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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora und Fauna im Gebiet von Latsch und Morter

In der Latscher Gegend des Vinschgaus muss Hanspaul Menara nicht lange nach dem Frühling suchen!

Latsch ist einer der wichtigsten Orte des Vinschgaus. Das stattliche Dorf liegt auf einem der für diesen obersten Teil des Etschverlaufs besonders typischen Schwemmkegel, der auch die Ortschaft Tarsch trägt. 
Am Westrand des Gebietes erhebt sich ein teils felsiger, teils aus eiszeitlichem Moränengeschiebe aufgebauter Geländerücken mit den beiden Burgen Unter- und Obermontani und der freskengeschmückten Stefanskapelle. Und westseitig unter dem  Burghügel liegt die Mündung des Martelltales mit dem Bachbett des Marteller Baches und dem hübschen Dorf Morter.

Das alles zusammengenommen ist die Gegend, die ich an diesem Apriltag durchwandere, wobei es mir besonders die Hänge ringsum angetan haben, die so mancher Waalweg durchquert. Zunächst verzaubert mich freilich der eine oder andere blühende Obstbaum, doch auch nach dem Verlassen der Kulturlandschaft finden sich Sträucher voller Blüten, wie etwa die Schlehe, die Rote Heckenkirsche, die Steinwechsel oder die Felsenbirne.

Anders als drüben am Sonnenberg finde ich hier im weniger stark der Sonneneinstrahlung ausgesetzten Gebiet üppige Vegetation vor, die sich bei den Gehölzen ebenso wie bei den Kräutern durch erstaunliche Artenvielfalt auszeichnet. Später zeigt sich am Montaniger Burghügel allerdings dann doch auch hier eine Insel der sonnenhungrigen Steppenvegetation.

Es blüht wieder

Insgesamt gesehen prägen teilweise Fichten, Lärchen und Waldkiefern das Bild, teilweise aber auch Laub- und Mischgehölze mit Wacholder und Flaumeiche, Zitterpappel und Birke, Grauerle und Hasel, Mannaesche und Flaumeiche, Pappel und Feldulme, Steinweichsel und Berberitze, Filz-Zwergmispel und  Liguster, Traubenkirsche und Sanddorn.

An felsigen Stellen treffe ich auf Tüpfelfarn, Braunstieligen Streifenfarn und Brombeerblätter, und aus der Welt der Gräser sind mir vor allem die hübschen Polster der Erdsegge in Erinnerung geblieben. Doch an einem Apriltag sind es natürlich die Blumen, die mich besonders erfreuen - der Gewöhnliche Löwenzahn ebenso wie das Lungenkraut oder die Zypressen-Wolfsmilch, die Knoblauchsrauke, die Berg-Küchenschelle, weiße und blaue Veilchen, das gelbe Frühlings-Fingerkraut, der Dreiblättrige und der Berg-Baldrian, blaue und vereinzelt auch weiße Leberblümchen, der noch nicht ganz aufgeblühte Zottige Spitzkiel und die Große Fetthenne.

Auch die Vögel sind erwacht

Auch im Reich der Fauna ist der nun voll erwachte Frühling deutlich zu merken, vor allem bei den gefiederten Sängern. Während oben am blauen Aprilhimmel ein Graureiher behäbig seine Bahn zieht, lassen Zilpzalp und Kuckuck im Geäst der Bäume die unverwechselbaren Laute vernehmen, nach denen sie, die Erzeuger der Laute, benannt wurden und die so unverkennbar den Frühling anzeigen wie die Gesänge von Girlitz und Mönchsgrasmücke. Und auf einem Fichtenast schmettert unermüdlich ein Buchfink seine bekannten Melodien in den Frühlingstag.

Anders hingegen Aurorafalter, Tagpfauenauge und Trauermantel - sie, die mir begegnenden Vertreter der herrlichen Schmetterlinge, schaukeln völlig lautlos durch die Luft oder dösen in der Sonne still und leise vor sich hin.

Am Rand eines Waalweges lässt sich schließlich auch noch eine junge flinke Smaragdeidechse kurz blicken, und Mauereidechsen verharren regungslos im warmen Sonnenschein oder rascheln unüberhörbar durch Gras und Laub. Und wie ich dort, wo ich meine naturkundliche Wanderung begonnen habe, wieder ankomme, blicke ich noch einmal in die Runde und hinauf zu den Burgen Montani, wo das Treiben des Mittelalters längst verklungen ist und nicht mehr der Mensch, sondern wieder Flora und Fauna die Szene beherrschen.

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