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Sentres Magazin – Genuss & Gastlichkeit

Speck, Prosciutto und die Maschine

Noch dünner! Beinahe durchsichtig. Muss das wirklich sein? Soll der Speck, beinahe anämisch aufgeschnitten, den Hungertod erleiden?

Aus gegebenem Anlass, nämlich ein um Hilfe suchender Telefonanruf eines Mitarbeiters, einige Gedanken zum Thema Speck. Was war geschehen?

Sentres nimmt auch dieses Jahr wieder an der Fachmesse "Hotel" teil. Eine Kleinigkeit zum Beißen, vielleicht auch ein Gläschen Roten dazu. Gastfreundschaft soll ja nicht vor den Messetoren halt machen. Soweit, so klar. Nun gibt es sich aber, dass anscheinend etliche andere Aussteller den Besuchern ihres Messestandes ebenfalls eine Kleinigkeit zum Essen anbieten. Das ist gute Tradition, eine Messe ist anstrengend, für Aussteller und Besucher gleichermaßen. Und jene, die den Gaumen ihrer Gäste ebenso mit heimischem Geräucherten verwöhnen, kredenzen dieses hauchdünn geschnitten, so wie es nur eine Maschine erster Qualität zu schneiden vermag.

Und nun der Anruf, beinahe verzweifelt. Der Speck bei den Ausstellern nebenan, gegenüber, in der nächsten Reihe, sei zarter geschnitten, dünner ganz sicher, und damit auch besser. Wir müssten unbedingt sofort etwas unternehmen, eine alte Berkel irgendwo auftreiben oder zu einem Metzger rennen, unseren köstlichen Speck feinstens zu zerteilen. Aber ist das wirklich besser?

Einen Moment bitte! Muss Speck wirklich papierdünn sein? Oder wollen wir ihn lieber ganz klassisch tirolerisch, nach Väter Sitte mit dem Sackmesser auf einem polierten, vom vielen Gebrauch glatt gewordenen Brett, in mundgerechte Stücke geschnitten?
Kann und soll man Speck mit Prosciutto Crudo gleichsetzten? Und damit meine ich nicht im Sinne der Qualität, sondern im Sinne der Esskultur und Alltagskultur? Oder haben uns die vielen „Speck am Brettl“ Angebote die Lust am selber aufschneiden bereits genommen? Was spricht dagegen, dem Speck mit der althergebrachten Methode des Aufschneidens jene Ehre zu erweisen, die ihm eigentlich gebührt?

Und wenn er extrem dünn aufgeschnitten ist, so wie ein Prosciutto, schmeckt er dann nicht irgendwann auch wie ein Prosciutto?

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