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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora und Fauna im Gebiet von Salurn

Hanspaul Menara erkennt die Pflanzen aufgrund Ihrer Blattform. Ein Ausflug oberhalb Salurns.

Schneemangel und ungewöhnlich milde Temperaturen haben die erste Jännerhälfte gekennzeichnet, und während ich an solch einem milden Tag im Gebiet von Salurn unterwegs bin, oder genauer gesagt, an den ausgedehnten Hängen, die sich rund um das Höhendorf Buchholz zwischen Laag, Salurn und Gfrill ausbreiten, habe ich das Gefühl, als breche bereits allmählich der Frühling an. So freue ich mich darüber, dass die teilweise uralten Wege, die durch die Natur- und Kulturlandschaft führen, trocken und schneefrei sind.

Winterkleid

Vor der Hintergrundkulisse, die sich von der Salurner Klause über den Mendelkamm bis zu den Meraner Bergen und zur Madrutwand spannt, säumt das filigrane Gezweig von Robinie, Hopfenbuche, Mannaesche, Rotbuche, Liguster und anderen Laubgehölzen meinen Weg. Nur die Flaumeichen tragen noch teilweise ihr verdorrtes Blattwerk.

Im wirren Gitterwerk der kahlen Laubgehölze prägen aber auch manche immergrünen Koniferen das Bild, so vor allem die rotstämmige Waldkiefer, die weithin leuchtende Mistelbüsche trägt, dann die legendenumwobene Eibe mit ihren weichen, den Tannennadeln ähnlichen Blättern, ebenso die Wacholdersträucher mit ihren stechenden Nadeln, und auch so manche Fichte und Schwarzkiefer kann ich entdecken.

Beobachtung

Während über mir zwei Kolkraben ihre Flugkünste zum Besten geben, beäugt mich ein Kleiber aus sicherer Entfernung. In einem Fichtendickicht zirpen die winzigen Goldhähnchen mit ihrem hübschen gelb-schwarzen Köpfchen, und später kreischt eine Schar der exotisch weiß und schwarz gefiederten Schwanzmeisen im Geäst eines Ahorns herum, bis eine den Baum verlässt und alle anderen ihr folgen.

Blüht entlang meines Weges im Frühsommer der prächtige Diptam, so ist jetzt davon nichts zu sehen. Das gilt auch für zahlreiche andere Blumen und es gilt für die Zyklame, die man Alpenveilchen nennt. Doch ich finde zumindest ihre herzförmigen Blätter mit der unverwechselbaren Zeichnung, die ihr den treffenden Beinamen "Erdscheibe" eingebracht hat.

Blattwerk

Ja, es sind - abgesehen von der Schneeheide, deren Blütezeit gerade beginnt - jetzt weniger die ganz vereinzelt vorhandenen Blüten, an denen man diese oder jene Pflanze erkennt, sondern die Blätter, sofern sie noch vorhanden sind.

Zu ihnen gehören die teils einfarbig grünen, teils bizarr panaschierten Blätter des Leberblümchens, deren Form der Pflanze den Namen gegeben hat. Auch der Edelgamander ist an seinen kleinen, an Eichenlaub erinnernden Blättern leicht zu erkennen, und Ähnliches gilt für die Buchs-Kreuzblume mit ihren spitzovalen Blättern.

Vereinzelt zeigt sich die Turm-Gänsekresse zwar bereits im ersten Frühlingsgrün, doch besonders auffallend und unverkennbar sind noch ihre Fruchtstände mit den langen gebogenen, im Sonnenlicht wie Silbergeschmeide glänzenden Schoten.

Fast überflüssig zu sagen, dass sich das formenreiche Blattwerk des Efeus auch hier über Böden, Felsen und Bäume rankt, eine besondere Erwähnung verdienen hingegen die weit selteneren moosgrünen Blätter des Hirschzungenfarns, die auf Anhieb so gar nicht ihre Zugehörigkeit zu den Farnen verraten. Und auch der kleine, aber häufig anzutreffende Streifenfarn und die oft mit ihm vergesellschaftete Mauerraute sind nicht unbedingt das, was man sich unter einem Farn üblicherweise vorstellt.

Ich habe, wie oben angedeutet, bei meiner Wanderung im Gebiet von Laag und Salurn zwar auch die eine oder andere verspätete oder verfrühte Blüte angetroffen. Aber vor allem hat mich die Welt der immergrünen Gewächse und insbesondere die formenreiche Welt der Blätter in ihren Bann gezogen - ein Florenbereich, dem man während der guten Jahreszeit kaum Beachtung schenkt.

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