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Sentres Magazin – Sport & Touren

Stilfser Joch Radtag - ein Erlebnisbericht

Am Radtag auf das Stilfser Joch. Die Vinschger haben’s vorgemacht. Und sie werden nachgeahmt. Zum Glück!

Stell’ dir vor, mehr als 8000 Menschen wollen gleichzeitig auf einen Pass. Keiner drängelt, keiner schreit. Es herrscht Stille. Wohlige Stille. Es ist der 3. September 2011. Zum elften Mal hat der Nationalpark den Radtag auf das 2763 Meter hohe Stilfser Joch organisiert. Tiefblauer Himmel, angenehme Temperaturen – aber nicht nur das herrliche Wetter hat Hobbysportler aus ganz Südtirol und weit darüber hinaus in den Vinschgau gelockt. Es ist mehr, was sie hier suchen – und finden.

Stille genießen
Mit über 1800 Metern Höhenunterschied und beeindruckenden 48 Kehren verlangt die Stilfser-Joch-Straße auch trainierten Radfahrern einiges ab. Doch jeder Einzelne scheint diesen Tag zu genießen. Die kühle Luft neben dem Trafoier Bach am frühen Morgen erleichtert die Anstrengung auf den wenigen Steilstücken. Die gewaltige Gletscherfront des Ortlers im Blick, kommt mit jedem Pedaltritt näher. Die frischen Apfel- und Kuchenstücke, die das Serviceteam an den perfekt organisierten Raststationen überreicht, versprechen einen fruchtigen Energieschub. 

Am meisten aber fasziniert die Stille. Kein Motorrad, kein Auto, kein Hubschrauber. Selbst die Murmeltiere trauen sich aus ihren Löchern und schauen dem bunten Radlerwurm zu, der sich da in Serpentinen nach oben schlängelt.

Ziele spüren
Sie, die Murmeltiere, würden sich wohl öfter so einen Radtag wünschen. So wie viele Radfahrer und vielleicht auch einige Wanderer. Und auch viele Kühe und Schafe, viele Blumen und Vögel. Einfach zwischendurch entschleunigen, still werden, wahrnehmen. Das ist nur möglich, wenn man aussteigt aus  dem Alltag und aus dem Auto. Umsteigen auf "Selbertreten", auf Fahrradfahren. Es hilft auch ein Ziel vor Augen zu haben, das von ganz unten unerreichbar scheint und das dann, Atemzug für Atemzug, greifbarer wird. Irgendwann ist es dann vor einem, das Ziel, nun kann man es nicht nur sehen, sondern auch spüren.

Mitmachen
In Südtirol gelingt das immer öfter, Menschen zum Aussteigen (vom Auto) und Umsteigen (auf das Fahrrad) zu bewegen. Der Radtag am Stilfser Joch hat längst Gesellschaft bekommen. Der „Sella Ronda Bike Day“, an dem rund um den Sellastock sämtliche Pässe für den motorisierten Verkehr gesperrt werden, findet heuer sogar zweimal statt. Nach dem 3. Juli haben auch am Sonntag, 18. September, die Radler in den Dolomiten die Vorzugskarte. Bereits am Vortag, am 17. September, ist die Mendelpass-Straße bis zum späten Nachmittag den Radfahrern vorbehalten.

Die Radtage interessieren, faszinieren und sind ein Statement für eine naturverbundene Freizeitgestaltung. Vielleicht gelingt es im nächsten Sommer, noch weitere Radtage zu organisieren. Nicht nur für die Radler. Vielleicht auch für die Wanderer und Murmeltiere, für die Kühe und Schafe, für die Blumen und für die Vögel. 

 

 

 

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