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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora und Fauna - Im Naturpark Trudner Horn.

Hoch über dem Südtiroler Unterland war Hanspaul Menara im Naturpark Trudner Horn unterwegs.

In jedem Gebiet gibt es ungleich mehr Pflanzen und Tiere, als man bei einer Wanderung zu Gesicht bekommt. Das gilt auch für die im Südtiroler Unterland ostseitig hoch über dem Etschtal gelegene Gegend, die seit mehreren Jahrzehnten als Naturpark Trudner Horn unter besonderem gesetzlichen Schutz steht und in deren Bereich sich die Dörfer Montan, Kaltenbrunn, St. Lugan, Truden, Altrei, Gfrill und Buchholz befinden.

Dichte Nadelwälder kennzeichnen das Naturschutzgebiet, aber auch Buchen- und Mischwaldbestände, lichte Lärchenhaine, ausgedehnte Wiesen, geheimnisvolle Moore und Weiher.

Einblicke in die Welt der Flora und Fauna vermitteln die von der Parkverwaltung errichteten Schautafeln, aber den unmittelbarsten Eindruck gewinnt man, wenn man das Gebiet selbst erwandert, auch wenn man dabei wie gesagt nur einen Teil der gerade in diesem Naturpark ganz besonders umfassenden Artenvielfalt selbst erlebt.

Sonniger September

An einem Septembertag bin ich hier unterwegs. In den Kronen der Buchen, Zitterpappeln, Vogelkirschen, Ebereschen, Fichten, Lärchen und Föhren ist es jetzt recht still geworden, aber die Rufe von Eichelhäher, Tannenhäher und Mäusebussard durchbrechen dann und wann doch die Stille, ab und zu zeigt sich auch dieser oder jener der kleineren gefiederten Freunde, der Gimpel etwa, die Tannenmeise oder ein kleiner Trupp Goldhähnchen, und einmal schießt, wenn ich es richtig erkannt habe, ein Sperber durchs Geäst. 

Die letzten Blüten werden von Hummeln besucht, und im Bereich der Moore oder Waldseen führen die Blaugrüne Mosaikjungfer und andere Libellen ihre Flugkünste vor.

Sommerende

Die hohe Zeit der Blüte ist zwar vorbei, aber die Stauden des Schwalbenwurz-Enzians säumen mit ihren vielen blauen Glockenblüten den Weg, ebenso die Teppiche der Besenheide mit ihren unzähligen winzigen Blütchen, und natürlich wuchert da und dort das Hain-Greiskraut mit seinen gelben Blütensternen. Auch die gelben Blüten des Habichtskrauts und der Blutwurz zeigen sich noch recht sommerlich, während die Herbstzeitlose draußen auf der taufeuchten Wiese unmissverständlich das Ende des Sommers verkündet.

Für so manchen Laubbaum oder Strauch ist jetzt die Zeit der Fruchtreife. Blaue Heckenkirsche und Heidelbeere tragen blaue, die Schwarze Heckenkirsche und die Traubenkirsche hingegen schwarze Beeren. Doch viele Pflanzen scheinen eine besondere Vorliebe für die Farbe Rot zu haben: Die Eberesche und die Zwerg-Mehlbeere tragen nämlich rote Beeren, ebenso die Hängefruchtrose und der Rote Holunder, die Alpen-Heckenkirsche und die Preiselbeere, die Echte Bärentraube und die Rote Heckenkirsche,  ja selbst die kleinen Schattenblümchen und Maiglöckchen stellen sich in diesen erlauchten Kreis.

Naschkatzen sollten freilich Zurückhaltung im Versuchen der leuchtenden Beeren üben, denn viele sind giftig oder zumindest ungenießbar und nur wenige, wie die Heidel- oder Preiselbeere, sind essbar oder sogar wohlschmeckend. Alle aber sind - so wie auch dieser oder jener Pilz - wichtige Elemente im Ökosystem Wald und hübsche kleine Vorboten der Farbenpracht, die der Herbst hier im Naturpark Trudner Horn allmählich hervorzubringen beginnt.

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