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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Hanspaul Menara - Südtirols Profi-Wanderer

Mit Hanspaul Menara im Gespräch - Teil 2: Die Zukunft der Berge

sentres: Herr Menara, was bedeutet „Berg“ für Sie?

Menara: Ja, da könnte man jetzt lange philosophieren, gell? Berg bedeutet so vieles! Jeden Tag etwas anderes. Darum machen wir es jetzt ganz simpel. Schreiben Sie: „Berg ist das Gegenteil von Ebene“ (lacht). Für mich ist Berg alltägliche Realität. So einfach ist das.

sentres: Herr Menara, nun sind Sie schon so viele Jahre in Südtirols Bergwelt unterwegs; was hat sich in all der Zeit verändert?

Menara: Am stärksten hat sich wohl das Landschaftsbild verändert, aufgrund von Erschließung. Es kam in den 60er und 70er Jahren zu einem Boom, diesbezüglich. Dabei wurden aber hauptsächlich Gebiete insgesamt erschlossen, nicht einzelne Almen, so wie heute. Derzeit werden überall Straßen hinaufgebaut. Einerseits habe ich vollstes Verständnis für die Almwirte, andererseits laufen wir damit Gefahr unser größtes Potential zu zerstören, die Natur ihrer Wildheit zu berauben.

Ja, noch gibt es sie, die unberührten Seitentälchen, und das tröstet mich. Doch müssen diese auch bewahrt werden. Im Prinzip gilt es, wie immer, den Kompromiss zu finden, den Mittelweg. Es geht darum, die Natur zu nutzen, ohne ihr zu sehr zu schaden. Berg liegt schließlich gerade wieder im Trend! Wir dürfen dieses touristische Potential nicht leichtsinnig zerstören.

sentres: Berg ist also „in“?

Menara: Ja, da hat es immer wieder Phasen gegeben, da waren dann für eine gewisse Zeit wieder auffallend viele Menschen unterwegs. Derzeit erlebt beispielsweise das Wandern eine Renaissance. Und im Winter boomt das Skitourengehen. Wenn das nicht zum Massentourismus ausartet, dann freut es mich einfach, wenn Menschen das Bedürfnis haben, wieder zurück zur Natur zu finden. Es ist schön, wenn man jungen Leuten in den Bergen begegnet.

sentres: Auch Sie haben ja dazu beigetragen!

Menara: Ja, das ist gut, wenn das so ist. Ich schreibe schon seit über 30 Jahren Wandervorschläge für das Dolomiten Magazin. Es freut mich, dass auch heutzutage noch viele Südtiroler meine Tourentipps sammeln oder wenn es heißt, dass ausgerechnet jene Wege viel begangen sind, welche ich am Freitag im Magazin vorgeschlagen habe. Man hat mir erzählt, dass solche „Sammelmappen“ nun schon an die dritte Generation weitergegeben werden.

Und mit der Digitalisierung all meiner Wanderbücher auf sentres.com wird eine weitere Generation angesprochen. Ich selbst kenn mich ja nicht so gut aus mit diesen technologischen Entwicklungen – da bin ich doch schon etwas zu alt dafür, um das zu begreifen. Ich weiß nur: das ist die Zukunft. Berg hat Zukunft.

sentres: Und ich wünsche Ihnen in Zukunft noch viele weitere schöne Erlebnisse in Ihren Bergen. Vielen Dank für dieses Gespräch.

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