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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Freiheit mit Rücksicht - Ein Pilotprojekt

In den Südtiroler Bergen geht es sportlich zu. Die Zahlen der fleißigen Skitourengeher und Winterwanderer steigt im Eiltempo. Trotz aller Begeisterung bringt dies auch erhebliche Gefahren für die heimische Tierwelt mit sich. Ein Projekt des AVS macht auf die Thematik aufmerksam.

Judith Egger im Gespräch mit Sissi March für sentres.com

Der Lebensraum Natur für Mensch und Wild gemeinsam
„Die Zeit ist gekommen mit Informationsarbeit auch in Südtirol und nicht nur im benachbarten Ausland tätig zu sein“, sagt Judith Egger des Alpenvereins Südtirol, Referat für Natur und Umwelt. Der Trend ist klar. Tausende Sportlerinnen und Sportler bevölkern seit jeher im Winter die Südtiroler Berge. Mit dem Ziel, sich auszupowern und die Schönheit von Mutter Natur in vollen Zügen zu genießen. Einem Hobby, dessen Faszination immer mehr Begeisterte verfallen. Allerdings wurde dabei in den vergangenen Jahren ein bedeutender ökologischer Aspekt vernachlässigt.

Jenen der Rücksichtnahme auf die heimischen Tiere, welche vor allem während langer und schneereicher Winter in den Bergen um ihr Überleben kämpfen. Skitourengeher, sowie Winter- und Schneeschuhwanderer dringen unbewusst in den Lebensraum des Wildlebens ein, ohne sich der eigenen Verantwortung bewusst zu sein. Genau hier greifen der AVS in Zusammenarbeit mit dem Amt für Jagd und Fischerei, dem Südtiroler Jagdverband, sowie dem Amt für Naturparke und einigen freiwilligen Mitarbeitern die Problematik mit einer Kampagne auf.

Appell an Eigenverantwortung und guten Willen
Mit der Broschüre Freiheit mit Rücksicht - Raum für Mensch und Wild leistet der AVS Aufklärungsarbeit. Dank dieses Pilotprojektes wird der Überlebenskampf des Wildlebens im Winter aufgezeigt. Harte Realität, welche durch Sportler, die zusätzlichen Lärm und Aufruhr verursachen, verschärft wird. „Die Tiere überwintern, indem sie sich ihre Energiereserven auf lange Monate aufteilen müssen“, bestätigt Frau Egger. 

„Ihre Flucht durch Störung und Lärm wirkt sich kräftezehrend aus und führt oft zu Engpässen im Energiehaushalt des Wildes“ fügt sie hinzu. Daher sei es entscheidend, den Sportlern Informationen zum Leben dieser Tiere näher zu bringen. Gesagt getan. Nun ist es amtlich. In der Broschüre, die in den beiden Landessprachen erschienen ist, gibt es all dieses Wissen zum Nachlesen und Weiterbilden. Dabei wird zusätzlich an das Verantwortungsbewusstsein eines Wintersportlers in den Bergen appelliert.

Konkrete Maßnahmen im Gelände umgesetzt
Als Pendant zu dieser bedeutenden Broschüre wurden in einigen Gebieten an strategischen Ausgangspunkten Informationstafeln mit wildverträglichen Routenempfehlungen angebracht. Dort erhalten Interessierte auch Auskunft zu verschiedenen Ruhezonen des Wildes, sowie zu allgemeinen Verhaltensregeln im Gelände. Mit dieser Aktion hofft der Alpenverein Südtirol, die Sportlerinnen und Sportler auf ihre nicht unbegrenzte Freiheit hinzuweisen und deren Feingefühl für die Berge und die darin lebende Tierwelt zu steigern. Denn nur auf diesem Weg können Mensch und Tier im Einklang den Lebensraum Natur in seiner Vollkommenheit nutzen. Ganz nach dem Motto: Die Freiheit des Menschen soll jene der Tierwelt nicht einschränken. Das Wort Rücksicht ist dabei Trend und in aller Munde. 

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