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Sentres Magazin – Sport & Touren

Heini Holzer – Der Wille definiert die Möglichkeit

Heini Holzer, der Suchende, der Eigenbrötler, der Unbeugsame, der Unaufhaltbare, der Erfahrungs- hungrige. Bestimmt fänden sich in diesem oder jenem Begriff viele gute und berühmte Bergsteiger wieder. Und doch galt der Schennener Extremist als ganz besonderes Exemplar seiner Spezies.

Der stets mit dem Bild der Kleinwüchsigkeit karikaturierte Extremsportler Heini Holzer, begleitete sowohl im freien Alpinklettern als auch im klassischen Bergsteigen die ganz „großen“ der 60er Jahre. In seiner Pionierdisziplin, der Steilwandfahrt mit Skiern, bewies er, bis zu seinem tragischen Sturz 1977, letztendlich der Größte zu sein.

Von Montag bis Freitag ging Holzer fleißig seiner Arbeit als Kaminkehrer nach. In seiner Freizeit zog es ihn in die Berge. Jedes Wochenende bestieg er einen neuen Schicksalsberg. Ein unbändiger Kampf zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen begann. Mit Skiern am Rücken bestieg er, ohne mechanische Hilfsmittel, die meisten Berge im Alpenland. Oben angekommen stürzte er sich in die steilsten Wände. Dabei befand er sich stets zwischen dem 40° und dem 55° Neigungswinkel.

Ein Amateur als Profi
Holzers Leben pendelte immer zwischen „einfacher“ Arbeit und extremer Bergerfahrung. Irgendwie und irgendwo hatte er einen Weg gefunden, Routine und gefährlichstes Abenteuer zu versöhnen. Dieses besondere Wechselspiel zwischen Normalität und Extreme waren ihm sein Glück und Leben.

Die Errungenschaften des unter dem Ifinger aufgewachsenen Heini Holzer sind unzählige. Angeberei und Prahlerei waren Holzer zeitlebens zuwider. Der damaligen alpinen Leistungsgesellschaft war er ein Dorn im Auge. Durch harsche Kritik und Kompromisslosigkeit wies er immer wieder die Ruhmsüchtigen in ihre Schranken.

Vermeintlich große Rekorde vieler Alpinisten "stutzte" Holzer auf ihre wahre Natur herab. Durch den unentwegten Einsatz für alpine Reinheit und Fairness galt Holzer als Institution im natürlichen Bergsteigen. Körperlich als auch mental gut vorbereitet, näherte er sich seinen schier unzähligen Projekten. Der Berg wurde zur Allegorie seines Daseins.

Das Buch "Heini Holzer - Meine Spur, mein Leben Grenzgänge eines Extrembergsteigers" ist im Athesia Onlineshop erhältlich.

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