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Sentres Magazin – Sport & Touren

Nebel am Berg - Sicherheitstipps

Nebel am Berg kann ein beträchtliches Sicherheitsrisiko darstellen. Nichts. Oben nichts. Unten nichts. Kein Tannenzweig. Kein Windhauch. Kein Vogelgezwitscher. Nur diese verdammte Stille. Dieses undurchdringliche Weiß. Ein Schritt nach oben – er geht ins Leere. Ein Blick nach unten – nur noch Schwindel im Kopf.

Wer des öfteren in den Bergen unterwegs ist, der hat mit diesem unheimlichen Gefühl vermutlich schon Bekanntschaft gemacht. Schuld daran war der Nebel. Er ist eine oft unterschätzte Gefahr im Gebirge. Vor allem oberhalb der Waldgrenze und bei Ski- oder Schneeschuhtouren kann er dem Wanderer oder Tourengeher zum Verhängnis werden. Weil es dann kaum mehr Orientierungspunkte für Augen und Ohren gibt, passieren so eigenartige Dinge wie im Kreis gehen, ins Leere treten oder schwindelig werden. Gefährlich wird‘s, wenn man in unwegsames Gelände kommt oder im Winter einen Lawinenhang anschneidet. 

Wetterbericht studieren
Der Grund für Nebelbildung ist oft warmer Boden und kalte Luftströmung oder auch unterschiedlich kalte Luftschichten. Die Meteorologen sprechen dann von Nebel, wenn die Sichtweite weniger als einen  Kilometer beträgt. Oft ist er aber weitaus dichter, und dann ist der Weg schnell verloren und der Unfall passiert. Fragt sich, wie man als Bergwanderer oder Tourengeher der feuchtkalten Nebelsuppe rechtzeitig entkommen kann. Und noch wichtiger:

Wie verhält man sich, wenn man in schwierigem Gelände von Nebel überrascht wird?

Otto Glöggl vom AVS-Bergrettungsdienst Meran rät bei Ausflügen ins Hochgebirge oder in unbekannte Gefilde in jedem Fall: „Den Wetterbericht studieren und bei unsicherer Wetterlage erst gar nicht zu einer solchen Tour aufbrechen.“ 

Auf sicherer Route ins Tal
Wer in unübersichtlichem Gelände merkt, dass plötzlich Nebel aufzieht, sollte so schnell wie möglich auf der sichersten Route ins Tal absteigen oder abfahren. Erscheint das zu riskant, sollte unverzüglich ein Unterschlupf gesucht und eventuell ein Biwak errichtet werden – wenn möglich ohne langes Herumirren und an einem sicheren Ort. „Auf gut sichtbaren Steigen, bei guter Markierung im Wald und vor allem, wenn man das Gebiet gut kennt, kann eine Tour aber auch im Nebel ohne größere Gefahr fortgesetzt werden“, sagt Otto Glöggl.

GPS & Co. sind nicht alles
Wie hilfreich sind bei Nebel technische Geräte wie Kompass, Höhenmesser und die immer häufiger verwendeten GPS-Geräte? Tatsache ist, dass damit die Orientierung einfacher und der richtige Weg oft schneller gefunden ist. Allerdings: Sich hundertprozentig auf sein technisches Wunderwerk im Rucksack zu verlassen, kann laut Otto Glöggl auch zum Verhängnis werden. Denn abgesehen davon, dass gute Kenntnisse im Umgang mit solchen Geräten absolut notwendig seien, dürfe man sich als Bergsteiger keineswegs blind darauf verlassen: „Da ist es oft besser, man vertraut seinem Instinkt und seinen Orientierungsfähigkeiten.“ Außerdem gibt es da noch die „gute alte“ (und möglichst aktuelle) Wanderkarte. Sie soll bei jeder Tour mitgeführt und studiert werden. Nur in Kombination mit einer Wanderkarte können alle modernen technischen Geräte auch wirklich nützlich sein.

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