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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Lärchen im Goldrausch

Die Lärche wirft im Unterschied zu anderen Nadelbäumen im Winter ihre stacheligen „Blätter“ ab. Fragt sich nur: Warum?

„A Larch unterm Doch isch a ewige Soch“ lautet ein altes Sprichwort – und damit ist bei weitem nicht nur dem Reim Genüge getan. Die Lärche liefert tatsächlich ein ganz besonders stabiles und starkes Holz, das in Südtirol nicht nur in vielen Stuben anzutreffen ist. Es wird beispielsweise für die wetterausgesetzten Hinweisschilder auf Wanderwegen verwendet.

Goldene Tupfer

Doch seine Widerstandsfähigkeit ist nicht die einzige Besonderheit dieses Baumes. Die Lärche ist im Herbst auch für ein besonderes Naturspektakel verantwortlich. Während in den tiefer gelegenen Wäldern Birken, Ahorne, Buchen und andere Laubbäume dem Herbst sein farbiges Kleid anlegen, kleckst ganz oben, wo es längst keine Laubbäume mehr gibt, die Lärche ihre goldenen Tupfer in die Landschaft. Zwischen immergrünen Tannen,  Fichten, Kiefern oder Latschen sorgt sie oft bis in den Frühwinter hinein für Goldrausch-Stimmung im grauen Herbst.

So machen’s Tanne & Co.

Aber warum tut sie das eigentlich? Warum wirft die Lärche als einziger Nadelbaum im Herbst ihre „Blätter“ ab? Eine ganz genaue Antwort auf diese Frage haben selbst die besten Wissenschaftler noch nicht parat. Aber es gibt zumindest gute Erklärungen, die mit dem Aufbau der Lärchennadeln zusammenhängen. „Die Nadeln von anderen Bäumen wie Tanne oder Fichte haben eine feste Oberhaut, die zudem mit einer Wachsschicht überzogen ist“, sagt der Biologe Reinhold Haller aus Terlan. „Damit sind sie zum einen im Winter vor Kälte geschützt, zum anderen trocknen sie nicht aus, obwohl aus dem gefrorenen Boden kaum Wasser gezogen werden kann. Auch verfügen sie nur über wenige Spaltöffnungen zur Abgabe von Wasser nach außen.“

Die Lärche hingegen

Bei den Lärchen ist es anders. „Die Nadeln der Lärche sind sehr dünn, haben keine Wachsschicht und über die Spaltöffnungen geben sie Wasser ab“, erklärt Reinhold Haller. Um im Winter nicht zu „verdursten“, wirft der Baum deshalb – nach der intensiven Goldgelbfärbung – die Nadeln ab. Im Frühling wachsen sie aber schnell wieder nach und sorgen durch ihr helles Grün wiederum für einen Farbtupfer in den höher gelegenen Wäldern. Das Abwerfen der Nadeln verschafft der Lärche einen Vorteil gegenüber ihren stacheligen Mitstreitern: Sie ist noch kälteresistenter als manch anderer Nadelbaum und daher oft in Einzelbeständen noch weit über der Waldgrenze zu finden. Andererseits ist sie sehr lichthungrig und wird in üppigen Wäldern daher oft weit größer als Tannen oder Fichten.

Unbemerktes Altern

Übrigens überdauern auch die Nadeln der anderen nicht die gesamte Lebenszeit des Baumes. Sie altern – wie alles Lebendige – und fallen nach mehreren Jahren nach und nach ab. Da im selben Zeitraum andere Nadeln nachwachsen, bemerkt der Wanderer den Austausch jedoch lediglich, wenn er auf den mit braunen Nadeln bedeckten Waldboden blickt.

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