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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Königin der Berge

Unter den vielen Alpenblumen sticht eine besonders hervor: das Edelweiß, das eigentlich aus Asien stammt.

Es gibt Plätzchen in Südtirols Bergwelt – dort kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ein solches Plätzchen befindet sich am Berghang zwischen der Äußeren Falkomaialm und der Naturnser Hochwart in Ulten. Dort, wo der Steig zum aussichtsreichen Gipfel  immer steiler, das Almengras weniger und der Atem schneller wird, dort lässt zunächst ein unscheinbares Edelweiß am Wegesrand das Herz des Wanderers hüpfen. Doch kaum ist die Kamera scharfgestellt, fällt der Blick auch schon auf das nächste Exemplar …und aufs Dritte…und auf ganze Büschel…auf eine märchenhafte und doch wahre Edelweiß-Wiese!
Es ist August – Hochblütezeit des Alpen-Edelweiß, aber in solch eindrucksvoller Menge ist diese seit vielen Jahrzehnten unter Naturschutz stehende Blume in Südtirol kaum noch zu finden. Sie gilt nach wie vor als sehr gefährdet. Viel zu sehr hat sie unter der Eroberung ihres Lebensraumes durch den Menschen schon gelitten, als dass sie ihren Bestand wieder hätte ausbauen können.

Kurzinfo:
- der Weg zum Edelweiß auf sentres.com
- Einkehren im Ultental im Café Ultun

Heimat Asien
Das Edelweiß stammt eigentlich aus Innerasien. In Nepal kann man es beispielsweise auf über 3000  Metern noch beobachten. Es zählt zu den Korbblütlern und fällt vor allem durch die sternförmigen weiß schimmernden Blütenblätter auf, die eigentlich gar keine sind. Das, was wir als Blüten erkennen, sind lediglich filzige Hochblätter, die die wirklichen Blüten umgeben. Irgendwann während der letzten Eiszeit „wanderte“ das Edelweiß nach Europa aus und siedelte sich dort an, wo es sich am wohlsten fühlt: im rauen Gebirge auf alpinem Rasen und vor allem auf Kalksteinboden.

Symbolträchtig
Dass das Edelweiß nur an schwer zugänglichen Stellen wächst, hängt weniger mit bevorzugten Standorten als mit der Tatsache zusammen, dass es schon seit jeher die wohl begehrteste Alpenblume ist, die irgendwann nur noch dort zu finden war, wo keiner hinkam. Es sei denn, er kletterte einen Felsen hinauf oder hinunter – was bisweilen auch zum Tod führen konnte, wie unzählige überlieferte Erzählungen und ebenso viele Kitschromane „beweisen“. Vielleicht gilt das Edelweiß aus diesem Grund nicht nur als Symbol für Hingabe und  Liebeszauber, sondern auch für kühnen Wagemut. Und es scheint auch eine gewisse Spur von „Heimatliebe“ zu symbolisieren.  Zahlreiche Alpinvereine verwenden es als Logo, parteipolitisch wird es verwendet, und unzähligen Gastbetrieben gab das Edelweiß seinen Namen. 
Unabhängig von all dem: Wer immer dieser wunderschönen Alpenblume am Wegesrand begegnet, der soll sie bewundern, anhimmeln, begehren und fotografieren -  aber niemals pflücken, um seinen Wagemut oder seine Liebe zu beweisen.

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