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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora und Fauna am östlichen Deutschnonsberg

Auf Hanspaul Menaras Dezember Ausflug am Deutschnonsberg sind die Vögel die Stars des Tages.

Diesmal bin ich im östlichen Teil des Deutschnonsberges und damit in dem Gebiet des Mendelkammes unterwegs, wo der Wallfahrtsort Unsere Liebe Frau im Walde und die Ortschaft St. Felix liegen. Am Morgen zeigte sich ein wolkenloser Himmel, doch im Lauf des Tages verursacht der eine und andere Wolkenschleier eine Eintrübung. Aber der Tag ist dennoch erlebnisreich.

Weil die Vegetation zu dieser Jahreszeit nicht mehr viel hergibt, schenke ich meine Aufmerksamkeit der Vogelwelt, die teilweise von den höheren Waldlagen in die Bereiche der Siedlungen übersiedelt ist. Es sind nicht wenige, die offenbar ein Leben hier im kalten Winter dem unendlich langen Flug nach Süden vorziehen - wobei das natürlich nichts damit zu tun hat, ob die Tiere dies oder jenes wollen, sondern damit, dass jene, die sich von Insekten ernähren, wegen des winterlichen Nahrungsmangels unsere Gegend verlassen müssen, während jene, die sich von Samen ernähren, hierzulande auch im Winter dies und jenes zu knabbern finden - erst recht, wenn ihnen der Mensch dabei behilflich ist.

"Ess-Manieren"

Mein Weg führt mich durch Wald und Wiesen, verschiedene Wildsträucher säumen den Weg und ich komme auch an so manchem Hof vorbei. An einem der unteren Äste eines hohen Birnbaums hängt ein Futterhäuschen für die Vögel, und ich schaue lange dem regen Treiben zu, das dort herrscht. Dabei fällt mir auf, dass zwar die kräftigen Kohlmeisen besonders eifrig vom Futterangebot Gebrauch machen. Aber fast noch dreister treibt es eine Sumpfmeise. Anders als alle anderen pickt sie nicht nur einen Samenkern auf, sondern packt sich gleich deren zwei oder drei in den Schnabel, legt diese dann einzeln hinter kleinen Rindenschuppen ab, um sie schließlich nacheinander zu holen, mit kräftigen Schnabelhieben aufzuknacken und das Innere zu verspeisen.

Etwas zurückhaltender zeigen sich da schon die Blaumeisen, während sich die Buchfinken, ein Grünfink und ein paar Zeisige am Boden das holen, was oben durch das Treiben der Meisen über den "Tellerrand" hinaus fliegt. So hat jeder seine Strategie entwickelt, um seinen Teil vom üppigen Kuchen abzubekommen.

Neben den Genannten finden sich ab und zu auch ein Gimpel sowie ein Stieglitzpärchen ein, und  einmal kann ich sogar einen der seltenen Bergfinken durch meinen Feldstecher erspähen. Doch die überlassen bald wieder den Meisen das Feld. Im schützenden Gezweig einiger Wildhecken entdecke ich später einen kleinen Trupp Feldsperlinge, die durch ihren schwarzen Wangenfleck leicht vom Haussperling zu unterscheiden sind, und auch eine Hecken-Braunelle glaube ich gesehen zu haben.

Winterblumen

So blumenreich der Deutschnonsberg während der Vegetationsperiode ist, heute sind es Blumen ganz anderer Art, die meinen Blick auf sich ziehen - nämlich "Eisblumen", die der Frost an einem Bächlein hervorgezaubert hat. Ja, ja, denke ich, wenn das Wasser zu dieser Jahreszeit schon keine richtigen Blumen hervorbringen kann, weil dazu die Wärme fehlt, so holt es sich halt die Kälte zu Hilfe und lässt eben Eisblumen wachsen.

Mit dieser Erkenntnis beschließe ich meine Naturwanderung am östlichen Deutschnonsberg, die mir vor allem die Vogelwelt näher gebracht hat. Und ich weiß, dass ich wiederkommen werde, wenn der Winter vorbei ist und die Flora aufs Neue ihre Pracht entfaltet.

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