Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
zurück zu Natur & Umwelt

Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Sehr geehrter Landesrat Widmann, lieber Tommy!

Die neueste Herausforderung für öffentliche Verkehrsmittel in Südtirol. Noch ist genung Zeit für Planung und Umsetzung.

Na klar, es ist eher etwas kühl im Moment. Das Thema ist also nicht so wirklich dringend, noch nicht. Aber! Die Feiern zu Sylvester sind soeben mit mehr oder weniger Blessuren überstanden und schon geht’s rasant auf Ostern zu. Ist tatsächlich so! Wer’s nicht glaubt, der soll einfach schnell 228 mal Desoxyribonukleinsäure sagen. Da vergeht ganz schön viel Zeit, und schwups, ist Ostern! Oder beinahe. Also höchste Zeit Rennrad und Mountainbike abzustauben und los geht es in die neue Saison.

Eine Saison, in der es bei den öffentlichen Verkehrsmitteln Neuheiten geben soll. Zum Beispiel eine Vereinfachung des Tarifsystems. Oder wichtig, vor allem für den Bozner und Überetscher Raum eine „sinnvolle und zielführende Lösung“, was auch immer das sein mag (Details gibt es wie üblich vor der nächsten Wahl).

Auch die Hochtechnologie hält Einzug bei den Öffentlichen, es sollen nämlich fünf Wasserstoffbusse angekauft werden. Diese sollen mit dem in der Produktionsanlage in Bozen Süd hergestellten Wasserstoff umweltfreundlich betrieben werden. Kostenpunkt der Anlage circa 16 Mio. Euro. Ziemlich viel Knete für eine Technologie mit eher unsicherer Zukunft. Eventuell könnte man, anstatt aus dem Strom Wasserstoff zu gewinnen, diesen direkt verwenden, z. B. zum Antrieb der „sinnvollen und zielführenden Lösung“ zwischen Bozen und Überetsch.

Aber das ist ein ganz anderes Thema. Unser Anliegen ist wesentlich bescheidener, um nicht zu sagen beinahe banal. Wir hätte gerne Radträger für Busse! Also so ein Metallgestell, vorne oder hinten am Bus angebracht, in dem der Radler sein kostbares Fortbewegungsmittel fest positionieren kann. Eine kleine Investition für die Verkehrsbetriebe, eine große Hilfe für alle, die gerne mal eine Mountainbiketour unternehmen würden, ohne das Auto zu benützen.

Jetzt wird ein Hr. Landesrat Widmann einwenden, was ein richtiger Radler ist, der steigt gefälligst Zuhause auf, fährt in den Vinschgau oder nach Villnöss oder sonst wo hin, dreht dort seine ambitionierte Runde und radelt abends wieder heim. Ist schließlich alles zusätzliches Training. D’accord, ist natürlich auch eine Meinung. Für einen durchtrainierten Landesrat ist so was natürlich kein Problem. Jetzt könnte man kleinlich sein und einwenden, dass nicht jeder Landesrat so sportlich ist und auch der eine oder andere Landtagsabgeordnete hätte wahrscheinlich so seine Schwierigkeiten.

Wäre doch hilfreich, so locker zur Bushaltestelle hin rollen, einen kleinen extra Obulus entrichten, das Radl vorne oder hinten rauf lupfen und bequem in den Bus steigen. So einen Radträger braucht es natürlich nicht auf jedem Bus, vielleicht könnte man mal in der einen oder anderen Gemeinde einen Pilotversuch starten, muss ja nicht gleich der Ritten sein, da werden Bergradler sowieso nicht gerne gesehen.

Österreich und die Schweiz machen’s vor, da wird in der warmen Jahreszeit der Skiträger schon mal durch einen Radträger ersetzt. Ist auch garantiert billiger als die fünf Wasserstoffbusse.

Zur Startseite