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Sentres Magazin – Sport & Touren

Höhenkrank? – Tipps für Bergsteiger

So lautet die gängige Aussage, wenn einem beim Bergsteigen plötzlich das Atmen schwerer fällt oder der Kopf zu brummen beginnt. Aber: Wie ist das eigentlich mit der Höhe? Was löst das Unwohlsein aus, und kann man dagegen vorbeugen? sentres hat nachgefragt.

Ziemlich elend fühlt man sich als Wanderer oder Bergsteiger, wenn die Beine immer schwerer werden, das „Schnaufen“ immer härter wird und der Gipfel immer weiter in die Ferne zu rücken scheint. Da oben in der Höhe wird die Luft schnell ziemlich dünn, heißt es… Und das wird sie tatsächlich, wie Otto Glöggl vom Bergrettungsdienst Meran bestätigt: „Durch die Anstrengung beim Bergsteigen benötigt der Wanderer oder Bergsteiger generell mehr Sauerstoff. Gerade der Sauerstoffgehalt der Luft wird in der Höhe aber geringer.“ Dieser Mangel müsse durch erhöhte Atemfrequenz ausgeglichen werden. Auch die Pulsfrequenz steigt. Zudem schwitzt der Körper, verlangt nach mehr Flüssigkeit – „und alles zusammen führt zu noch mehr Anstrengung“, erklärt Otto Glöggl.

Die 3000-Meter-Grenze
Ein bisschen „schnaufen“ hält der Körper meistens auch recht gut aus. Brenzlig wird es aber, wenn tatsächlich die ersten Symptome einer Höhenkrankheit auftreten. Da bleibt es oft nicht nur bei Kopfschmerzen und Übelkeit, sondern man wird schwindelig, muss gar erbrechen und hat Atemnot. Solche Symptome sind in Studien schon ab Höhen von 2000 Metern festgestellt worden. Meistens aber beginnt der Körper erst ab 3000 Metern und mehr, den Sauerstoffmangel zu spüren. 

Jeder spürt die Höhe anders
Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel vom Alter, dem Gesundheitszustand und der Sportlichkeit. „Da muss von Person zu Person unterschieden werden“, sagt Otto Glöggl. Trainierte Menschen tun sich mit der Höhenanpassung meistens leichter als Personen, die zum Beispiel nur während des Urlaubes Berge besteigen. Genauso wie Jüngere die Anstrengung durchschnittlich besser „vertragen“ als Ältere.

Unabhängig von diesen persönlichen Faktoren aber sollten Touren über 4000 Meter laut Glöggl immer und von jedem entsprechend gut vorbereitet werden. Das heißt vor allem: Ausdauer trainieren. Wer sich regelmäßig mit dem Besteigen von niedrigeren Gipfeln eine ansprechende  Kondition aufbaut, hat in jedem Fall einen Vorteil. Denn gute Ausdauer verbessert die Sauerstoffaufnahme im Körper und hält ihn somit fit. 

Gerade jetzt  im Hoch- und dann im Spätsommer sind Hochtouren und  Gipfel jenseits der 3000 Meter  aber besonders reizvoll. Gehgewohnte Bergsteiger sind dann meistens auch schon gut trainiert und trauen sich einiges zu. Trotzdem mag sich der eine oder andere die Frage stellen, ob er sich auf die Gletschertour speziell vorbereiten sollte.

Mut zum Absteigen
Mitunter kann es aber trotzdem passieren, dass man sich zu viel zumutet, einen schlechten Tag erwischt oder die Tour einfach falsch eingeschätzt hat und „mit der Höhe nicht zurechtkommt“. Was tun, wenn plötzlich nichts mehr geht? Der Bergrettungsmann aus Meran rät: „Zuerst einmal rasten und den Flüssigkeitsverlust ausgleichen, also  etwas trinken.“ Wenn sich danach auch noch keine Besserung einstellt, solle man den Mut haben, abzubrechen, also in tiefere Lagen abzusteigen. Dort erhole man sich meistens wieder sehr schnell, vor allem, wenn man den Einflüssen der Höhe nicht schon über längere Zeit ausgesetzt war.

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