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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Radfahrerstau an der Mautkassa?

Wie österreichische Medien berichten, plant der Betreiber der Großglocknerstraße ab Mai die Einführung einer Maut für Radfahrer zwischen 9.00 und 15.00 Uhr.

Sinn des 5 Euro teuren Obolus soll die Verdrängung der Radfahrer auf die Tagesrandzeiten sein. Nach Aussage der Großglockner Hochalpenstraßen AG würde dies die Sicherheit für die Radfahrer erhöhen. Die Anzahl der sportbegeisterten Velofahrer habe sich nämlich von 5000 auf circa 20.000 im Jahr erhöht und damit einhergehend das Unfallrisiko auf der Hochalpenstrasse.

Die Geschichte der Großglockner Straße begann übrigens 1924 mit dem Auftrag zum Bau an den Kärntner Ingenieur Franz Wallack. 1935 konnte die Straße erstmals durchgehend befahren werden. Eine Maut für Radfahrer gab es bereits damals, sie betrug einen Schilling. So neu ist das Thema also gar nicht.

Jedenfalls tobt in den einschlägigen Internetforen eine heftige
Diskussion über Sinn oder Unsinn dieser Maßnahme. Argumente für und
wider gibt es reichlich, inwiefern allerdings ein finanzieller Beitrag
von 5 Euro die Sicherheit des Radfahrers erhöhen soll, ist doch etwas
unklar. Es muss sich um so was wie einen pekuniären Airbag handeln,
anders ist es nicht zu erklären, warum ein Sturz nach der Bezahlung von 5
Euro weniger schmerzen sollte.

Und ob es der Sicherheit dient, wenn der durchschnittliche Genussradler nach 15.00 Uhr die über 1500 Höhenmeter in Angriff nimmt und sich irgendwann erschöpft in der hereinbrechenden Dämmerung die zahlreichen Kurven und Kehren hinabstürzt, lassen wir mal dahingestellt.

Der Betrieb einer ausschließlich für den Tourismus relevanten Straße erfordert natürlich einiges an finanziellen Ressourcen, insofern könnte ein finanzieller Beitrag der Radfahrer auch diskutiert werden. Die Begründung lässt aber dann doch etwas staunen.

Hoffentlich weckt dieses Beispiel jetzt nicht Begehrlichkeiten in Südtirol. Alpine Straßenübergänge hätten wir genug, Radler auch eine ganze Menge, wenn jetzt jeder ein paar lumpige Euros an die Landeskasse abführen würde….

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