touren richtig zu berücksichtigen.

Begebenheiten, die für die Sicherheit am Berg bestimmend sind,“ fügt er betonend hinzu. Außerdem ist es entscheidend die eigenen Ziele nicht zu hoch zu stecken. Aus dem einfachen Grund kein zu hohes Risiko einzugehen und somit nicht zu oft enttäuscht zu werden! Kössler möchte den jungen Sportlerinnen und Sportlern heute mehr Geduld und Feingefühl mit auf den Berg geben. Eigenschaften, welche man durch intensive Auseinandersetzung mit der Faszination des Berggehens entwickeln kann. Somit kann man nur hoffen, dass sich die jungen Leute seine Worte zu Herzen nehmen mögen, damit die Sicherheit am Berg in Zukunft besser gewährleistet werden kann. Denn Erfahrung kommt vor Begeisterung und Übermut!

Teil zwei des Artikels findest du hier.

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