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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Hinaufgehen, um runterzukommen

Wandern über mehrere Tage und in ungezähmter Landschaft bringt den Menschen zurück zur Natur, zurück zu sich selbst.

Es duftet nach Erde, nach Wiesenkräutern. Nach Holz, nach Moos, nach Sonne auf Fels. Hohe Gräser biegen sich unter belebend frischem Wind. Wild zerrissene Kanten, Scharten und Gipfel bilden eine dramatische Kulisse.

Wandern bedeutet Natur erleben. In all ihrer puren Schönheit. Doch erst, wenn sich eine Wanderung über mehrere Tage hinauszieht, gelingt es, alles Alltägliche zur Gänze abzustreifen, loszulassen, einfach nur zu Sein. Beim Fernwandern wird aus erleben eine Erfahrung.

Fernwandern ist in den letzten Jahren immer populärer geworden. Diese Entwicklung bezieht sich nicht nur auf den weltbekannten Jakobsweg. Vom Nordkap bis zur Stiefelspitze Italiens, vom Bosporus bis nach Lissabon ziehen sich 55.000 Kilometer an Fernwanderwegen wie ein feinmaschiges Netz über ganz Europa. 1969 wurden die elf europäischen Fernwanderwege gegründet, die 30 Länder miteinander verbinden. Der E5 Wanderweg zieht sich 3.200 Kilometer von der Bretagne, über die Alpen, bis nach Venedig. 3.200 gut markierte Kilometer.

Im Grunde beruht das Wandern über einen längeren Zeitraum auf einer alten Tradition. Einst wurden junge Burschen auf Wanderschaft geschickt. Dies war Teil ihrer Ausbildung zum Gesellen. Schon damals begriff man: wandern bedeutet lernen. Und kennenlernen. Die Wunder der Natur, Menschen, die einem begegnen, und sich selbst. Schritt für Schritt.

Fernwandern. In die Ferne wandern. Zurückkehren zur Einfachheit. Zu einem naturnahen, leichten Leben. Verstehen, wie wenig es im Grunde braucht, um glücklich zu sein, wie wenig, um tagelang zu überleben. Denn alles Notwendige trägt man auf seinen Schultern.

Das Gefühl für Zeit und für Entfernungen verändert sich mit zunehmender, zurückgelegter Strecke. Man hat ein Ziel vor Augen, um es, in Etappen unterteilt, zu erreichen. Es geht darum, sich täglich vor eine Aufgabe zu stellen und diese zu bewältigen. Seine eigenen Grenzen auszumessen und zu erweitern.

Das monotone Geräusch von Wanderschuhen auf Waldboden. Gleichmäßiges, tiefes Atmen. Alles im Einklang. Anstrengung und Erholung zugleich. Meditation und Grenzerfahrung. Rhythmus und Stille. Berge bezwingen. Hinaufgehen um herunterzukommen.

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