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Sentres Magazin – Sport & Touren

Skitouren im Spätwinter, das ursprüngliche Vergnügen.

Der nostalgische Blick einer passionierten Skitourengeherin auf die früheren Zeiten.

Damals, vor 35 Jahren, als ich mit dem Skitourengehen begann, lautete die am meisten diskutierte Frage noch „Spann- oder Klebefelle?“. „Meine Felle kleben überall, außer auf den Skiern.“ „Mit Spannfellen kann dir das nicht passieren.“ Vor- und Nachteile der beiden Felltypen wurden mittags im Gasthaus vor der dampfend heißen Knödelsuppe heiß diskutiert. Ja, damals waren wir um 1 Uhr schon wieder im Tal und ganz viel Bergerfahrung, Naturspüren und Wintererleben lag hinter uns. Wir starteten schließlich früh. Treffpunkt war der Dominikanerplatz in Bozen, im Morgengrauen um 6 Uhr. Die Skitourensaison begann im Frühjahr. Im Februar ein paar leichte Eingehtouren, die „richtigen“ gingen wir ab März, bis in den Mai und sogar Juni hinein. Für den krönenden Abschluss hoben wir uns die Dreitausender und die Gletschertouren auf: die Dreiherrenspitze, den Cevedale, die Zugspitze. Unter gleißender Sonne. Sonnencreme mit Schutzfaktor 30 auftragen. Ordentliche Gletscherbrillen aufsetzen. (Die mit den runden Gläsern und dem Lederschutz rechts und links). Ja, auch solche Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen waren ein Dauerbrenner bei den Tal- und Gipfelgesprächen.

Nützliches zur Skitour: 
- Sicherheit im alpinen Gelände
- Informationen über die Lawinenwarnstufe vor der Tour

Auf den Skiern war unsere Gruppe immer alleine unterwegs. Die klare Luft, der befreiende Weitblick in der Höhe, die jungfräulichen Hänge: sie gehörten uns. Wenn am Parkplatz des Startpunkts schon ein Auto stand, zauberte unser Bergführer flugs eine Variante aus dem Rucksack, um den anderen Skitourengehern und potentiellen Schneebrettern auszuweichen. Skitouren war damals noch Ausnahmesport. Nur wenige plagten sich mühsam 3 bis 4 Stunden den Berg hinauf für eine einzige Abfahrt! Heute ist das Sich-plagen Mode geworden. Ungläubig höre ich von SkitourenRENNEN, an denen 100 Sportler an den Start gehen. Für mich passt das nicht zum stillen Berg, den ich voller Respekt und mit Vorsicht hinaufgehe. Er könnte ja auch laut werden und ein donnerndes Schneebrett zu Tale schicken, wenn ich die jungfräulichen oder schon zu oft gequerten Hänge kreuze. Die Skitourenrennen passen auch nicht zum Begutachten der Schneeverhältnisse vor Ort, zum Erkennen von Schneeverfrachtungen und Gleitschichten bevor man in den nächsten Hang einsteigt, zum sorgfältigen Auswählen der Route. Das braucht Zeit und Ruhe, auch wenn das bei den Berg- und Skiführern ganz schnell geht und einfach aussieht. 

Zeit und Ruhe braucht es auch, um die Kraft und Energie aufzusaugen, die von den Berggipfeln im tiefen Winter ausgeht, und um die Bilder von Felswänden und Schneehängen aufzunehmen, die ich mir dann während der Woche immer wieder vors innere Auge holen kann. Ich wünsche allen leidenschaftlichen Skitourengehern da draußen mal wieder eine Tour, so wie man sie damals ging. Mit Aufstehen fast ‚mitten in der Nacht‘. Mit frühem Aufstieg und dafür Sonnenaufgangserfahrungen. Mit Erfahrungen des Als-Gruppe-unter-sich-seins. Alleine mitten im Winter. Tourengehen zur ursprünglich korrekten Skitouren-Saison sozusagen. Nämlich um Ostern. In diesem Sinne: Berg- und Skiheil! 

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