Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren
zurück zu Natur & Umwelt

Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Müll am Berg - 2. Teil

Der Umweltschutzgedanke festigt sich zwar zunehmend in den Köpfen der Menschen und im speziellen der Alpinsportler, doch gibt es noch viel zu tun bis auch der letzte Alpensteig vollkommen müllfrei ist.

Noch vor einigen Jahrzehnten wurden den Schutzhüttenbetreibern noch "Umweltauflagen" verordnet, daß die Abfälle zerkleinert in irgendwelche Gletscherspalten versenkt oder unter Steinen deponiert werden sollten. Die Hoffnung, daß solche hochalpine Müllablagerungen in wenigen Jahren zerfallen bzw. nie mehr an die sichtbare Oberfläche der Landschaft gelangen würden, bewahrheitete sich leider nicht. Die Gletscher schmolzen, der Permafrost verlor seine fixierende Eigenschaft und nach und nach gab der mit Müll gespickte Berg seine ziemlich abfällige Füllung frei. 

Faul und respektlos
Heutzutage sind die immer zahlreicher werdenden Alpinsportler zwar weitaus umweltbewusster unterwegs als früher, doch gibt es leider immer noch einige Pseudo-Naturliebhaber, die hinter sich eine Straße der spontanen Müllentsorgung hinterlassen. Meist handelt es sich bei den zurückgelassenen und bagatellisierten Überbleibseln der Tour um reine Faulheitsrückstände. Gewicht hat das Weggeworfene nämlich meist fast keines mehr.

Einerseits spurten Herr und Frau Bergsportler mit ultraleichter Hightechausrüstung durch die wilde Berglandschaft und trimmen sich zu immer neuen Höchstleistungen. Andererseits ist der Rücktransport des während der Tour produzierten Haufens Müll aus Extremenergie- riegelverpackungen, Bier- und Thunfischdosen und sonstigen Einwegverpackungen, dann doch eine sportliche Herausforderung, für die nicht mehr ausreichend Ehrgeiz vorhanden zu sein scheint. Wahrscheinlich ist es nur wegen der exorbitanten Knie-Extrabelastung, die der Mülltransport zurück ins Tal mit sich bringen würde. Oder so.

Ehrenamtliche Müllbelastung
Jedes neue Jahr quälen sich unzählige ehrenamtliche Helfer von Naturschutz- und Alpenvereinen in unzähligen Stunden und Wochen durch die Bergwelt, um tonnenweise Zivilisationsrückstände aus alpinen Höhen ins Tal zu tragen, schleifen und schlußendlich regelrecht zu entsorgen. Wahrscheinlich würden diese Leute auch lieber in die Berge wandern, steigen und klettern, ohne den Müll anderer zwischen den am Steig liegenden Steinen herauszunesteln, aber anders läßt sich wohl gerade keine müllfreie Alpenregion erreichen. Schade eigentlich.

Zur Startseite