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Sentres Magazin – Sport & Touren

Phänomen "Trailrunning"

Früher ging der Bergfreund wandern, heute erklimmt er den Gipfel im Laufschritt. Wieso eigentlich?

Der Berg ist spätestens seit den Anfängen des Alpintourismus am Ende des 19. Jahrhunderts, der Ort der Entspannung, der körperlichen Herausforderung, der Regeneration vom monoton fordernden Arbeitsleben. Die Kleidung wurde der rauhen, alpinen Umgebung angepasst und der Weg zum Gipfel wurde gemächlich in Angriff genommen. Langsam kam der Wanderer seinem Ziel näher, bis er es endlich erreicht hatte. Spätestens am Gipfel, wurde eine Pause eingelegt, die Aussicht genossen. Erst viel später wurde wieder der beschwerliche Weg ins Tal angetreten. Ein Bergtag aus alten Tagen.

Fordern anstatt ausruhen

Heutzutage geht alles schneller, viel schneller sogar. In jeder Hinsicht und in jeder Lebenssituation. Die Verkehrsmittel, die Essenszubereitung, die Arbeitsabläufe, die Kommunikation und ja, auch die Freizeitgestaltung und die damit zusammenhängende körperliche Herausforderung. Die Freizeitsportler werden immer motivierter, sind immer besser ausgerüstet und sind oft von den Profis nur noch dadurch zu unterscheiden, dass sie mit ihrer sportlichen Tätigkeit nicht ihren Lebensunterhalt verdienen.

Besonders im Bergsport stieg die Lust nach "mehr, schneller, weiter" rasant. Scheinbar funktioniert die altbekannte Methode, sich in der Freizeit vom Arbeitsalltag zu erholen nicht mehr. Freizeit und Erholung werden immer mehr mit "sportlicher Höchstleistung" gleichgesetzt um auch im Arbeitsleben wieder Höchstleistungen liefern zu können. Rasten durch Schwitzen.

Laufen am Berg für Fitte und Hippe

Der althergebrachte Berglauf wurde immer öfter als eigenständige Laufdisziplin anerkannt. Alpinaffine Läufer liefen den Berg hinauf, wo früher die Wanderer bereits im gemütlichen Gang ausser Atem kamen. Aus Berglauf wurde dann irgendwann "trailrunning". Die Kleidung für diese Extremsportart wurde immer leichter und hipper, die Läufer immer fitter und vorallem immer zahlreicher. "trailrunning" wurde populär, gelaufen wurde aufwärts, abwärts, flach oder durch hindernisreiche, abwechslungsreiche Stadtumgebungen. Dies unterscheidet den "Trailrun" vom "Berglauf", es braucht keinen Berg dazu.

Wirtschaftlicher Faktor

Trailrunning ist Zeitgeist. Besonders der Stadtbewohner sucht die körperliche Herausforderung. Die künstliche Umgebung ihrer Wohn- und Arbeitswelten treibt den urbanen Menschen raus in die "Natur", egal ob in den verwilderten Stadtpark oder eben auf den Berg. Der Schneemangel der letzten Jahrzehnte hat viele Wintertourismushochburgen dazu gezwungen den Sommertourismus auszubauen. Der junge, konsumfreudige und zahlungskräftige "trailrunner" kam da gerade recht. Jedenfalls stieg der Absatz der "geländegängigen Laufschuhe" in den letzten beiden Jahren rasant. Fast jede bekannte Outdoormarke und vermehrt auch klassische Sportschuhmarken, brachten zumindest ein "trailrunner"-Laufschuhmodell auf den Markt.

Fazit:

Trailrunning ist Lifestyle, persönliche Herausforderung und der schweisstreibende Weg des urban lebenden Menschen zurück zur Natur. Viele Leute haben durch diesen neuen abenteuerlichen Anstrich des Laufsports, Lust auf Bewegung und Natur bekommen. Die Outdoorindustrie hat ein neues, wildes Imagesteckenpferd bekommen und verdient damit gutes Geld. Alle sind zufrieden. Na, dann. Wo hab ich denn bloß mein neues Camelbak hingelegt..

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