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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Südtirol - ein Wald-Kulturerbe?

Er bietet Lebensraum und Refugium für zahllose Tier- und Pflanzenarten. Er arbeitet dem entgegen, was wir homo "sapiens” dem Klima, dem Wasser und unserem Boden antun. Er liefert uns umweltfreundlichen und nachwachsenden Rohstoff. Er bietet uns Arbeit und Entspannung zugleich. Ein Naturerlebnis – der Wald.

Klar, die Menschen wissen das längst. Doch in der Routine des Alltags und als Teil einer ökonomisch orientierten Gesellschaft, scheinen sie sich alldessen wohl doch nicht immer bewusst zu sein. Wissen ist offensichtlich nicht gleich Bewusstsein.

Kein bewusstes Sein

Dabei ist Wald viel mehr als einfach nur ein bedeutender Faktor unseres ökonomischen Handelns. Er ist auch Teil unserer Geschichte, Teil der Evolution. Teil unserer Märchen und Mythen. Spätestens seit der Romantik und dem so entstandenen Bild der „Waldidylle“ auch Zentrum für Erholungssuchende. Er ist Schauplatz historischer Begebenheiten, stiller Zeuge vergangener Völker; seit immer Inspiration für hohe Künste wie Malerei, Literatur oder gar Theater (es sind schließlich die Bretter, die die Welt bedeuten).

Wie, ja wie kann es dann sein, dass jedes Jahr weltweit rund 13 Millionen Hektar Wald durch menschlichen Einluss zerstört werden? Ein Mengenmaß, das menschliches Vorstellungsvermögen garantiert überschreitet. Darum verbildlicht: jede Minute verschwinden weltweit über 35 Fußballfelder an Wald. Dass der Mensch im Laufe der Zeit ein besonderes Talent dafür entwickelt hat, seinen eigenen Lebensquell zu zerstören ist nichts Neues. Sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr?

Nachhaltigkeit hält nach

Nachhaltigkeit – ein Begriff der in den vergangenen Monaten zerredet, plattdiskutiert, überdefiniert, ja oft sogar missbraucht wurde. Belassen wir es doch beim im Grunde ganz einfach zu beschreibenden Prinzip: Es geht darum, nicht mehr zu nutzen, als auf Dauer nachwächst. So einfach ist das. Oder etwa nicht?

Mit dem Begriff „Sustainable Developement“ fand die „Nachhaltigkeit“ ihren Einzug in internationale Diskussionen. Nach heutigem Verständnis umfasst der Begriff einen Ausgleich zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten über Generationen und Regionen hinweg. Der Begriff stammt jedoch ursprünglich aus der Waldbewirtschaftung. Denn Wald ist schließlich die Basis für alles Weitere.

Das internationale Jahr der Wälder

Überrodung. Waldweide. Energiehunger. Es ist an der Zeit, den Wald etwas mehr in Schutz zu nehmen. Davon ist jedenfalls die UNO überzeugt.

Die UNO hat am 2. Februar 2011 in New York das offizielle Jahr der Wälder eröffnet. Joseph Deiss, Präsident der UNO-Vollversammlung, und die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai riefen zum Schutz der Wälder auf. Ziel der weltweiten Kampagne ist es, das Bewusstsein und Wissen um die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung aller Arten von Wäldern zum Nutzen heutiger und künftiger Generationen zu fördern.

Südtirols Wald goes international

Rund 50 % der Landesfläche Südtirols sind bewaldet. Hier finden wir von den mediterranen Flaumeichen bis zu den Lärchen in hohen Lagen 111 verschiedene Waldtypen und 1113 verschiedene Pflanzenarten. Somit ist es naheliegend, dass auch die Region Südtirol sich Projekte zum Anlass des internationalen Jahres der Wälder überlegt hat. Um einmal mehr die positiven Aspekte und die besondere Bedeutung des Waldes hervorzuheben, sowie die nachhaltige Waldbewirtschaftung voranzutreiben, haben die Landesabteilung Forstwirtschaft und die Landesabteilung Natur- und Landschaft für das Jahr der Wälder eine ganze Reihe von Initiativen ausgearbeitet.

Außerdem sollen Filme über den Südtiroler Wald für Volks- und Mittelschulen, sowie Buchbände und Broschüren zum Thema herausgegeben werden. Der Direktor der Landesabteilung Forstwirtschaft Paul Profanter meint: „Auf eine internationale Bühne bringen wird das Thema Wald beim International Mountain Summit diesen Herbst in Brixen.“
Geplant ist sogar eine Waldoper.

sentres findet das positiv. Schließlich kann kein Ökosystem der Welt eine so große Zahl an Funktionen und Leistungen erbringen wie der Wald. Auch wir Südtiroler sind dafür verantwortlich, den Wald zum Nutzen der gesamten Menschheit zu erhalten. Schließlich gilt es nicht zu vergessen: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch meistens zurück.

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