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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

PimpGarage in Bozen – die E-Bike Pioniere

Franz Viehweider ist ein Überzeugungstäter. Der Mann weiß, was er sagt. Denn was Franz in seiner PimpGarage verkauft, hat er selbst getestet. Und zwar ausführlich.

Es sollte eigentlich ein kurzes Gespräch werden. Eigentlich. Nur ein paar Fragen an den Experten zu der aktuellen Entwicklung bei den E-Bikes. Geworden ist daraus ein über zweistündiges hochinteressantes Unterhaltung mit Franz Viehweider von der Pimpgarage in Bozen. Etwas versteckt liegt das Geschäft mit der angeschlossenen Werkstatt in der schmalen und ruhigen Gerbergasse wenige Schritte vom Bozner Zentrum entfernt.

Wer gezielt hierher kommt, sucht Beratung und Information aus erster Hand. Viele Stammkunden aus ganz Südtirol sind dabei, aber auch verzweifelte E-Bike Besitzer, die ihr elektrisch angetriebenes Rad im Internet oder bei großen Handelsketten billig gekauft haben. Und jetzt mit ihrer E-Schrottkiste bei Franz im Geschäft stehen und fragen, ob da noch was zu retten sei. Ist es nicht.

Infos zum Shop: 
- Pimpgarage auf sentres
- Pimpgarage eigene Homepage

Franz sagt es einfach wie es ist. Wer ein billiges E-Bike kauft, kauft teuer. Schnelle Abkürzungen zur Qualität gibt es nicht. Wer sich irgendwo ein besonders günstiges Gerät aufschwatzen lässt, soll sich dann nicht wundern, wenn es überall quietscht und knarzt.

Franz meint, im Grunde ist es eine einfache Rechnung. Für ein gutes Stadtrad mit vernünftigem Rahmen, hochwertiger Schaltung, bequemem Sitz, ordentlicher Beleuchtung usw., sind schnell mal 500 bis 1000 Euro fällig. Dazu kommen dann noch die E-Bike Komponenten, also der Elektromotor, die Steuerung und vor allem eine hochwertige Batterie. Ergibt sehr schnell einen Paketpreis von über 2000 Euro. Nach oben geht natürlich immer noch einiges. Man kann so ein E-Bike fix und fertig kaufen, oder sich auch bei Franz ein hochwertiges Rad zum E-Bike umbauen lassen. Das ist dann natürlich die ganz besondere und individuelle Lösung.

Richtig leidenschaftlich wird Franz, wenn er nach den Eigenschaften, oder eigentlich eher der Eignung, der meisten verkauften E-Bikes gefragt wird. Die großen Hersteller in Europa sitzen in Norddeutschland und Holland. Prinzipiell gute Räder, sagt Franz. Aber! Hier kommt der problematische Punkt. Die meisten taugen nix. Nicht weil sie technisch schlecht wären, sondern weil sie für das Flachland konzipiert sind. Zu wenig Drehmoment, das ist das Problem. 10 oder 20 km über flaches Gelände zur Arbeit pendeln, kein Problem. Aber versuch mal, mit so einem E-Bike täglich zusätzlich auch ein paar hundert Höhenmeter zu fahren. Da braucht es schon etwas mehr Saft. Im Motor und vor allem der Batterie.

Da kommt das Gespräch auch schnell auf die nützlichen Aspekte eines E-Bikes. Man muss unterscheiden, sagt Franz. Einerseits in die Sport- und Freizeitgeräte. Also Mountainbikes und Tourenräder mit motorischer Unterstützung. An diesem Punkt glänzen die Augen. Er, sagt Franz, als begeisterter Motorradfahrer, hat mit den E-Bikes gelernt, Umwelt und Natur neu zu sehen. Neu heißt langsamer, bewusster. Beim Motorradfahren zählt die nächste Kurve, mit dem E-Bike die Natur am Wegesrand. Aber vor allem können mit dem E-Bike auch weniger fitte Radfahrer die Berge erkunden.

Und dann gibt es da die E-Bikes für den täglichen Gebrauch. Mit den bereits erwähnten Problemen. Denn so richtig flach ist Südtirol selten. Also auch hier gilt, es braucht einen vernünftigen fahrbaren Untersatz. Mit ordentlicher Batteriekapazität und leistungsstarkem Elektromotor. Aber damit kann man dann auch über weitere Strecken pendeln. Der Vergleich zu einem Moped drängt sich auf. Auch hier rechnet Franz vor. Klar, sagt er, es ist offensichtlich, man tut was für Umwelt und Gesundheit. Aber es lohnt sich auch. So eine E-Bike „Tankfüllung“, das sind um die 50 Cent. Damit kommt man, je nach Höhenprofil, 50 bis 70km. Also 100km für 1 €. Versicherung und Steuer fällt auch nicht an. Und man darf auf den Radwegen fahren, elegant vorbei am Stau. Das sind gute Argumente.

E-Bikes sind also nicht nur umweltfreundlich, sondern auch freundlich zur Brieftasche. Sollte die öffentliche Hand also mehr zur Förderung tun? Franz winkt ab. Die öffentliche Hand, sagt er, engagiert sich zwar. Nur leider geht das oft in die falsche Richtung. Ein Beispiel, die E-Tankstellen für die Bikes. Da stellt sich die Frage, was soll so schlecht sein an einer E-Tankstelle? Prinzipiell nichts, lacht Franz, nur dummerweise hat praktische jedes E-Bike andere Anschlüsse und Batterien. Da müsste man immer das eigene Ladegerät im Rucksack haben. Aber wenn man das sowieso mithat, genügt eine normale Steckdose auch. Das bisschen Strom bekommt man in jedem Gasthaus, wenn man dort auch etwas isst und trinkt. Besser die öffentliche Hand investiert weiter in den Ausbau des Radwegenetzes. Das ist in Südtirol zwar schon sehr gut, aber besser geht ja immer.

Was macht Franz , wenn ein neues Bike ins Geschäft kommt? Er testet es. Ziemlich ausgiebig, oft über hunderte Kilometer. Die besten Teststrecken liegen vor der Haustür. Einmal von Bozen nach Kohlern hoch zum Beispiel. Das sind 8.5 Km und 850 Hm. Da trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Oder richtig böse, die kurze Strecke nach St. Magdalena. Bis zu 25% Steigung bringen auch das beste E-Bike an die Grenzen.

Testen, verbessern, wieder testen, neu einstellen, andere Komponenten, neue Hersteller. Über viele Jahre hat sich Franz Viehweider von der Pimpgarage mühsam einen wertvollen Erfahrungsschatz aufgebaut. Den er jetzt bereitwillig mit seinen Kunden teilt. Wenn gerade mal etwas Zeit ist, gerne auch ausführlich. Wer sich von Franz Viehweider beraten lässt, weiß danach garantiert mehr über E-Bikes als er sich jemals vorstellen konnte. Hier bei Franz in der Pimpgarage gibt es keine Verkaufsberatung, hier gibt es Wissensvermittlung zum Thema E-Bike. Und natürlich auch die neuesten Bikes, alle handverlesen und von Franz persönlich getestet.

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