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Sentres Magazin – Sport & Touren

Partnerlook am Berg

Bei Zwillingen gehört es gewissermaßen zu ihrem natürlichen irdischen Dasein; bei in die Jahre gekommenen, urbanen Paaren ist es wohl der Zusammengehörigkeitssinn oder eher die Unlust, Zeit in Einzigartigkeit zu investieren.

Die Uniformierung eines Heeres war der erste Vorstoß der Unterordnung der Individualität des Einzelnen zugunsten der Gruppe. Mit einer solchen Angleichung der Dienstuniform wurde die Funktion des Individuums nach außen hin sichtbar gemacht und das Zusammengehörigkeitsgefühl gesteigert. Heutzutage gehen die Angleichungen des Outfits oft Hand in Hand mit dem Corporate Design des jeweiligen Unternehmens. In der Hotellerie, in der Gastronomie, im Flugverkehr, in Zug- und Busunternehmen – gleiche Kleidung zeigt die geballte Kraft eines Unternehmens, zeigt, dass an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet wird.

Trikots sind die Uniformen der Sportmannschaften. Ob beim Fußball, beim Radfahren oder beim Skifahren. Die Beweggründe für diese Angleichung in Form und Farbe der Kleidung zeugt von Zusammenhalt im Team.

Partnerlook, die Uniform für zwei?

Zusammengehörigkeit, gleiche Gesinnung, gleiche Stylevorstellung. Besonders in der Outdoorbekleidung wird es immer auffälliger, wie bis ins letzte Kleidungs- oder Ausrüstungsdetail versucht wird, die Angleichung zweier unabhängiger Individuen herbeizuführen. Besonders eine deutsche Outdoormarke im Mittelpreissegment hatte den Nerv der partnerlookinteressierten Klientel getroffen. Liegt es am Preis, am Outfit oder einfach nur daran, dass es zahlreiche Produkte bei besagter Marke in männlicher und weiblicher Ausführung gibt? Außerdem ist dieser Anbieter ein Komplettanbieter. Von der Unterwäsche bis zur Hardshell vom Hüttenschuh bis zum Bergschuh und von der Gürteltasche zum Kletterrucksack ist hier alles erhältlich. Es bietet sich also an, zu zweit in das Geschäft mit der Wolfstatze zu marschieren und sich gnadenlos von Kopf bis Fuß identisch einzukleiden.

Alle individuell, alle gleich

Der Partnerlook ist und bleibt wahrscheinlich ein Nischenphänomen, doch ist es schon faszinierend, wie in Zeiten der Rundum-Individualisierung, manche Leute auf die stark antizyklische Idee kommen, sich jetzt einfach mal anti-individuell zu kleiden. Fakt ist, dass es zwar unzählige Marken, Styles und Farbkombinationen gibt, doch der Wille eines fast jeden Outdoorenthusiasten ist Individualität. Die Marken, die dann besonders auffällig individuell gestylt sind, bekommen am meisten Aufmerksamkeit und werden gekauft. Am Ende sind dann alle superindividuell, doch halt auch alle gleich und gewissermaßen auch schon wieder uniformiert. Damit sind wir wieder am Ausgangspunkt des Gedankenganges angekommen. Gleich gekleidet, gleich denkend, gleiches Ziel vor Augen. Größtmögliche Individualisierung, nämlich. Partnerlook hingegen ist also fast schon abgehoben individuell, wenn man davon ausgeht, dass ein Paar aus zwei Leuten besteht, die gleich aussehen und eine unzusammengehörige, sich vermeintlich individuell kleidende Gruppe von Leuten, eben auch sehr ähnlich aussehen. Schon schwierig heutzutage individuell zu sein.

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