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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Südtirols private Schutzhütten

Im Gespräch mit dem Präsidenten der Vereinigung "Private Schutzhütten"

Sie sind Wanderziel, Stützpunkt, Schutz und Unterkunft. Sie sind den Bergen ganz nahe. Orte voll Emotion und Geschichte – die Südtiroler Schutzhütten.

Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Menschen die Faszination Berg für sich entdeckten und die Gebirgswelt Schritt für Schritt erschlossen wurde, errichteten alpine Vereine die ersten Schutzhütten im Sinne touristischer Stützpunkte. Auch heute noch werden zahlreiche Schutzhütten Südtirols von AVS und dem italienischen Alpenverein CAI betrieben.

Stark, durch gemeinsames Auftreten: die privaten Schutzhütten

Nur wenige Schutzhütten befinden sich noch in Privatbesitz. Sie stellen die Minderheit dar. Aber eine, die seit ihrem Zusammenschluss Anfang der 90er Jahre stark im Auftreten ist.

„Wenn jeder für sich alleine kämpft, ist das als Teil einer „Minderheit“ nie zielführend. Nur durch das gemeinsame Einstehen für Interessen, können Dinge bewegt werden.“, so Stefan Perathoner, Vorsitzender der Vereinigung „Private Schutzhütten“. „Seit dem Zusammenschluss haben wir schon so einiges erreicht.“

45 Schutzhütten Südtirols befinden sich in Privatbesitz. 35 davon sind seit dem Jahre 1994 als Fachgruppe des HGV zusammengeschlossen. Sie treten seitdem als „Private Schutzhütten im Hoteliers- und Gastwirteverband“ auf, um gemeinsame Ziele zu verfolgen.

Perathoner: „Die Schutzhüttenwirte unterstützen, statt unter Druck setzen“

Es gehe darum, den Schutzhüttenbetreibern das Leben etwas zu erleichtern, meint Perathoner. Gesellt sich doch zur Schwierigkeit der Alltagsbewältigung in abgeschiedenen Lagen noch die italienische Gesetzgebung, mit ihren besonders strikten Bestimmungen und stetigen Neuregelungen. „Strengere Brandschutzregelungen, übertriebene Hygienevorschriften und starke Einschränkungen bezüglich des Einsatzes von Materialseilbahnen sind nicht gerade die Unterstützung, die Schutzhüttenwirte notwendig hätten. Das Engagement der privaten Schutzhüttenbetreiber sollte mehr respektiert, unterstützt und honoriert werden. Förderungen sind eine Notwendigkeit.“

In puncto Einstufung, was die Förderbeiträge anbelangt, seien die privaten Schutzhütten im Gegensatz zu den Vereinshütten nämlich immer noch benachteiligt, erklärt Herr Perathoner.

Als Beispiel sei an dieser Stelle die aktuelle Problematik der fehlenden Bezuschussung bei Bau und Instandhaltung von Zufahrtswegen zu den Hütten genannt. „Die Zufahrten, welche durchwegs auch als Wanderwege dienen, werden von den Schutzhüttenbetreibern in Stand gehalten und im Winter geräumt. Dies ist natürlich mit finanziellem Aufwand verbunden. Unterstützung von Seiten des Landes wäre hier sehr hilfreich.“

Der soziale Aspekt der „Privaten Schutzhütten im HGV“

Über solche und ähnliche Themen wird bei den Treffen der privaten Schutzhüttenbetreiber, welche 2 mal jährlich stattfinden, gesprochen. „Der Austausch, der dabei stattfindet, ist wesentlich.", davon ist Stefan Perathoner überzeugt. „Der soziale Aspekt des Zusammenschlusses der privaten Schutzhütten ist nicht zu unterschätzen. Viele Hüttenwirte leben abgeschieden, haben wenig Kontakt zu Gleichgesinnten. Unsere Treffen bedeuten für sie eine Möglichkeit, über Anliegen, Wünsche und Probleme zu sprechen und Informationen auszutauschen. Das ist die Voraussetzung, um uns gemeinsam stark zu machen für die Zukunft.“

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