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Sentres Magazin – Sport & Touren

Klettersteige – die Schwierigkeitsgrade

Pack ich’s oder pack ich’s nicht? Wer sich schon mitten im Klettersteig befindet, darf sich diese Frage nicht mehr stellen. Jeder Bergsteiger sollte sich vor dem Einstieg genau mit dem Schwierigkeitsgrad des Klettersteiges und mit den äußeren Bedingungen auseinandersetzen.

Die Einschätzung der Schwierigkeit des Klettersteiges ist keine leichte Aufgabe. Der Grund: Es gibt keine einheitlich verwendeten Schwierigkeitsbewertungen für Klettersteige. Die Auswahl an Klettersteig-Literatur ist groß. Und recht „vielfältig“ ist – leider – auch die Auswahl an Bewertungsskalen. Die einen bewerten die Schwierigkeit des Klettersteiges mit Begriffen wie „leicht“ oder „schwierig“, andere mit  Buchstaben, wieder andere mit Zahlen. 

Länderabhängige Bewertungen
In Österreich beispielsweise findet man sehr oft die Bewertungen A (= leicht) bis E (= extrem schwierig). In Deutschland hingegen verwenden viele Klettersteigführer die Buchstaben K bzw. KS für Klettersteig, gefolgt von  Zahlen 1 bis 6. So bedeutet K2 eine mittlere Schwierigkeit, K5 ist schon sehr schwierig. In Frankreich und Italien findet man häufig auch die französischen bzw. italienischen Abkürzungen von F für „facile“ (leicht) bis ED für estrema difficoltà/extremement difficile (extrem schwierig).

Jeder Herausgeber kann selbst entscheiden, welche Skala der Bewertung er für seinen Klettersteigführer bevorzugt. Und so trifft man mitunter neben den Zahlen, Buchstaben und Begriffen auch auf Sterne- und Farbskalen. „Wichtig ist“, erklärt Stefan Steinegger von der AVS-Jugend, „dass der Autor des Klettersteigführers die von ihm verwendete Bewertung auch gut beschreibt.“ 

Was wird bewertet?
Dann nämlich kann der Nutzer anhand der Beschreibung recht schnell abschätzen, ob er die Anforderungen auch erfüllen kann. Allerdings muss er darauf achten, was wirklich bewertet wird. „Eine Möglichkeit ist es, den Gesamtanspruch zu bewerten, also die schwierigen Einzelstellen, die Länge des Anstieges, den Höhenunterschied, die Schwierigkeit des Abstieges und alle anderen Faktoren“, sagt Stefan Steinegger. Manchmal beschränkt sich die Bewertung aber auch ausschließlich auf den Schwierigkeitsgrad des Klettersteiges und dessen Einzelstellen.

Das gilt vor allem für sogenannte Sportklettersteige, die oft kurz und technisch anspruchsvoll sind. „Im Gebirge ist von dieser Art der Bewertung abzuraten, denn dort spielen alle Faktoren eine Rolle, insbesondere die Kondition der Bergsteiger“, so Stefan Steinegger. Nicht vergessen werden dürften im Gebirge zudem die äußeren Bedingungen. Mögliche Schneefelder, Steinschlaggefahr oder ein ungünstiges Wetter könnten auch einfache Klettersteige plötzlich äußerst mühsam machen.

Nachfragen lohnt sich
Recht nützlich für nicht erfahrene Bergsteiger kann eine persönliche Bewertung von ortskundigen Bergführern sein. Sie können meist auch beurteilen, ob ein Klettersteig zum Beispiel aufgrund des Wetters noch zu nass ist, ob er auch mit Kindern begangen werden kann, ob er aufgrund der Schattenlage noch eisig oder zu sonnenausgesetzt ist. 

 

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