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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - November am See

Ein Besuch am See lässt zur Ruhe kommen. Hanspaul Menara erzählt wie er die Seen unseres Landes im Herbst erlebt.

Es spielt keine Rolle, welchen See man zu dieser Jahreszeit besucht - den großen Kalterer See, den kleinen Vahrner See oder irgend ein anderes der nicht wenigen Südtiroler Gewässer in den Talsohlen und höher oben.
Überall ist jetzt das bunte Treiben des Sommers verstummt. Verträumt liegt der Wasserspiegel vor mir. Und während ich zwischen den Rohrkolben und letzten Blättern des Weidenstrauches auf die Wellen schaue, die verhalten ans Ufer klatschen, spüre ich, wie sich die Melancholie des Spätherbstes bis in die letzten Winkel schleicht.

Letzte Sonnenstrahlen am Wasser 

Aber die Nebelschwaden, die sich nachts über den See gelegt hatten, sind unter den Strahlen der aufsteigenden Morgensonne verschwunden und die Natur begrüßt einen freundlichen Novembertag. Wie gestern und vorgestern, wie morgen und übermorgen, wie seit Jahrhunderten und Jahrtausenden raschelt das hohe Schilf und wiegt sich in der sanften Morgenbrise leise hin und her. Tausendfach spiegeln die krausen Wellen die Sonne wieder, tausend Sterne tanzen und funkeln und glitzern auf dem Wasser, gleichsam als wollten sie das Bild des nächtlichen Firmaments in den Tag hinüberretten. Der Tag aber duldet kein nächtliches Bild mehr, und wenn sich der Wind legt, sind die tausend Sterne verschwunden.

Die Herbstbewohner des Wassers

Da freuen sich alle über die warmen Strahlen der Novembersonne, alle, denen der See und seine Umgebung Heimat oder vorübergehender Aufenthaltsort ist - die Fische und sonstigen Wasserbewohner, die Schwäne und Enten, die Libellen und Käfer. Auf dem offenen Feld, das bis an den See heranreicht, stand vorhin noch der Graureiher und döste mit eingezogenem Hals träge vor sich hin - jetzt streicht der prächtige Vogel mit weit ausgebreiteten Schwingen ab.

Am Ufer

Wo die Äste der Laubgehölze schon kahl sind, erzählen die Blätter am Boden noch lange, um welche Bäume und Sträucher es sich handelt: um die mächtigen Uferweiden, um die grauen Erlen, um die hohen Pappeln, um Waldrebe oder Liguster. Manche späten Blüten machen den stillen Pfad, der um den See führt, sogar noch ein wenig sommerlich. Die blaue Flockenblume etwa, das gelbe Sonnenröschen, das ebenfalls gelbe Habichtskraut, das Weiße Leimkraut, der Schwarze Nachtschatten. Und geradezu geheimnisvoll gibt sich die Kohldistel vor dem unruhigen Flimmern, das die bereits ziemlich tief stehende Sonne auf den Wasserspiegel zaubert.

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