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Sentres Magazin – Wellness & Ausgehen

Latschenkiefer ist In

Pinus Sarentensis oder Sarner Latschenkiefer - Sie ist Plage und Segen zugleich. Aber das ist es nicht, was die Sarner Latsche so einzigartig macht.

So manchem Sarner Viehbauern sind die Latschen der sprichwörtliche Dorn im Auge. Kein Wunder, wuchern die buschigen Krummhölzer doch ausgerechnet auf den saftigen Almwiesen oberhalb der Waldgrenze. Dort, wo eigentlich Rinder und Schafe im Sommer ihre Vitamine für die gute Milch fressen sollten. Trotzdem könnten die Latschen jetzt mehr und mehr zum Segen für das Sarntal werden. Vor einigen Jahren hat man die Einzigartigkeit der Sarner Latsche erkannt und arbeitet nun sehr intensiv daran, die mittlerweile kreierten Markenprodukte aus der Latsche in größerem Stil zu vermarkten.

Alte Tradition
Doch zunächst ein Blick zurück: Die Tradition des Latschenbrennens ist im Sarntal schon Jahrhunderte alt. Durch Wasserdampfdestillation gewinnt man aus den dünnen Zweigen, Nadeln und Zapfen der Pflanze das Latschenöl. Dessen wohltuende, durchblutungsfördernde und belebende Wirkung war weitum bekannt, und die Sarner Latschenbrenner verkauften ihr Latschenöl sogar nach Österreich und Deutschland. Doch mit zunehmender ausländischer Konkurrenz zahlte sich die harte Arbeit kaum noch aus.

Erst im Zuge eines 2002 gestarteten EU-Leader-Projektes wurde das riesige Potenzial der Sarner Latsche wieder neu ausgeschöpft. Drei Betriebe – die Latschenbrennerei Eschgfeller von Philipp Eschgfeller in Reinswald, Gregor Wenter vom Hotel-Restaurant „Bad Schörgau“ zwischen Bundschen und Sarnthein und Franz Gruber vom Hotel „Hohenegg“ in Reinswald gründeten zunächst die Genossenschaft Sarner Natur. Ihr Ziel: aus dem authentischen Produkt Sarner Latsche eine ebenso authentische Marke zu schaffen und diese auch authentisch zu vermarkten.

Besondere Wirkung
Doch die besondere Wirkung des Sarner Latschenöls musste erst einmal bewiesen werden. Mit Unterstützung durch das Leader-Programmm wurden intensive Forschungen in Auftrag gegeben. Und tatsächlich lieferten anerkannte Labors und die Universität von Ulm bald den Beweis: Die Sarner Latschenkiefer (Pinus sarentensis) unterscheidet sich in ganz besonderer Weise von anderen Latschenkiefern. Dadurch, dass sie nicht auf Kalk-, sondern auf sauren Böden wächst, dabei heiße, oft trockene Sommer und schneereiche Winter überstehen muss, entwickelt sie eine ausgesprochen hohe Intensität in ihrer Wirkung.

Mit dieser Erkenntnis war ein wichtiger Schritt getan: Die Sarner Latsche hatte ihr Alleinstellungsmerkmal auf dem umkämpften Markt. Der nächste Schritt war die Entwicklung einer eigenen Marke. 2005 wurden erstmals Produkte unter dem Namen „Trehs“ vorgestellt. Mittlerweile ist die Produktpalette deutlich gewachsen. Neben dem reinen ätherischen Öl werden verschiedenste kosmetische Anwendungen, von der Körpermilch über das Fußgel bis zum Shampoo unter der Marke „Trehs“ angeboten. Aus der Genossenschaft Sarner Natur ist eine Gesellschaft geworden, die sich nun selber trägt und mit viel Einsatz versucht, die Latsche noch mehr zum Symbol für das Sarntal zu machen.

Kreative Sarner
Dabei macht sich auch die Kreativität der Mitstreiter bezahlt. Die Familie Eschgfeller, die schon vor vielen Jahren das „Latschenbadl“ geführt hat, bietet in ihrem Haus  verschiedene Anwendungen mit Latschenöl an: Massage, Wickel und das Latschenölbad. Sogar beim Latschenbrennen kann man zuschauen. Gregor Wenter indessen baut in seiner Küche die Latsche gekonnt in die Speisekarte ein.
Damit ist die Latsche drauf und dran, sich von der Plage zum Segen für das Sarntal zu entwickeln. Den Rohstoff, das wissen die Sarner Bauern, gibt es in Hülle und Fülle. Von den rund 2000 Hektar Latschenkiefern im Gemeindegebiet wird nach wie vor nur ein Bruchteil zur Veredelung gehackt. Und weil die Latsche auf den sauren Böden weitaus schneller wächst als auf den Kalkböden, wird es auch in Zukunft trotz der stärkeren Nutzung keine Engpässe geben. 

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