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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Vorfrühling auf der Bozner Sonnenseite

Hanspaul Menara kann bei einem Spaziergnag auf der Bozner Sonnenseite schon den Frühling erkennen.

In höheren Lagen ist der heurige Februar noch sehr winterlich, an den Bozner Sonnenhängen aber machen sich schon erste Anzeichen des Frühlings bemerkbar - mag das Gesamtbild dieser Hänge auch noch etwas farblos wirken. Wenn ich von der Bozner Sonnenseite spreche, dann sind auf der Westseite der tief in den Bozner Porphyr eingeschnittenen Schlucht der Talfer die zum Tschögglberg ansteigenden Hänge gemeint, und auf der Ostseite die unteren Hänge des Rittens.

Ein Bild der Szenerie

Da und dort ein Hof, eine kleine Kirche oder ein kleiner Streuweiler, dazu Weinberge oder Wiesen, aber auch felsige Gebüschhänge und kahle Grasflächen, eiszeitlicher Moränenschutt mit Erdpyramiden und manche senkrechte Felswand - das ist das Bild dieses Landschaftsraumes.
Die Wachstumsbedingungen sind die des sonnigen Südens, und so verwundert es nicht, dass hier schon vor rund hundert Jahren beliebte Spazierpromenaden mit Zedern, Zypressen und vielen anderen exotischen Pflanzen angelegt wurden.
Aber auch sonst zeigen sich diese Hänge bei genauerem Hinsehen abwechslungsreicher als es ein flüchtiger Blick erscheinen lässt, und entsprechend artenreich sind Flora und Fauna.

Das Auge des Beobachters

Trifft man hier im Sommer die Smaragdeidechse und die Äskulapnatter, zahlreiche Vogelarten und Falter an, so begegnete ich an einem Februartag immerhin der Mauereidechse, einem Trupp Schwanzmeisen sowie dem Kleinen Fuchs und dem Kleinen Perlmutterfalter, zwei schönen Schmetterlingen. 
Am uralten Weg, der vom immergrünen Efeu und der welken Flaumeiche gesäumt wird, erfreut auch so manche Blüte mein Auge: im felsigen Gelände das Frühlings-Fingerkraut, an so mancher alten Mauer der Winter-Jasmin, zwischen dem welken Laub erste Leberblümchen, auf trockenem Fels die Behaarte Gänsekresse. Aber auch der Haselstrauch macht sich mit seinen gelben „Würmchen“ bemerkbar, während unweit eines Hofes ein prächtiger Blauglockenbaum noch seine vielen „Kapselnüsse“ und die Stauden der Kermesbeere noch ihre schwarzen Früchte tragen. Am Rand eines Weinberges entfaltet aber der Persische Ehrenpreis bereits seine ersten reizenden Blütchen.

Vorboten

Ein Gestrüpp der ganz besonderen Art ist der immergrüne, rote Beeren tragende Mäusedorn. Wie an manch anderer Stelle im Süden des Landes treffen wir ihn auch auf der Bozner Sonnenseite an - aber seltsamerweise nur auf der Westseite der Talfer, auf der Ostseite fehlt er.
Hier wie dort wächst hingegen die Opuntie, der Kaktus mit den vielen, feinstachligen Scheibensprossen und feigenartigen Früchten, die man wohl beäugen, nicht aber anfassen sollte!
So zeigt sich bei jedem Schritt Bemerkenswertes und ich freue mich auf den bevorstehenden Frühling, der auf der Bozner Sonnenseite schon jetzt im Februar seine Vorboten vorausschickt.

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