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Sentres Magazin – Natur & Umwelt

Flora & Fauna - Mai im Passeiertal

Hanspaul Menara ist im Passeiertal unterwegs, wo vor allen Dingen die Flora sich zeigt.

Bei meiner floristischen Maienwanderung im Passeiertal gelange ich zunächst zu jenen steilen Gneisfelsen, wo ein Bach senkrecht in die Tiefe stürzt und die Behaarte Primel wahre "hängende Gärten" bildet, immer wieder bestäubt vom feinen Sprühregen, den ihr der Wasserfall großzügig zukommen lässt. Das Vorkommen der Behaarten Primel beschränkt sich natürlich nicht nur auf die Nähe von Wasserfällen, man findet sie auch an vielen anderen Felsen und auch an so mancher alten Feldmauer. Doch überall ist ihre Blütezeit von vergleichsweise kurzer Dauer. Schon bald wird das Farbenwunder verschwunden sein, und nur der Kenner weiß später, zu welcher Blume die grünen Blätter gehören.

Blumenwiese

Nach dem Wasserfall wandere ich durch den harzduftenden Fichtenwald, wo ich ein Gärtlein Sauerklee antreffe, das sich in der Rinde eines Fichtenstammes eingenistet hat und dort prächtig gedeiht. Und dann geht es im Bereich der Berghöfe am Rand einer der vielen Wiesen dahin. Was da nicht alles wächst und blüht! Welch fantastische Lebensgemeinschaft! Ganze Bücher könnte man füllen, wollte man all die Gräser und Blumen und Kräuter aufzählen, die sich da dem Auge zeigen.

Die Farben des Mai

Die Margerite mit ihren unverkennbaren weiß-gelben Sternen zum Beispiel, der Scharfe Hahnenfuß mit seinen glänzenden gelben Blüten, die filigrane Kuckucks-Lichtnelke, die leuchtendblaue Büschelglockenblume, die etwas weniger attraktive Witwenblume, das Habichtskraut, das vom Aurorafalter umworbene Vergissmeinnicht, das Rote Leimkraut, der Beinwell… Ja, auch der Beinwell, dessen Name so viel bedeutet wie "Knochenheiler" und der eine altgeschätzte Heilpflanze ist. Längst nicht überall trifft man ihn an, aber an manchen Stellen bildet er recht stattliche Bestände.

Zum Schluss die Fauna 

Auf dem Rückweg folge ich einem sogenannten Waal - mit seinem ruhig dahinfließenden Wasser ist er gewissermaßen das Gegenstück zum Wasserfall. Zypressen-Wolfsmilch und Schöllkraut wachsen an seinem Ufer, Löwenzahn und Giersch wuchern um die Wette, Streifenfarn und Tüpfelfarn klammern sich an eine kleine Felswand, und eine harmlose Blindschleiche schlängelt sich durchs schützende Gras. Sie sieht zwar aus wie eine Schlange, ist aber eine Echse, und blind ist sie auch nicht. Doch was immer sie ist oder nicht, sie verdient Respekt und Schutz. Und ich freue mich darüber, dass es das Tierchen ebenso noch gibt wie jene Ringelnatter, der ich vor einiger Zeit an einem anderen Wasserlauf begegnet bin.

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